Damm.

Wird jetzt alles perfekt? Ich meine, seit dem ich mit dem Fachabi aufgehört habe, geht es mir irgendwie besser. Zwar habe ich noch schmerzen aber daran habe ich mich leider schon gewöhnt. In meine Ausbildung bin ich neu eingestiegen und ich muss feststellen, dass selbst die ersten drei Tage chilliger waren, als der kram beim Fachabi. Zwar sagt die Lehrerin, dass ich noch wie ein Erwachsener denke und nicht wie ein Kind, aber das würde ich schon hinbekommen. Wie soll man mit fast 18 plötzlich wieder wie ein drei jähriges Kind denken? Das muss ich noch üben. Im Februar bekomme ich meine Wochen Therapien. Vielleicht kann mir das helfen, meine Anfälle verschwinden zu lassen. Und ich bin nicht mehr single. Man kann sich denken, was passiert ist. Zuerst war ich skeptisch, weil ich sowas überhaupt nicht mehr erwartet habe. Aber ich würde lügen, würde ich sagen, dass ich ihn nicht liebe. Aber das tue ich, jeden Tag. Bei uns beiden hat sich viel verändert und wir sind beide mit unserer Ausbildung beschäftigt aber wir haben uns nicht aus den Augen verloren. Und ich möchte ihn nie wieder verlieren, ich möchte für immer seins sein. Ich will seine verrückte Art jeden Tag erleben. Ich möchte ihn, weil er mich glücklich macht, mit dem was er ist. Ich liebe ihn. Und niemand kann uns auseinander bringen. Kein Typ könnte mich je beeindrucken, ich würde immer nur seine Hand halten wollen.

Max.

Es tut mir leid Max. Ich habe Dinge zu dir gesagt, die ich nicht so meinte. Aber als ihr alle aufeinander los gehen wolltet, tat mir das mehr weh als ich dachte.  Ich liebe ihn, keine Frage aber Max wird mir nie egal sein.  Und als Marvin sagte, dass es ihm egal ist, dass er in den Knast geht dafür blieb mein Herz kurz stehen und Tränen liefen mir übers Gesicht.  Und weil ich das nicht wollte, musste ich es überzeugend wirken lassen. Ich schrieb Max genau dass, was ihn an meisten verletzt. Es war scheiße von mir ihn mit seiner Mutter zu verletzen aber so würde er nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Ich ging auf Toilette und schrieb ihm alles und musste fast kotzen, als ich alles abgeschickt hatte. Ich habe mich in diesem Moment mehr geschämt als sonst. Aber wenn die sich prügeln würden, würde Marvin in den Knast gehen und das wollte ich nicht. Auch wenn ich Max immer beschützen will aber das war die beste Möglichkeit, ihn zu beschützen. Ich will nicht, dass Max mit sowas zu tun haben muss. Ich hoffe, er ist glücklicher ohne mich. Und Max? Tu nicht so, als hättest es jemals anders funktioniert. Ich kenne dich nämlich.

Anfälle

Ich habe das Gefühl, dass ich schwebe. Meine Schmerzen scheinen nach und nach weniger zu werden. Ich wache auf und bin einfach nur müde. Wie jeder, wenn um 6 Uhr der wecker klingelt. Ich fange langsam an, wieder normal zu werden. Vielleicht war es wirklich die Schule, die mir solche Schmerzen zugefügt hat. Eher die Angst, meine Eltern zu enttäuschen. Das Fachabi, hat wirklich meine ganze Energie genommen. Aber ich wollte genau so wie meine Schwester, meine Eltern glücklich machen. Meine Mutter war total erschrocken, als sie vor ein paar Tagen den Brief öffnete von meiner Krankenkasse. 14.000€ hab ich letztes Jahr gekostet. Durch die vielen Krankenhaus Aufenthalte, war ich das teuerste Kind letztes Jahr. Die Krankenkasse wollte jetzt noch 400€ Bonus von meinen Eltern erhalten, weil ich halt so viel gekostet habe. Das machte mich etwas traurig. Wir sind zwar nicht  die Ärmsten aber 14.000€ ist schon viel Geld. Neben bei kommt noch meine dauer Therapie im Februar, die Krankenkasse zahlt die ersten drei Stunden aber bei dem Rest, wollten sie noch gucken, ob ich das wirklich brauche. Ob ich das wirklich brauche? Zwar sind meine Schmerzen teilweise weniger geworden und ich versuche mein Leben weiter zu leben aber was ist wenn es von heute auf morgen schlimmer wird? Ich hatte jedes mal andere Anfälle. Und sie wurden immer schlimmer. Am schlimmsten fand ich den, wo ich nicht mehr sprechen konnte. Wo ich einfach nur da lag, meine Augen öffnet und  mein Vater mit mir sprach und mich Sachen fragt hat. Ich hab ihn nur angesehen ohne mir Mühe zu geben, um zu antworten. Ich wusste nämlich nicht mehr in diesem Moment, wie das ging. Erst Abends nach zwei Stunden schlaf, konnte ich wieder sprechen. Bei meinem letzten Anfall, haben sich die Wände bewegt und ich hatte vor alles Angst und nahm kaum mehr die Menschen um mich herum  war. Was ist, wenn ich wieder einen Anfall bekomme, einen schlimmeren? Warte mal. Bei meinem ersten Anfall letzten Jahres, konnte ich nichts mehr sehen, außer weißes Licht. Danach waren meine Beine versteift und ich konnte sie nicht mehr bewegen. Neben bei kamen noch die Zitter Anfälle und die Stimmen, die ich hörte. Meine Stimme wurde mir geraubt und meine Umgebung hat sich verändert. Was kommt danach?

Ich hasse dich.

Ich weiß, eigentlich sollte ich langsam damit aufhören mir Gedanken darum zu machen. Vor Weihnachten, musste ich was für mein Handy suchen und hab den ganzen Dachboden auf den Kopf gestellt. Natürlich bin ich über Max Sachen gestolpert, es ist gruselig, es sieht aus wie ein Grab und alles ist unter Staub begraben. Als ob Max gestorben wäre, aber das ist er auch irgendwie. Naja, wenigstens habe ich die guten Erinnerungen unter einer Kiste begraben. Da gehört es nämlich hin, ich gebe ein fick auf den Menschen, der er geworden ist. Also schob ich den Kram bei seite und bin auf einen Zettel gestoßen. Ich faltete ihn auf und mir blieb kurz die Luft weg. Es war eine Collage die ich mal als kleines Kind gefunden habe. Meine Mutter hat es mir damals weg genommen, als ich es gefunden habe. Seit dem habe ich es nie wieder gesehen. Ich war da vielleicht 4 oder 5. Damals wusste ich nicht mal, wer dieser Mann auf den Fotos war aber sein Gesicht kam mir so bekannt vor. Und als ich es  nach den jahren wieder in der Hand hielt, kamen mir die Tränen. Es war mein Vater, Erzeuger, was auch immer. Ich hatte schon als ich klein war das Gefühl, dass es mir gehörte. Ich glaube, mein Vater hat es für mich gemacht, bevor er gegangen ist. Auch wenn er dachte, dass wir zusammen weg laufen würden, hat er es wohl doch irgendwie geahnt. Da ist Amerika zu sehen, vielleicht hat er es ja mit der Post geschickt. Ich weiß es nicht. Ich hab den Zettel mit genommen und seit dem unter mein Kopfkissen getan. Ich habe an dem Tag auch von ihm geträumt und schaue es mir jeden Tag an. Ich weiß auch nicht, ich habe eine Familie und einen Papa, der alles für mich tut. Aber diese Verbindung zum Blut, lässt mich nicht richtig los. Er ist da draußen, er hat sogar facebook. Aber melden tut er sich nicht und ich auch nicht. Ich traue mich nicht, ich habe Angst abgewiesen zu werden. Aber vielleicht denkt er ja genau so wie ich. Wieso konnte er nicht eher von mir gehen, so, dass ich mich gar nicht mehr an ihn erinnere? Aber er war lang genug da, dass ich sein Gesicht immer wieder erkennen würde. Ich hasse ihn dafür.

Kindergarten.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Kindergarten mich so glücklich machen kann. Gestern wusste ich überhaupt nicht, wie ich es angehen sollte. Ich bin generell ein sehr ruhiger und schüchterner Mensch am Anfang, wie soll ich dann auf fremde Kinder zu gehen? Aber die Kinder kannten das Wort Angst wohl gar nicht. Viele Kinder kamen auf mich zu und wollten mit mir spielen. Ein kleines Mädchen wollte sogar, dass ich sie an mich nehme. Und als ich heute wieder kam, rannten viele schon auf mich zu und umarmten mich zur Begrüßung. Die Jungs wollen mit mir natürlich immer Lego bauen und da baute ich einfach drauf los. Die wahren bei allem was ich tat total begeistert. Das waren die großen 5 jährigen Jungs. Aber der bewegenste Moment war für mich, als mich ein kleines Mädchen an die Hand nahm, weil sie mir was zeigen wollte. Und noch oben drauf, wollte eine süße kleine zwei jährige auf meinem Arm und hat ihren Kopf an meinen angelehnt. Leider streiten sich auch schon einige um mich und wollen mich auch nicht teilen. Das ist dann immer sehr anstrengend, aber irgendwie auch ein Kompliment. Aber als heute zwei Kinder Geburtstag hatten und 5 Jahre alt wurden, viel mir wieder ein, warum ich Erzieherin werden wollte. Meine Kindergarten Zeit war die schlimmste Zeit für mich. Ich wollte nie nach Hause, weil Roland nur auf mich gewartet hat, um mich wieder zu schlagen. Im Kindergarten konnte ich ein richtiges Kind sein. Ich konnte wie die anderen lachen, rennen und Spaß haben. Und als die kleinen heuten 5 wurden, erinnerte ich mich kurz an meinen fünften Geburtstag im Kindergarten. Ich werde nie die Erzieherin vergessen die gesagt hat „Du bist schon fünf, eine ganze Hand voll“ und durfte dann ein Hand abdruck machen. Das war für mich einer der schönsten Geburtstage. Deshalb will ich Erzieherin werden, um den Kindern wenigstens etwas Freude wieder zu geben und das sie keine Angst vor der Welt haben müssen.

Unmöglich?

Heute morgen, da wollte ich zuerst gar nicht aufstehen. Ich fühlte mich so schwach und kaputt, dass ich auf nichts Lust hatte. Aber dann bin ich doch aufgestanden, für meine besten Freunde. Ich fühle mich schon oft genug wie eine schlechte Freundin, weil ich mich kaum bei den beiden melde. Ein treffen kurzfristig abzusagen, wäre so garnicht mein still. Und als wir dann zusammen als Gruppe durch meine alte Stadt liefen, fühlte ich mich kurz wieder wie 5 Jahre alt. Ich blühe richtig in dieser Stadt auf, dass sogar meine Schmerzen verschwanden. Ich war in dieser Zeit mit meinen Freunden richtig glücklich. Und als der Film vorbei war merkte ich erst, dass es Lea nicht gut ging. ,,Herzrasen“, sagte Martin nur und googlte, was man dagegen tun konnte. Als ich die Tränen in Leas Augen sah, sah ich kurz mich selbst wieder. Lea und ich haben viel gemeinsam, auch, dass unsere Gehirne anders sind, als die von anderen. Genau so wie ich, hat sie Momente, wo sie nicht weiß was mit ihr passiert und da dreht ihr Körper dann durch, genau wie meiner. Nur hat sie keine Chronischen Schmerzen so wie ich. Das ist der Unterschied. Aber in dem Moment wusste wenigstens ich selbst, was zu tun war. Sie ablenken. Mit ihr reden. Sie zum lachen bringen. Und nach einer halben Stunde, ging es wieder.  Mein bester Freund schüttelte nur den Kopf und meinte lächelnt, dass wir nicht ganz normal wären. Ich war froh, dass es bei Lea nicht ganz so schlimm war, wie bei mir letzte mal. Ich höre den Krankenwagen immer noch in meinem Ohr. Aber auf dem Rückweg, fingen die Schmerzen dann wieder an. Ich habe mich daran gewöhnt, dass sie manchmal für kurze Zeit verschwinden aber leider immer wieder zurück kommen. Und immer wenn das passiert, fühle ich mich noch schwächer und noch kränker. Mein Hüfte tut irgendwie immer mehr weh. Ich bekomme die Worte von Arzt nicht aus dem Kopf, dass da etwas nicht stimmte. Wäre ja ein wunder, wenn ich einmal nichts haben würde. Das ich noch erkältet bin, macht es die Sache auch nicht besser. Bei einer erkältung sollte man sich ausruhen. Aber für meine Krankheit, ist das pures Gift. Die Ärzte und Therapeuten haben mich immer davor gewarnt, dass ich mich nicht zu lange schonen sollte, wenn ich einmal krank sei, dass würde alles nur noch schlimmer machen. Also renne ich seit einer Woche mit einer erkältung, die nicht richtig weg geht, weil ich immer auf den Beinen bin und wenn ich mich zu lange schone, werden meine Schmerzen immer schlimmer. Was mache ich also? Ich laufe. Eine erkältung ist zwar total nervig aber wenigstens tut sie mir nicht weh. Auch wenn meine Rippen jetzt irgendwie weh tun, hoffe ich nicht, dass ich schlimmer krank werde. Ich will mir nicht ausmalen wie es sein wird, wenn ich Fieber habe..

Neues Jahr!

Ist es okay, jemanden los zu lassen? Jemanden, der einmal dein Held war? Gestern ist ein Streit eskaliert. Ja, zwischen Max und ihm. Das die beiden sich nicht mögen, war mir von Anfang an schon bewusst. Das erste mal, wo ich Max gefragt habe, ob ich mich mit ihm treffen darf hat mir gezeigt, dass Max ihn hasste. Max war eifersüchtig auf ihn. Anders rum ist es heute irgendwie auch. Ich könnte das nicht mit ansehen, wenn die beiden sich schlagen würden. Ja ich habe Max geliebt, mehr als sonst irgendwen..aber das war bevor ich ihn traf. Und wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich ohne zu zögern mich für ihn entscheiden. Max und ich haben uns gestern noch richtig gestritten und irgendwann wurde ich so sauer, dass ich seine Mutter mit rein gezogen habe. Josh hat gesagt, ich sollte mich schämen, für jemanden so Loyal zu sein und Max einfach so zu verletzen. Wenn es aber um ihn geht, gibt es kein halt bei mir. Es passiert einfach automatisch, dass ich ihn verteidige. Weil ich ihn liebe. Max war mal ein Teil von meinem Leben aber, er ist für mich gestorben.

Meine letzten Worte?

In zwei Tagen ist dieses Jahr vorbei. Ich hab leider keine Zeit um es kurz vor Neujahr zu verfassen, deshalb schreibe ich jetzt meine letzten Worte für dieses Jahr auf. Dieses Jahr hat sich einiges geändert für mich. Vieles um genau zu sein. Am Anfang dieses Jahres, war ich motiviert mein Fachabi zu meistern, mein Führerschein zu machen und etwas glück mit der Liebe zu haben. Nichts davon ist wahr geworden. Mein Fachabi zerbrach in dem Moment, als ich am ersten Mai ins Krankenhaus eingeliefert wurde, weil ich meine Beine nicht mehr bewegen konnte. Und ein Teil zerbrach in mir, als meine Krankheit bestätigt wurde. Ich hab mich, seit der Wahrheit meines leiblichen Vaters, noch nie so schwach gefühlt. Es war nicht nur meine Seele, die brannte. Es war mein Körper, der weh tat. Und so zog ich mich zurück. Ich sprach mit meiner Familie kaum noch. Und dann ging ich in die Klinik für drei Wochen. Meine Eltern meinten, ich sei fröhlicher gewesen an den Tagen, wo ich Zuhause war. Das war ich auch, wir waren in der Klinik wie eine kleine Familie. Nur leider, hab ich durch das ganze durcheinander, nicht mehr an meinen Führerschein gedacht. Ich kam beim Fachabi nicht mehr mit und kippte vor allen in der Klasse zwei mal um. Es war hart. Bei der Liebe habe ich leider aufgegeben in diesem Jahr. Vielleicht lag es daran, weil ich viel mit meiner Krankheit beschäftigt war. Typen wollten sich mit mir treffen, wollten mich ins Bett bekommen aber ich hasse das. Kann mich mal ein Typ nicht nur wegen meinem Körper mögen? Es nervt mich. Es wundert mich, dass ich nicht so tief gesunken bin, wie ich eigentlich gedacht habe. „Sie ist krank verdammt und säuft sich jetzt nur noch ins Koma oder raucht wie ne kloppte oder schläft mit jedem Typen, nur um sich davon ablenken zu lassen“. Nein, so wollte ich nie sein. Mein Gehirn ist zwar komplett unter Strom aber meinen Stolz und meinen Wert habe ich nicht weg geworfen. Ich werde nicht saufen und rauchen, wie mein Vater. Ich werde keine schlampe, die sich von jedem durchnehmen lässt. Ich bin immer noch Ich selbst geblieben. Zwar etwas kälter aber immer noch ich selbst. Und das wünsche ich mir auch fürs nächste Jahr. Ich werde kämpfen, für mein Führerschein, für meine Ausbildung, für meine Familie, meine Freunde und nicht zu vergessen: Für mich selbst! Und wenn die Liebe eines Tages auf mich zu kommt, werde ich keine Angst haben. Ich werde nächstes Jahr 18. Es wird Zeit Erwachsen zu werden.

Wahre Stärke

Gestern bin ich aufgewacht und stand unter Strom. Jeder kleine Schritt tat mir weh. Aber ich musste stark sein, für die große Weihnaschtswanderung. Ich habe mich jedes Jahr davor gedrückt. Letztes Jahr war es mein Knie, was weh tat. Davor das Jahr tat mir der Rücken weh und so weiter. Aber dieses Jahr gab es keine Ausreden mehr. Ich musste da durch. Die ersten Schritte, taten am meisten weh. Mein Körper werte sich, zwang mich, aufzuhören. Aber ich wollte meine Familie nicht enttäuschen. Nach Meterlangem laufen, waren wir im Wald. Der Geruch des Waldes, jagte mir eine Gänsehaut ein. Ich war als Kind oft im Wald und habe dort mit meinen damaligen Freunden gespielt. Es fühlte sich an, wie eine Ewigkeit, als wir immer tiefer in den Wald gingen. Bis wir an einer Stelle ankamen, die mir bekannt vor kam. ,,Wir sind hier?!“, fragte ich meine Eltern. Sie lachten nur. Hier war ein Teil von Olfen, den ich auswendig kannte, Eversum. Und als wir einen Weg lang liefen, fiel es mir wieder ein. Als ich die große Wiese sah, wo die Lippe umher floss, kamen mir so viele Erinnerungen zurück. Hier bin ich damals mit Wiebke immer hin gegangen. Ich sah mich auf der Wiese rennen und lachen, wo daneben jetzt ein Aussichst Turm war. Und dann merkte ich auch, wie lange ich nicht mehr hier war. Dieser Moment hat mich so sehr bewegt, dass mir die Tränen kamen.  Ich war da 13 Jahre alt und noch voller Energie. Aber der Schmerz stichte in meinem Rücken. Und nach der Pause fing ich an, schneller zu laufen, fester zu laufen. Ich blendete den Schmerz aus. Und war plötzlich von meiner Familie ganz vorne mit dem Hund. Meine Geschwister jammerten schon, das sie nicht mehr konnten. Aber plötzlich war ich voller Energie und spürte keine Schmerzen mehr. Ich fühlte mich wieder, wie ein Kind. Meine ganze Familie war von meiner Stärke begeistert und stolz auf mich, dass ich 10 Kilometer, ohne jammern gemeistert habe.  Dieses mal, habe ich den Schmerz für diesen Tag besiegt und genoss es, für diesen Augenblick, schmerzfrei zu sein. Und mit dieser Stärke, gehe ich morgen arbeiten.

Sorgen.

Ist es falsch, sich so viele Sorgen um einen Menschen zu machen? Das man diesen Menschen beschützen will und zu ihm rennen würde? Egal was man gerade hat? So habe ich mich gestern gefühlt, als er nach mir gerufen hat. Als ich seine Stimme hörte, war es sofort klar: ich muss zu ihm!“ Ich zog meine Jacke an und wollte gerade die Tür auf machen, als mein Vater rein kam. Er ließ mich nicht gehen, ich wäre viel zu blass im Gesicht und außerdem zitterten meine Beine und mein Gang wäre ganz schwach. Er wollte nicht, dass ich auf dem Weg umkippe und niemand bekäme es mit. So zog er meine Jacke aus, entschuldigte sich und ging raus. Ich wäre zu ihm gegangen, egal ob ich kurz vorm umfallen gewesen wäre. Für ihn würde ich alles tun. Und ich frage mich immer noch, wieso ich? Wieso kommt er immer zu mir? Normale Freunde sind wir ja wohl nicht. Und ich kann nicht aufhören, mir so viele scheiß Sorgen um ihn zu machen! Ich weiß so viel von ihm und nichts davon schreckt mich ab, für ihn da zu sein. Ich kenne ihn. Und ich würde immer zu ihm halten und für ihn kämpfen. Weil..ich ihn..liebe. Ich weiß nicht mal selber was das bedeutet. Ich weiß nur, dass ich immer zu ihm gehen würde und immer nur das Gute in ihm sehe..

Liebe?

Merkt man es, wenn man jemanden liebt? Und welche Art von Liebe ist es? Natürlich ist es ein Unterschied, wenn man jetzt seine Schwester oder seine Freunde liebt. Und wir suchen doch alle einen, der uns irgendwie wiederspiegelt. Die Person fürs Leben. Sonst ist man ja eines Tages alleine. Aber woher weiß man genau, dass es diese Person ist?

Ich habe das selbe Max vor kurzem gefragt. Viele Weiber stehen auf ihn, was mich nicht besonders wundert. Er sieht gut aus und hat ein Herz aus Gold. Er fand es aber nicht so toll. Er meinte, dass er keine davon je lieben würde.  Ich fragte ihn, warum? ,,Liebe entsteht nicht einfach so. Es braucht Zeit, um zu wissen, dass man diese Person liebt. Diese ganzen Mädchen, meinen mich zu lieben, obwohl sie mich nie weinen gesehen haben. Sie haben immer nur meine gute Laune genossen. Aber wenn man jemanden liebt, dann muss man alles von ihm sehen. Und wenn diese Person dann weint, würde man alles tun, um diese Person glücklich machen zu wollen“. Ich war baff. Ich fragte ihn, woher er das alles wusste. ,,Ich habe dich geliebt und sonst keine seit dem“, sagte er nur und zog an seiner Kippe. Ich war dann froh, dass ich wenigstens eine gute Sache bei ihm hinterlassen habe.  Kaum zu glauben, dass wir so ein Gespräch geführt haben. Aber er hatte recht. Ich hoffe für ihn, dass er eines Tages wieder so eine Liebe findet. Ich habe sie schon gefunden.

Geist.

Ich glaube, mein Gehirn ist ziemlich kaputt. Ich fange an Dinge zu vergessen. Nach jedem Anfall, sind es immer mehr Dinge. Und gestern, als sich plötzlich die Wände im Badezimmer bewegt haben, dachte ich, ich bin verrückt.  Stimmen wurden ganz stumpf und alles fühlte sich plötzlich so unecht an. Ich bekam Angst, wie ein kleines Mädchen war ich in meinem Kopf gefangen. Meine Therapeutin sagte mir, ich soll ganz genau achten, was mich in so einer Lage bringt. Aber dafür gab ich nicht mal einen Grund, ich habe normal mit meiner Familie gegessen, bis ich mich wie eine Maschine verhielt. Alles verdammt gruselig. Vorallem ging es mir davor noch super. Ich habe mit den Kindern gespielt und mich aufs Essen gefreut mit meiner Familie aber anscheinend war ich zu glücklich, denn da dachte sich mein Kopf „Jetzt bist du wieder verrückt“ und zack war ich ein Geist. Ich glaube aber, wenn ich mich zu  sehr damit befasse, wird es schlimmer. Morgen muss ich wieder zur Klinik, um meine Fortschritte mitzuteilen. Fortschritte? Ich bin mehr umgekippt oder hatte Anfälle in den letzten Monaten, als in den ganzen zwei Jahren wo ich diesen Schmerzanfall bekam. Mein Kopf tut auch mega weh gerade und irgendwie zieht es im Unterleib auch noch. Reicht es nicht schon, dass ich regel schmerzen habe, soll das zwischendurch auch noch weh tun? Aber was sagen die Therapeuten immer? „Ignorier  es“ wow, danke für den Tipp. Wenn sich jemand mal den Arm bricht, soll man auch einfach daneben stehen und sagen „Ignorier es“? So fühl ich mich immer. Warum auch Gott wollte, dass ich eine komplizierte Krankheit bekomme. Ich überlege schon, die Pille abzusetzen, weil die ganze Hormone vlt auch meine Schmerzen verstärkt. Aber dann denke ich mir auch, wenn es nicht der Fall ist und ich dann Schwanger werde, hätte ich die schmerzen dann doch behalten und nicht rum experimentiert. Also Augen zu und durch.

Ich wünsche mir..

Als ich in der Klinik war, sollte ich in der letzten Deutschstunde etwas schreiben.  Ich sollte schreiben, was ich mir wünsche. Es war Dienstag und die Lehrerin hat mir einen ganzen Stapel voller Papier gegeben, von Patienten, die vor mir da waren und ihre Wünsche aufgeschrieben haben. Ich konnte mir nicht alle durchlesen und fand ein Brief, der mich bewegt hat. Und als ich unten ankam, sah ich auch wer es geschrieben hat. Es war Nika, die an dem Freitag gegangen war. Obwohl sie erst 15 war, schrieb sie wundervoll. Ich vermisste sie in dem Moment und machte ein Foto von ihrem Brief. Als ich weiter schaute, sah ich einen Brief mit einer schrecklichen Handschrift. Und obwohl darauf kein Name stand, wusste ich sofort, wer das geschrieben hat. Es war Hauke. Gerade mal 14 Jahre alt und das einzige was er sich gewünscht hat, war seinen Unfall verhindern zu wollen. Ich wollte ihn in diesem Moment umarmen aber er war schon fast eine Woche nicht mehr da. Diese Menschen in der Klinik sind mir alle ans Herz gewachsen. Wir saßen alle bei Nika, als sie jeden Abend ihre komischen Anfälle hatte. Jeden Abend kamen wir alle zusammen und spielten Werwolf. Unsere Gemeinschaft war so stark und wir haben uns gegenseitig vom Leid abgelenkt. Gestern als ich Reli hatte, war unsere Aufgabe, sich etwas zu wünschen und aufzuschreiben. Ich dachte dabei an Nika und Hauke und all die Zeit, die wir zusammen verbracht haben. Meine Mitschüler wünschten sich ein Auto, Geld oder den Führerschein. Einige wünschten sich auch Liebe und Glück fürs neue Jahr. Sie wünschten sich, dass sie das Fachabi schaffen würden. Einige wünschten sich auch Gesundheit. Ich schrieb nur einen Satz auf, der alles verkürzt, was ich in der Klinik geschrieben habe „Ich wünsche mir…das Gesundheit für jeden das wichtigste bleibt“. Heute in Deutsch sagte unser Lehrer, wie eine Welt wäre, wenn es nur ums Geld gehen würde. ,,Ein chronisch krankes Kind soll man helfen? Wozu? Es wird doch immer nutzlos für die Bevölkerung sein. Dann kann man lieber 20 gesunde deutsche helfen, eine Wohnung zu finden, die können ja dann wenigstens arbeiten gehen“, sagte er vor der ganzen Klasse. In diesem Moment schaute mich Robin von der Seite an und es drehten sich einige Mitschüler zu mir und tuschelten. Warum dieser scheiß Lehrer ausgerechnet das als Beispiel gegeben hat weiß ich nicht. Er weiß doch genau, dass ich das habe. Ich bin nach der vierten dann gegangen, weil mein Körper seit dem mit Schmerz übergossen war, dass mir jeder Knochen weh tat. Aber ich bin nicht so hilflos, wie alle denken. Ich hab es satt, dass sich alle sorgen um mich machen und mir helfen wollen. Ich bin krank ja, aber ich bin nicht behindert. Ich kann immer noch sprechen und denken, wie normale Menschen. Ich kann fühlen, ich bin nicht kaputt wie eine Maschine. Aber der Lehrer hatte schon recht. Würde die Welt nur so denken, würde man mir nicht helfen wollen. Aber eigentlich, kann dir das niemand nehmen. Man muss es selber bekämpfen und das tue ich jeden Tag. Als ich gestern bei ihm war, hatte ich keine Schmerzen. Es war wundervoll, dass ich Momente mal genießen konnte, ohne ein fake lächeln zu erzwingen. Es war echt. Alles. Und ich danke ihm dafür. Es gibt doch noch etwas, was ich mir wünsche: Das dieser Mann eines Tages wirklich glücklich ist. Das hat er verdient.

Innerlich.

Mein Onkel ist zu besuch.  Aber nicht nur irgendein Onkel, es ist der Bruder meines leiblichen Vaters. Als ich ihn das erste mal gesehen habe, viel mir sofort seine innere Ruhe auf. Er ist anständig und seine Kinder schätzen ihn als Vater. Ich will nicht wissen, was seine Kinder über mich denken. Wahrscheinlich kannten sie meinen Vater und die ganzen Geschichten und plötzlich steht seine Tochter vor ihrer Tür. Manchmal vergesse ich es, eine Polin zu sein. Aber je mehr ich da sahs und jedes einzelne Wort verstand, was sie redeten, fühlte ich mich wieder wie ein kleines Kind. Meine erste Sprache die ich konnte war polnisch. Ich war ein richtiges polnisches kleines Mädchen. Ich war oft in Polen bei meiner Oma mit meiner Schwester, Mama hatte immer viel zu tun. Mit meiner Cousine verbrachte ich die meiste Zeit zusammen, neben meiner Schwester. Obwohl wir zwei Jahre auseinander waren, machten wir alles zusammen. Wir redeten dabei nur polnisch. Aber das war unser Problem damals. Wir mussten plötzlich eine andere Sprache können. Ich tat mich nicht schwer dabei, ich war da gerade erst vier und je kleiner man ist, umso leichter kann man einem Kind was beibringen. Meine Cousine war schon sechs und tat sich damit ganz schwer. Ich durfte sie zwei Jahre nicht sehen, weil meine Tante meinte, dass sie wegen  mir kein deutsch konnte und nur mit mir polnisch sprach. Das war für mich sehr schwer damals. Kein polnisch sprechen. Nur deutsch. Das sagte selbst meine Mutter immer zu mir. Und eines Tages, wenn meine Mutter mich was auf polnisch fragte, antwortete ich auf deutsch. Jedes mal. Polnisch war in meinem Leben gar nicht mehr so wichtig gewesen. Deutsch können stand ganz oben bei mir. Im Kindergarten hatte ich so meine ersten Freunde gefunden und in der Schule sah man mir nicht mehr an, dass ich eine Polin war. Plötzlich war ich eine deutsche gewesen. Ich lernte lesen und schreiben auf deutsch. Man hat mich zu was ganz anderes geformt. Und meine polnische Familie lernte ich nie kennen oder sah sie viele Jahre nicht mehr. Das was ich wirklich war, versteckte sich in meinem Herzen und ist ganz tief vergraben worden. Ich war keine Polin mehr. Ich war eine deutsche. Und als meine Oma nach sieben Jahren uns besuchen kam, konnte ich nicht mehr mit ihr sprechen. Es war einfach weg. Ich konnte sie verstehen, jedes einzelne Wort aber ich konnte es nicht von mir geben. Ihr Gesicht dabei, als ob ihr Herz brechen würde. Und es tat mir so leid in diesem Moment. Aber ich gehörte nicht mehr dazu. Ich war keine Polin mehr. Ich sprach es nicht mehr bis ich meinen Vater kennenlernen wollte. Und als mein Onkel Freitag mit mir getanzt hat, hat er mit mir einen polnischen  Tanz getanzt, den alle Polen können in meinem Alter. Meine Tante nahm es ganz stolz mit ihrem Handy auf und sagte :Wie eine richtige Polin tanzt du. Du bist eine Kluczkowski“. Dieser Satz, bei dem bekam ich eine Gänsehaut durch meinen ganzen Körper. Als ob mich etwas berührt hätte. In diesem Moment, mochte ich meinen Namen zum ersten mal. Durch meinen Vater hab ich diesen Namen nur mit schlechten Dingen verbunden, aber zum ersten mal sah ich, dass dieser Name nicht nur Schmerz in mir auslöste, sondern auch liebe.

Ausbildung

Heute war ein entscheidener Tag für mich. Ich wurde von meiner Lehrerin zu einem Gespräch gerufen mit einer anderen Schülerin. Sofort bekam ich Panik. Würde ich jetzt von der Schule geschmissen, weil ich so schlecht geworden bin? Die Lehrerin aber machte uns ein Angebot. Ich wollte nach meinem gescheitertem Fachabi, eine Ausbildung in der Kinderpflege machen. Plötzlich bekam ich das Angebot, schon nach dem Halbjahr zu wechseln in die elfte Klasse. Die hätten ein Platz für mich und warteten nur noch auf meine Zustimmung. Entweder ich mach das Fachabi noch mit oder ich wechsel. Ich würde dann nur das halb jahr mit machen und dann sofort in die zwölfte versetzt werden und nach der zwölften, hätte ich meine Ausbildung. Meine Eltern waren von diesem Angebot total glücklich. Ich hatte meine bedenken und habe bis Freitag Zeit, mich zu entscheiden. Wie sieht das denn in den Bewerbungen aus mit einem abgebrochendem Fachabi? Was soll ich dann sagen? „Ich habe eine Chronische Erkrankung und bekomme hin und wieder ein paar Anfälle, mein Gehirn ist also geschädigt und nicht in der Lage, dem niveau  vom Fachabi anpassen zu können, weshalb ich die Kinderpflege Ausbildung in betracht gezogen habe“ , die würden auch nur denken, ich wäre gestört oder so. Allgemein, wenn ich sowas in eine Bewerbung mit einbringe, würde mich keiner nehmen aus Angst, ich könnte jeden Moment umfallen. Und da ich erst im Februar dauerhaft Therapiert werde, war ich am nachdenken. So weitermachen oder ertrage ich eine neue Umgebung mit noch mehr neuen Menschen die kein Plan haben, wie es mir wirklich geht. Anderer seits kann ich auch neu Anfangen. Alle wissen von meiner schlimmen Krankheit und alle Lehrer haben ja so mitleid mit dem armen jungen Mädchen. Weshalb hab ich wohl ein Platz bekommen in der Ausbildung in weniger als zwei Wochen? Krankheitsbonus! Ich kann jemand anderes sein. Ich kann gesund sein. Nur für einen Moment kann ich da ganz normal sein. Auch wenn es kacke sein wird meine Freunde da einfach hängen zu lassen aber wie meine Therapeutin mir geraten hat „Du musst einmal an dich denken“  Und das werde ich, ich will nicht dieses kranke Kind sein, ich will eine Zukunft haben. Ich mach es.

Heute war ich auch bei Max. Tja was soll ich sagen, es hat sich nichts geändert..denke ich.

Peinlich.

Heute als ich aufgewacht bin dachte ich, dass ich jeden Moment kotzen müsste. Mein Kopf dröhnte, wie bei einem Kater. Dabei habe ich seit Samstag kein Alkohol mehr getrunken. Das waren wohl die Nebenwirkungen von meinem Anfall gestern. Schlimm genug, dass ich jeden Moment ein Anfall bekommen könnte, nein, es muss dann auch noch passieren, wenn ich bei ihm bin. Peinlich. Langsam weiß er aber schon, wie  man dabei reagiert. Ruhig bleiben, mich in den Arm nehmen und mich beruhigen. Anders als in der Schule, wo alle Panik geschoben haben und den Krankenwagen gerufen haben. Trotzdem habe ich es in diesem Moment gehasst. Wer will denn bitte die Kontrolle von seinem Körper verlieren? Meine Therapeutin meinte, dass sowas entsteht, wenn ich zu erschöpft bin, dass sich mein Gehirn ganz abschalten will. Als ich Zuhause war, hab ich dann also zuerst bis 23 Uhr geheult, bis ich dann eingeschlafen bin. Und heute morgen war dann das Ergebnis von diesem Drama. Ich habe meinen Bus fast verpasst, weil ich zu spät aufgestanden bin und 20 Minuten gebraucht habe um mich anzuziehen und meine Zähne zu putzen. Ungeschminkt und mit leerem Magen ging ich dann. Und vor der Klasse habe ich mich hingelegt und habe versucht, da weiter zu schlafen. Und weil es nach den ersten Stunden nicht besser wurde, bin ich nach der vierten einfach gegangen. Die Lehrer mussten mich nur ansehen um zu wissen, dass ich die Wahrheit sagte, dass es mir nicht gut gehen würde. Und jetzt sitze ich hier, Zuhause und habe heute noch ein Vorstellungsgespräch im Altenheim. Das war einer der Gründe, wieso ich auch eher gegangen bin, damit ich wenigsten beim Gespräch etwas besser aussehe als jetzt. Aber ich brauche diesen Job.Mir ist immer noch scheiße übel. Ich habe selbst mein Essen in der Schule aufgegessen. Und morgen bin ich bei Max, das kann ja was werden.

Strom.

Das Jahr ist bald rum und irgendwie denke ich mir jedes Jahr: Was zur Hölle war das?!

Bei meinem Führerschein sieht es langsam wenigstens besser aus. Als ich gestern da war, hab ich sogar ein Bogen bestanden. Der Fahrlehrer meinte, dass ich bald in die Prüfung gehen könnte. Ich weiß noch wie Svenii und ich da saßen und wir darüber lachen mussten, weil wir im Februar angefangen haben und wir schon fast Dezember hatten und wir nicht mal die Theorieprüfung bestanden haben. Meine Freunde sind echt goldwert. Svenii und Lea erinnern mich immer an die tollsten Momente, sei es in der Schule oder in der Freizeit. Sie erinnern mich an eine Zeit, wo alles noch normal war. Lea, Svenii und ich waren in der Schule immer zusammen. Ab und zu bin ich zu Max gegangen und ich war einfach glücklich. Das wir alle in einer Klasse saßen war das beste für mich. Wenn man nur zu Schule geht, um seine Liebsten zu sehen, dann hat man die Definition von Freundschaft. Ich habe nie fünfen geschrieben und Schmerzen haben nie mein Leben beeinflusst. Ich finde solche Erinnerungen immer wieder schön. Wo Noten meine einzigen Sorgen waren, wo ich noch gesund war und Max Mutter noch lebte. Lea merkt, wie sehr ich in mich hinein sinke, seit dem meine Krankheit immer tiefer in meinem Gehirn verankert ist. Immer schreibt sie mir und will Zeit mit mir verbringen. Sie ist echt eine beste Freundin. Und wenn ich traurig bin, versucht sie immer alles positiv zu reden. Ich kann echt froh sein, solche Freunde zu haben. Suyien fragt auch immer ob ich Zeit habe und hat mal aus Spaß gesagt „Ja du meldest dich ja sonst nie“. Das zu hören, tat mir schon etwas weh. Vernachlässige ich meine Freunde so sehr? Ich habe das Gefühl, dass nicht nur ich unter meiner Krankheit leide, sonder die ganzen Menschen um mich herum auch. Familie und Freunde. Mit meiner Mutter streite ich mich in letzter Zeit nur noch. Sie macht mich aggressiv wenn sie davon redet, was ich alles tun könnte, damit es mir besser geht. Ich weiß es doch selber. Aber sie sagt, sie sieht nicht, wie sehr ich mich bemühe. Mein Vater kann davon nicht viel mit reden, ich hab ihn seit zwei Tagen nicht mehr gesehen, weil er arbeiten ist. Und wenn wechseln wir nur ein zwei Worte miteinander. Seit meine große Schwester ausgezogen ist, hat sich einiges geändert. Ich bin einfach wütend. Aber das ist mein Kampf und keiner soll darunter leiden müssen, dass wurde für mich bestimmt.  Und ich werde lächeln, obwohl meine ganzen Knochen unter strom sind.

IchLiebeDich

Ich habe damals immer gedacht, dass Männer kein Herz haben. Ich frage mich, wie ein Mann eine vier jährige gegen die Wand pressen konnte und ihr ins Gesicht geschlagen hat, als wäre es gar nichts. Ich frage  mich, wie es ihn nicht interessiert hat, dass er mich gegen die Tür geschubst hat und meine Lippe platzte und das Blut einfach so runter floss. Er hat nur gesagt, ich soll das sauber machen. Alles was blieb, war die Narbe an meiner Lippe. Aber er hat mich nicht zerstört. Ich hatte zwar mehr Angst als andere Kinder, war aber als ich hier her zog, das glücklichste Kind überhaupt. Mit acht Jahren war mein Leben wunderschön. Ich habe auf den Straßen gespielt und habe gesehen, wie jedes Haus hier aufgebaut wurde. Ich bin mit meinem Hund immer durch die Mais Felder gerannt mit zehn und ich hatte alles was ich brauchte. Bis ich mit elf Jahren einen dummen Gedanken hatte. Wo ist mein Vater? Ich habe ihn gefunden. Eine elf Jährige, versessen darauf, ihren Vater zu finden hat eigenständig ihn in Amerika aufgespürt und zu ihm Kontakt aufgebaut. Es waren die schönsten zwei Wochen, die ich mit meinem Vater hatte. Wir haben jeden Tag geskypt und ich schrieb mit ihm immer im fünf Uhr morgens, weil es da bei ihm 23 Uhr war. Und dann ging ich zur Schule. Aber als alles raus kam, war er der erste Mann, der mir das Herz brach. So viele schreckliche Dinge musste ich mir von meiner Mutter anhören und ich merkte, wie alles in mir stück für stück zerbrach. Aber meine Mutter hat dabei so sehr geweint, dass ich völlig verstört war. An dem Tag habe ich meinen Hund geschnappt und bin raus gegangen. Ich bin gerannt, ins Mais Feld, habe mich hingekniet und geweint. Ich habe noch nie so laut geschrien. Wie kann jedes Wort von ihn eine einzige Lüge gewesen sein? Ab da wurde ich ganz anders. Und mit zwölf wollte ich mich dann umbringen. Alles war geplant. Als ich das Blut sah, war es fast so weit. Aber da hörte ich eine kleine Stimme die mich rief. Es war meine kleine Schwester, die damals fünf Jahre alt war. Und sofort kam mir ihr lächeln vor Augen, wie sie sich immer freute, wenn ich von der Schule kam. Ich konnte ihr das nicht antun. Und so hörte ich auf. Mir wurde aber alles egal. Meine Noten waren schlecht und son Typ wie Sven nutzte das alles aus. Dann empfand ich so viel Wut und Hass auf Männer, dass ich Sven nur noch Leiden sehen wollte. Männer sind grausame Wesen, dachte ich mir, als ich den plan schmiedete, Sven vor der ganzen Schule bloß zu stellen. Ich war da immer noch zwölf, fast dreizehn. Und ich hatte es geschafft. Alle lachten ihn aus und schlugen auf ihn ein. Er hat seine ganzen Freunde verloren und ich habe gelacht. Bis ich mich irgendwann darin verlor. Er hat es verdient. Und dann kam noch Nico, der mich ja so sehr geliebt hat. Mein Gott diese Jungs waren alle damals so naiv. Sahen die nicht, wie kaputt ich war? Ich meine ich habe einem Jungen gerade alles genommen und er hat deshalb die schule eher verlassen. ich war zu jedem Jungen eis kalt. Aber dann kam eine Flamme auf mich zu. Sie schenkte mir wärme, Licht und Geborgenheit. Das aller wichtigste aber: Liebe. Er war ein guter Junge und wollte mir helfen. Es hat lange gedauert, bis ich ihn an mich ran ließ. Aber er war es mir Wert. Max ist mein Retter gewesen. Er hatte mein Blut an seinen Händen und versprach mir, mich nie wieder zu verlassen. Ich habe ihn einmal gefragt, wieso er mich will, wo er doch so viele andere haben kann, die nicht so kaputt waren. Er schaute mir in die Augen und sagte: Weil mir die anderen egal sind und ich nur dich will. Kein Mann auf dieser Welt hat mich so glücklich gemacht. Wir haben uns mal auf den Boden gelegt und bis in die Nacht und über unsere Träume und Wünsche geredet. Ich war da vierzehn. Er war mein Held, diese roten Haare waren nicht der Teufel, es war das warme Licht. Ich danke dir Max, du hast dafür gesorgt, dass ich das gute in Menschen sehe. Ich würde alles für dich tun, du hast mich gerettet. Und nur wegen dir, weiß ich was Liebe ist. IchLiebeDich.

Ein Traum?

Ich habe von einem Kind geträumt. Ich kannte dieses Kind nicht, jedenfalls am Anfang nicht. Das Kind war ein kleiner Junge mit blauen Augen und blondem Haar. Er hatte einige Sommersprossen am ganzen Körper und seine Hände waren ganz klein. Ich glaube er war da drei oder so. Ich habe Tage in meinen Traum gelebt mit diesem kleinen. Ich war allein. Bis es irgendwann seine Arm zu mir ausstreckte und mich Mama nannte. Ich nahm das Kind automatisch auf meinen Arm, sagte, dass ich es immer beschützen würde. Keine Spur vom Vater. Ich war alleine mit diesem Jungen, der mein Sohn sein sollte. Alles ganz schön komisch, wenn man von sowas träumt. Als ich aufgewacht bin, war ich ziemlich verwirrt. Träume sind echt gruselig. Einmal habe ich von jemanden geträumt den ich noch nie gesehen habe und zack, stand er eines Tages vor mir. Dieser Moment war krass. Warum träumt man solche sachen? Sind es Vorahnungen? Das würde ja super passen, dass ich ein Kind allein groß ziehen würde. Dann würde sich meine Geschichte wiederholen. Und mein armes Kind hat den schmerz ganz tief in sich drin, nie einen  Vater zu haben und sich weniger Wert zu fühlen. Wenn das meine Zukunft sein sollte, habe ich was falsch gemacht. Komme auf diesen Traum nicht klar.

Freundschaft

Die Familie kann man sich nicht aussuchen, die Freunde aber schon. Und dann werden die richtigen Freunde, auch ein Teil deiner Familie. Jeder meiner Freunde hat gute und schlechte Eigenschaften. Meine beste Freundin zum Beispiel. Sie hört mir immer zu und wir haben uns wirklich noch nie gestritten. Aber verdammt, sie ist der unpünktlichste Mensch den ich kenne. Ich habe mich schon so oft darüber aufgeregt und bin damals nur wegen ihr immer zu spät in den WP1 Kurs gestürmt, weil ich sie vor der Schule immer abgeholt habe und sie ewig brauchte. Ich höre die Stimmen meiner Klassenkameraden immer noch, wie sie damals alle  zusammen immer „Zu späääääät“ gerufen haben und ich mich hinsetzte und mir dachte „Nur wegen dir Lea“.  Aber ich wollte nie ohne sie fahren. Mein bester Freund ist irre lustig. Man kann ihm alles anvertrauen und er verurteilt mich nie. Aber das er fast bei jedem Weib denkt, dass er verliebt ist , geht mir ganz schön auf die nerven. Wie oft habe ich ihn die Meinung gegeigt um ihn zu beschützen, dass er sich nicht in irgendwas verrennt. Und dann hinterfragt er alles, was man sagt. Aber verdammt, ich würde für die beiden sterben. Nicht nur für die beiden. Für alle  meine Freunde. Sie sind nämlich meine Familie geworden. Und es ist schwer, ehrliche Freunde zu finden. Wo ein „wie geht es dir?“ nicht nur eine begrüßungs Form ist, sonder weil man wirklich wissen will, wie es einem geht. Natürlich erzähle ich nicht allen meinen Freunden meine Geheimnisse. Ihm habe ich auch nicht alles erzählt, aber er weiß viel von mir. Und er hat mir auch vieles anvertraut.  Für ihn würde ich auch sterben. Aber es gibt gerade einen Freund, um den ich mir am meisten sorgen mache. Ja, Max. Er hat mir vor zwei Tagen erzählt, dass sein Vater Krebs hat. Ich war so sauer, dass ist alles so unfair. Er hat doch seine Mutter vor zwei Jahren an Krebs verloren und jetzt auch noch sein Vater? Er wäre ein weisen Kind. Das hat er nicht verdient. Und warum haben die alle Krebs? Wegen dem RAUCHEN. Ich will das meinen Kinder nicht antun müssen, zu sterben, wo sie mich doch am meisten brauchen, nur weil ich Lungenkrebs habe. Ich wäre sofort zu Max gerannt aber leider wohnt er nicht neben an. Ich will nicht wissen, was mit ihm passiert, wenn auch noch sein Vater Tod ist. Er war damals so ein glücklicher Junge und er ist gerade dabei, alles zu verlieren. Ich werde da sein Max. Ich werde deine Hand halten, wenn es so weit gekommen ist. „Freunde für immer“ sagten wir uns mit 14.

An meine Eltern

Du bist gerade in mein Zimmer gekommen Mama und hast gefragt, was ich mache. Das ich ein Blog habe ist einer der vielen Dinge, die du nicht über mich weißt. Du kennst mich, ich bin deine Tochter. Aber jeder hat seine Geheimnisse. Ich habe meinen Blog schon drei Jahre. Dort schreibe ich immer meine Gedanken und Gefühle auf, weil ich sie nie so wirklich ausdrücken kann. Ich weiß auch nicht, wieso ich mich euch nicht so öffnen kann. Man soll mit den Eltern doch alles reden können oder nicht? Ihr kennt mich Zuhause, als das Stille Mädchen, was nie wirklich etwas erzählt. Bei meinen Freunden bin ich die lauteste. Die verrückteste. Die, die immer so viel zu erzählen hat, weil bei ihr immer so vieles passiert. Vielleicht erzähle ich euch nicht so viel, weil ich leider von klein auf mich meiner Angst stellen musste, jeden Tag. Die Angst hat so viel Macht über meinen Körper. Als ich dich kennenlernte Papa, hatte ich Angst vor dir. Ich wollte nie mit dir alleine sein. Ich wollte, dass du gehst. Weißt du noch Mama, als du Roland endlich raus geworfen hast und er nur zwei Wohnungen weiter von uns entfernt war? Das war mein Schulweg. Ich bin morgens immer daran vorbei gerannt. Und zurück bin ich immer durch die Schrebergärten gelaufen. Manchmal hast du mich sogar angemeckert, dass ich so spät zuhause sei. Dabei bin ich immer ein Umweg gelaufen, aus lauter Angst. Das wusstest du wahrscheinlich nie. Wie gesagt, du kennst mich, aber du weißt viele Dinge nicht. Als ich das erste mal mit Papa alleine war, war ich krank. Ich hatte Magendarm und du warst arbeiten. Er war in unserem Zimmer am Computer und ich lag im Bett. Ganz still war ich und habe versucht, so leise wie möglich zu atmen. Aber als ich zur Toilette musste, wollte ich mich leise raus schleichen. Roland hat nämlich alles an mir kritisiert. Wie ich laufe, wie ich esse, ja sogar wie ich mir die Hände waschte. Und machte ich es einmal nicht so, wie er es wollte, zack, lag ich auf dem Boden. Papa hat gemerkt, dass ich raus wollte. Er fragte mich, wieso ich mich raus schleiche, es sei doch total normal, dass ich zur Toilette musste, wenn ich krank bin. Ich sagte nichts und ging ganz schnell aufs Klo. Mein Herz raste und ich habe gehofft, das du nach Hause kommst. Er hat sich wirklich immer so viel Mühe gegeben, mein Vertrauen zu gewinnen. Jetzt kommen mir wieder die Tränen. Er hat mir so vieles beigebracht und sich um mich gekümmert. Und als Emely da war und Papa immer mit ihr Spazieren gehen wollte, bin ich mit gegangen. Aber nicht wegen Papa. Ich hatte Angst. Angst, dass er Emely etwas antut. Ich wollte sie beschützen, eine Siebenjähre hatte solche Gedanken. Das alles nur wegen der Angst. Obwohl Papa doch so ein guter Mensch ist. Nach einer Zeit ging es. Und als ich zehn war und Emely drei, haben wir viel auf dem Heuboden gespielt. Wir haben immer eine Heuschlacht gemacht. Einmal habe ich aber nicht aufgepasst und Emely bekam Staub ins Auge und fing an zu weinen. Du warst in der Nähe Papa und hast gefragt, was passiert ist. Ich hab versucht es dir zu erklären und wollte Emelys Hand nehmen aber du wolltest mich zur Seite schieben..und hast mich dann ausversehen geschubst und ich viel hin. Sofort bekam ich Angst und selbst deine geschockten Augen und dein „Es tut mir leid“ kam nicht bei mir an und ich rannte weg. Ich habe dann geweint, weil ich etwas falsch gemacht habe und auf dem Boden lag, wie Roland es früher gemacht hat. Es sind diese Kleinigkeiten, die ihr nie wusstet. Kleinigkeiten, die mich geformt haben. Du konntest nichts dafür Papa, du wusstest nicht, dass ich danach noch mehr Angst hatte, was falsches zu tun. Das speicherte sich alles  bei mir ab. Aber je älter ich wurde, desto mehr ging das in den Hintergrund. Ihr habt nichts falsch gemacht, dass alles ist nicht eure Schuld. Du hast für uns gekämpft Mama, in Zeiten, wo wir nur uns drei hatten.  Und Papa, du kamst leider zu spät um mir all die schönen Dinge zu erzählen, denn bei mir war schon was verankert. Ich hatte immer das Gefühl, ein Problem Kind zu sein. Es lag nicht an euch. Ich wollte auch so gut sein, wie Michela, sie war schon immer mein Vorbild gewesen. Ich hatte das Gefühl, dass alle in meiner Klasse immer besser waren als ich. Woher kam denn diese Unzufriedenheit? Wieso habe ich mich immer so hart beurteilt? Das weiß ich selber  nicht, es war einfach wie eingespeichert. Und zu meinem Pech wurde ich auch noch krank. Chronische Schmerzen zu haben, sind nicht einfach nur Schmerzen. Ich stehe morgens auf und fühle mich, als hätte ich Fieber. So schlapp und müde aufzustehen will niemand. Die meisten bleiben ja dann mit Fieber im Bett liegen. Leider darf ich das nicht. Ich stehe aber immer später auf, ich hab schon oft deswegen fast den Bus verpasst. Ich erinnere mich an das Mädchen, die perfekt immer alles organisiert hat und immer pünktlich für die Schule aufgestanden ist. Es macht mich traurig, dass sie plötzlich so weit entfernt scheint.  Ich fühle mich einfach dauerkrank. Noch dazu kommen die Schmerzen, die hin und her von Körperteil zu Körperteil wandern, als ob es Leben würde. Ich kämpfe mit meinem eigenem Gehirn. Mein Schmerz ist so unterschiedlich, es fühlt sich immer anders an. Manchmal wie ein blauer Fleck, dann wie Feuer aber ganz oft wie Strom. Es ist ein ekelhaftiges Gefühl, wenn der Strom durch deine Knochen hin und her wandert. Ihr tut mir leid, Mama und Papa. Mama, du kannst mir nicht helfen und das ist das schlimmste, was einer Mutter passieren kann, meintest du. Wenn dein eigenes Kind leidet und man nur zusehen kann. Ich kann nicht sterben Mama, Gott will nicht, das ich sterbe. Ja und ich stehe nur für euch auf. Wie oft wollte ich im Bett liegen bleiben, weil mich meine Schmerzen die ganze Nacht wacht gehalten haben. Und ich gehe trotzdem zur Schule. Mein Gesicht ist manchmal so blass, dass meine Freunde sagen, ich sehe aus wie der Tod. Ja, so fühle ich mich oft. Aber ich lächel dich immer an Mutter. Ich bleibe stark, ich bin dein Kind. Deine Stärke fließt durch meinen Adern. Ich werde eines Tages genau  stark sein für meine Kinder. Du würdest für mich sterben Mama. Ich würde auch für dich sterben. Für jeden von euch in meiner Familie. Emely, es tut mir leid, dass du mich oft  sehen musstest. Du kamst manchmal einfach in mein Zimmer und hast mich weinen gesehen. Auch wo ich meine Anfälle hatte, habe ich deine Angst in deinen Augen gesehen. Manchmal hast du mir sogar geholfen. Als ich geweint habe, hast du dich neben mich gesetzt und hast mir ein Taschentuch gegeben und mich ganz doll umarmt. Es tut mir leid Emely, ich bin die große, ich muss auf dich aufpassen, nicht umgekehrt. Ich bin stolz auf dich. Papa, ich weiß wir hatten nicht immer so ein guten draht zueinander. Das war nicht fair von mir.  Du hast mir das Uhrenlesen beigebracht mit fünf. Du hast mich abends immer ins Bett gebracht in Bochum. Du hast mir eine kleine Schwester geschenkt und dieses Leben hier. Du warst mit mir bei so vielen Ärzten um heraus zu finden was ich habe. Du gehst jeden Tag raus und kämpfst mit deinem Leben, nur damit wir in ruhe schlafen können. Ich denke viel darüber nach wie meine Krankheit entstanden sein konnte. Ich hatte nie wirklich einen Unfall, der meine ganz Körper Schmerzen ausgelöst haben kann. Aber mir den Kopf zu zerbrechen macht die Sache nun auch nicht besser. Meine Freunde haben es nicht leicht mit mir in letzter Zeit. Ich hab mich gestern aufgerafft, mich mit meiner besten Freundin wieder zu treffen. Ich melde mich nie bei ihr, was mir auch leid tut. Obwohl ich sie über alles liebe. Svenii hab ich schon lange nicht mehr gesehen, drei Monate oder so. Bei Martin melde ich mich auch nie, obwohl er mein bester Freund ist. Aber ich bin zu müde, um meine ganzen storys zu erzählen und zu müde, um mir seine anzuhören.Ich war damals ein echt guter zuhörer. Aber mitlerweile kann ich nicht mal mehr richtig zuhören, wenn man direkt mit mir spricht. Das ich nicht mal absicht. Es tut mir leid. Ich bin selber zu ihm richtig kacke. Ich sage dinge, ohne darüber nachzudenken. Max hat mich für diese Eigenschaft geliebt. Ich hab nie groß drum herum geredet, sondern war knall hart. Bei ihm bin ich wohl zu knall hart.  Ich weiß auch nicht wieso. Als ich letzte Woche bei ihm war und er raus gegangen ist, habe ich von seiner Schwester einiges erfahren und es hat mich etwas stutzig gemacht. Er hätte wohl ein alkohol Problem. Da tat er mir leid und ich wollte eigentlich zu ihm und ihn umarmen aber ich blieb wie angewurzelt sitzen. Obwohl wir nicht zusammen sind und das wahrscheinlich auch nie passieren wird, bin ich mitten in seiner Familie drin und die reden so mit mir, als ob ich zur Familie gehöre. Seine Schwester hat mich schon immer gemocht, meinte sie. Sie hat mir mal gesagt, wie froh sie ist, dass er mich kennengelernt hat.  Wir haben uns glaube ich im Juni für zwei Stunden getroffen, als er arbeiten war. Er weiß nichts davon, er musste auch nicht wissen, wie sehr wir uns wirklich verstanden. Sie hat mir so viel von seiner Vergangenheit erzählt, so viele Dinge wo ich mich gefragt habe: Und was soll ich jetzt machen? Sie hat wahrscheinlich gehofft, dass ich ihn zu irgendwas bewege. Hab ich das? Ich denke nicht so wirklich. Und obwohl ich alles über seine Vergangenheit weiß, bin ich trotzdem bei ihm geblieben. Ich war für ihn da und er für mich. Mama, du hasst ihn aber du kennst ihn nicht so wie ich. Er hat schon so vieles für mich getan und mich so oft zum lachen gebracht. Er hat ein gutes Herz und ich werde immer hinter ihm stehen. Als Freunde.

Heute gehe ich auf einen Geburtstag. Aber mir geht es gerade richtig scheiße. Abzusagen wäre echt scheiße, ich will meine Freundin nicht enttäuschen, die sich so darüber gefreut hat. So, einfach mein lächeln auf setzten, mich nach Wochen wieder schminken, damit ich nicht wie de Tod aussehe, was hübsches anziehen und fertig. Ich schaff das schon. Ich muss.

Alltag

Ich finde den Anfang der Woche immer ganz schwierig. Kenn ihr das, wenn ich nach einer Feier mit zu viel Alkohol aufwacht und man sich einfach total scheiße fühlt?  So viele ich mich jeden Morgen. Im Bett liegen bleiben is aber nicht. Man muss aufstehen und da raus gehen. Mit einem dröhnenden Kopf, einem blassen Gesicht und nebenbei wird einem noch scheiße übel. Mein Morgen. Jeden Tag. Ich konnte wieder niemandem zu hören und war Geistig gar nicht anwesend. In Mathe fing meine linke Hand auf zu geben und versetzte sich in eine Starre. Ich konnte einfach mein Stift nicht mehr halten. Dann kam mein ganzer Arm hinterher. Will mein Körper mich eigentlich verarschen? Meine linker Arm wurde eiskalt und blau lila. Tja, bei meinem Glück ist er jedenfalls nicht abgefallen. Dann wurde mir richtig heiß und ich sah nur noch Umrisse. Nochmal kippe ich nicht um, dachte ich und stand auf. Den Mathe Lehrer hat das gar nicht mal gemerkt, dass ich wieder kurz vorm zusammenklappen war.  Ich ging durch meine Reihe und stolperte fast auf den Boden. Meine Beine zitterten, werten sich, weiter zu laufen. Mein linker Arm hang einfach nur noch neben mir. Ich hörte die Stimmen meiner Klassenkameraden, je mehr mich das Licht holte. Aber ich riss mit aller kraft mit meiner rechten Hand die Tür auf nach draußen und der kalte Wind befreite mich. Meine Sehkraft kam wieder und ich konnte wieder normal sehen. Die frische Luft tat mir so gut aber mein linker arm wollte sich immer noch nicht bewegen. Viele fragten mich, ob es mir gut geht und meine Freundin war so süß und hat sich so gut um mich gekümmert. Ein Freund von mir dagegen, war wie jeder andere. „Geh doch nach Hause, wenn es dir nicht so gut geht“. Dieser Satz machte mich so wütend, dass ich ihn angeschrien habe.  Normale Menschen haben doch keine Ahnung wie sehr ich kämpfe und mir wünschte, gar nicht mehr mein Bett zu verlassen. Als ich zuhause war, klagte meine Mutter über Rückenschmerzen, wie sehr ihr das weh tut und es nach Tabletten einfach nicht besser wurde. Als ich sie einschmiere musste am Rücken musste ich es einfach raus lassen. „Stell dir vor, du hast diese Schmerzen jeden Tag und es gibt garichts, was es besser machen würde“. Sie sagte: Das wäre schrecklich, so würde ich nicht leben wollen“. Zack, meine Mutter jammert wegen jedem scheiß, also von ihr hab ich es jedenfalls nicht, oder? Sage ich jeden Tag zu meinen Mitmenschen, was ich für schmerzen habe und wie schlimm die sind? Nein, ich lächel sie an. ,,Genau so fühle ich mich jeden Tag“ antworte ich ihr und verließ schweigend das Zimmer. Menschen die sagen, sie haben Kopfschmerzen, alles ist scheiße und ihr Tag war ja so anstrengend , mit den will ich mal ein Tag tauschen. Aber bei mir kommt so viel auf einmal, ich weiß gar nicht mehr, auf was ich reagieren soll. Der Typ mit dem ich gestern dieses Date hatte, wollte sich heute wieder mit mir treffen. Mit diesem Zustand? Aähm, nein? Und dann wollte er noch telefonieren. Was soll das? Er nennt mich schon Prinzessin obwohl wir uns nur einmal getroffen haben. Ich glaube, er ist etwas anhänglich und gerade jetzt nervt mich das. Und der will mir einfach so Geld geben! Wir treffen uns Mittwoch und da hat er eiskalt gefragt, ob ich Geld brauche. Natürlich brauche ich Geld aber ich hasse es zu schnorren. Und überhaupt ist das mega unhöflich. Der wollte mir eiskalt ein 50 Euro schein geben! Ich habe auf 20 reduziert, so viel Geld will man doch nicht annehmen. Will er mich etwa kaufen? Dieser Typ ist komisch. Und überhaupt macht er mir mindestens 10 mal am Tag ein kompliment. Das ist viel zu viel, ich will doch nicht, dass mich ein Typ vergöttert und mir am Arsch hängt. Jemanden den ich beleidigen kann und er mir ein konter gibt und wir beide fangen an zu lassen, ist viel schöner. In der dunkelheit betrunken durch die Stadt zu laufen mit dem richtigen Menschen ist viel schöner, als Geld zu bekommen. Es sind diese Momente, die Menschen näher bringt. Noch dazu hasst er raucher. Er hat sie „nichtsnutzen“ genannt. Sofort wurde ich pissig und sagte, man sollte keine Menschen sofort verurteilen, nur weil sie etwas tun, was man nicht mag. Dabei habe ich nur für einen Menschen gesprochen. Gruselig, dass ich ihn schon unbewusst in Schutz nehme. Auch wenn ich mega wütend auf ihn wäre, würde ich ihn bei anderen immer verteidigen. Ich mag ihn einfach immer noch. Natürlich. Mit ihm die Zeit zu vertreiben ist wesentlich entspannter.

Gegen meinen Willen

Ich bin gerade vom Date wieder zurück gekommen. Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Kennt ihr dass, wenn ihr einen Menschen das erste mal sieht und man entweder den drang hat, noch mehr von ihm sehen zu wollen oder den drang hat, ganz weit weg zu laufen? Ich habe beides. Der Typ ist begeistert von mir, was mich nicht besonders gewundert hat. Es klingt zwar eingebildet aber alle Typen die ich kennenlerne, wollen entweder mehr oder finden mich cool und bin mit den gut befreundet. Dieses mittelding hasse ich ja total. Deshalb  habe ich auch nicht mit jedem Typen der was von mir wollte mit dem geschlafen, dann wäre die Liste lang. Ich habe auf der Autofahrt daran gedacht, was dieser Typ eigentlich alles hat. Alles was man braucht. Warum war ich dann nicht so glücklich? Ich habe kurz an ihn gedacht und mich gefragt, ob er auch die letzten Tage an mich gedacht hat. Wahrscheinlich hat er sich auch schon andere bitches geklärt und ich bin für ihn nur noch Vergangenheit. Eine Sache mehr, die mich dazu veranlasst diesem Typen eine chance zu geben. Wenn er ohne mich leben will dann muss ich lernen, mich mit dem Gedanken an zu freunden, dass mich bald jemand anderes anfässt. Obwohl ich ihn immer noch liebe muss ich lernen, ihn los zu lassen. Obwohl ich immer zu ihm rennen würde und diesen kaputten Jungen einfach in den Arm nehmen könnte, kann ich das bald nicht mehr. Ich hoffe er verzeiht mir, dass ich bald nicht mehr zu ihm rennen werde oder ihn auf die Stirn küsse und sage, dass alles gut wird. Er wollte es so, ich muss nur damit leben.

Glücklich?

Ich vermisse ihn. Ich weiß nicht, wieso er mir so wichtig ist. Wieso geht er nicht aus meinem Schädel raus? Ein Freund von mir auf der Klasse ist nicht gerade die große Hilfe. Er reden nur von ihm, wie soll ich mich dann auf jemand anderen konzentrieren? Der Typ der mich Daten will am Sonntag hat eigentlich alle, was meine Mutter sich für mich wünscht. Er hat ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, ein guten Job und ist auch noch gut aussehend. Das er mich ausführen möchte, ins teure Extrablatt und mich noch mit seinem teurem Audi abholt davon war meine Mutter begeistert. Ich habe auch versucht, mich zu freuen. Ein Mann, der mal sein Leben auf die reihe bekommt, aufmerksam ist und mich einfach anruft, um meine Stimme zu hören. Ich sollte eigentlich glücklich sein. Wieso bin ich es dann nicht? Irgendwie glaube ich, dass er immer noch tief in meinem Herzen ist. Ich habe mit ihm so viel erlebt, sowohl gute als auch schlechte Momente. Ich würde ihn wählen , immer. Aber leider muss ich diesen anderen Weg nehmen, ohne ihn. Ich will neben ihm liegen und seine Hand halten. Wenigstens nur noch ein mal, dann bin ich glücklich.

Wechsel

Ich habe heute von meinem Vater geträumt, ja, von meinem leiblichen. Ich war da ganz klein, 3 Jahre  oder so und habe mich selber gesehen auf einer Schaukel, mein Dad hat mich angeschubst. Er hat mir die Sterne gezeigt und über den Himmel gesprochen. Alles auf polnisch. Er meinte, dass diese Sterne Engel seien die nur darauf warten, einem Menschen zu helfen und im Schlaf über dich wachen. Selbst mein dreijähriges Ich hat auf polnisch geantwortet. Ich habe fast vergessen, dass es meine erste Sprache war, die ich konnte. Es tat gut ihn zu sehen. Alle sagen, er sei ein schlechter Mensch. Dabei habe ich doch gesehen, wie er mich gehalten hat und mich ins Bett getragen hat. Ich habe in dieser Nacht, noch nie so gut geschlafen, das ist schon ewig her gewesen. Ich habe den ganzen Tag über diesen Traum nachgedacht. Wieso träume ich von ihm? Ich kann mich sogar an den Ort erinnern, wir waren da im Urlaub gewesen. Ich habe heute erfahren, wo mein Vater im Gefängnis sahs. Das ich nur 23 km von meiner Stadt entfernt. Krass wie nah die Vergangenheit meines Vater hier bei mir ist. Das mit meinem Vater, geht mir schon sehr nah. Manchmal hasse ich ihn, für das was er getan hat und manchmal fange ich an zu weinen, weil ich ihn vermisse. Ein Kampf ist das in mir. Ich überlege ihn schon zu Kontaktieren, aber ich will nicht enttäuscht werden. Er ist ein krimineller, rauchender, Tätowierter Mann aber scheiße, ich bin sein Fleisch und Blut. Meine Mutter wollte mich immer nach ihr formen, damit ich ja nicht so werde wie mein Vater. Ich kann nicht fassen, dass sie einfach ein Teil von mir vertuschen wollte. In der Stadt bin ich die Tochter eines Polizisten. In Wahrheit die Tochter eines Kriminellen. Ich trage seinen Namen und bin ein Teil von ihm. Die Sprüche meiner Mutter, gehen mir auch auf die nerven ,,Das hast du nicht von mir“, schön! Ich bin nicht du Mama! In mir ist noch eine andere Seite, die du immer unterdrücken wolltest! Ich bin scheiße wütend und ich weiß nicht mal wieso! Ich habe chronische Schmerzen und keiner weiß so recht, woher das kommt! Normalerweise entsteht chronischer Schmerz durch akut Schmerz. Der war bei mir nie vorhanden. Ich spüre diese innere Unruhe und habe den drang, irgendwas kaputt zu machen. Es ist genau so wie bei ihm. Wenn einer schlecht über ihn redet, verteidige ich ihn sofort, weil ich weiß, dass er kein schlechter Mensch ist. Meine Mutter redet von meinem Vater so schlecht, dass ich glaube, dass es gar nicht so wahr ist. Sie redet über ihn auch schlecht und ich motz sie an, dass sie in meiner Gegenwart, nicht so über ihn sprechen soll und ihn in Ruhe lassen soll. Seit dem ich sie mal richtig zur sau gemacht habe deswegen, lässt sie ihn auch in Ruhe. Wenigstens etwas. Aber durch den ganzen Stress deswegen, ist mir etwas klar geworden. Mein Vater muss nicht so schlecht sein, wie sie es empfindet. Vielleicht sieht alles ganz anders aus. Ich muss die Antwort wissen, solange er lebt. Wer weiß, wie es in Amerika  aussieht.

Ein schlechter Mensch?

Bin ich ein schlechter Mensch? Manchmal frage ich mich, ob in mir auch diese Kriminellen Gene stecken von meinem Vater. Es ist blöd zu spekulieren, wenn ich doch nicht wirklich etwas weiß. Ich bin 17.  Was weiß ich schon vom Leben? Menschen kommen und gehen. Geld hier, Geld da.  Man muss Wählen zwischen gut und böse.  Ganz einfach, nicht wahr? Meine Eltern wissen ja, wer gut und wer böse ist. Auf die sollte ich hören. Ob mein Stiefvater schon alles über ihn weiß? Bestimmt hat er davon gehört, aber gefragt habe ich ihn nicht. Ich versuche, mich da so weit es raus zu halten.  Ich habe damit abgeschlossen. Kein hin und her, keine unnötigen Streitereien. Ich werde etwas kühler sein, aber besser so, als mein Herz zu verlieren. Ich habe genug Probleme und er auch. Machen wir uns doch nicht gegenseitig zum Problem. Ich kann nicht schlafe, obwohl wir fast zwei Uhr morgens haben. Mir tut alles einfach wieder weh, ich hasse es. Ich kann nicht mal schlafen. Ich bin nicht so ein Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht oder gerne jammert. Deshalb habe ich das hier. Alles aufzuschreiben hilft mir, mich selber zu verstehen. Wie lange habe ich diesen Blog eigentlich schon? Seit dem ich 14 bin, krass. Wenn ich mir die scheiße durchlese, die ich vor drei Jahren geschrieben habe, könnte ich meinem früherem Ich gerne mal in die Fresse schlagen. Da hat man gemerkt, dass es mir gut ging. Ich habe mich aufgeregt, dass ich in der Schule in der zweiten Reihe sitzen musste! Was ein Weltuntergang! Und jetzt beschwere ich mich über Chronische Schmerzen. Ist ja fast das selbe. Ich frage mich, wie Max es mit mir ausgehalten hat, wenn ich auf jede Kleinigkeit geachtet habe. Man tut er mir jetzt leid. Naja, er hat mich wohl echt geliebt. Wieso habe ich ihn verlassen? Ach ja, da war ja was. Er gehört jetzt auch zu den Leuten, die  ihrer Freizeit sich die Birne weg kiffen und rauchen. Dabei weiß ich noch, wie er solche Menschen abstoßend fand. Es tat echt weh, ihn zu Grunde gehen zu sehen. Was denkst du dazu Moni? Du liebst deinen Sohn bestimmt immer noch, auch wenn er jetzt seit dem du Weg bist, viele Fehler gemacht hat. Ich denke manchmal auch an dich. Immer wenn ich eine Kerze in der Kirche anzünde, dann sehe ich ich dich vor meinen Augen. Dein Sohn vermisst dich, ich hoffe, Gott beschützt dich.  Leider konnte ich deinen Sohn nicht retten, ich habe ihn aber gerne geliebt. Ich hoffe, du konntest es von da oben auch sehen. Ich hoffe, dein Sohn findet eines Tages wieder eine neue Liebe, ich wünsche ihm nur das beste. Menschen die kiffen, sind keine schlechten oder dumme Menschen. Ich bin total dagegen..weil ich meine erste Liebe dadurch verloren habe. Ja Max, ich meine dich. Ich habe dir in die Augen gesehen und sah nur noch diesen rausch in deinen Augen, diese Leere, diese Dunkelheit. Was ich am kiffen besonders hasse? Das einem alles egal wird. Ja Max, ich habe dich zur Schule immer geweckt, weil du nicht mehr hingehen wolltest. Das kiffen hat deine Gefühle zu mir getäubt. Du meintest, du weiß nicht mehr, ob du mich liebst. Und zack mach ich was mit jemand andere, schon kommst du angerannt und willst das beschützen, was dir gehört. Ich konnte das nicht mehr, es tut mir leid. Und als du mich verloren hast, bist du vor mir auf die Knie gegangen. Du hast geweint. Ich auch..aber erst, als du gegangen  bist. Ja das ist schon über ein Jahr her.  Und in der Zeit ist so viel passiert. Yeah, krank sein ist super! Scheiß Noten bekommen auch! Die Eltern enttäuschen noch mehr!  Ich hoffe, ich  enttäusche Gott nicht. Ich bin ehrlich in der Liebe, Loyal zu meinen Freunden und gutmütig zu Menschen. Ich will Menschen helfen. Meine Familie ist mir heilig und ich kämpfe für sie. Ich habe gelernt, Mensche nicht sofort  zu verurteilen, dazu hat er beigetragen, danke, wirklich. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, ich bin ja nicht perfekt. Aber krank zu werden, war nie mein Ziel. Ich rauche nicht, ich trinke nicht viel und ich ernähre mich gesund. Wieso lässt du mich dann leiden Gott. Was habe ich im Leben falsch gemacht? Bin ich in deine Augen kein guter Mensch?

Müde.

Kenn ihr das, wenn man an alles zweifelt? Das habe ich in den letzten Tagen sehr oft erleben müssen. Ich weiß auch nicht, aber ich bin müde.  Seit Sonntag sind meine Schmerzen schlimmer geworden. Uns wurde zwar gesagt, dass wir nicht daran denken sollen aber scheiße, dass macht mich aus. Es ist alles so unglaublich schwer für mich zur Zeit. Ich muss mich um so viele Kleinigkeiten bemühen. Ich habe ihn verletzt. Das war nicht mal meine Absicht. Ich wollte nie, dass er es sieht. Ich meine, dass ich krank bin. Aber die normalen Menschen, haben für unsere Krankheit nur kurz ein Auge darauf. Nach einer Woche, haben sie es fast schon wieder vergessen und motzen rum, wenn wir schlecht drauf sind. Ich will nicht jammern, sie kennen diese Schmerzen nicht. Und kein Mensch der Welt sollte so etwas empfinden. Ich habe jetzt wirklich überall Schmerzen. Das hat sich alles weiter ausgeprägt. Ich hab jetzt sogar Chronische Bauchschmerzen, nice. Warum Gott? Warum ich? Was habe ich falsches getan? Du bestrafst mich, in dem  mir eine unheilbare Krankheit gibst und an die mein Körper nicht sterben kann. Wieso? Ich will nichts besonderes sein. Ich will nicht in meinem Zimmer hocken und alleine sein. Ich will nicht so wenig kraft haben. Ich bin müde Gott. Ich kämpfe doch jeden Tag, um ein guter Mensch zu sein. Ich sterbe jeden Tag in mir. Ich weine mich Nachts in den Schlaf, weil ich nicht liegen kann. Ich kann nicht mehr feiern gehen, ohne total abwesend zu sein. Ich werde mir immer fremder. Und besonders tut es mir weh, wie ich die Menschen um mich herum behandel. Meine Schwester schmeiße ich immer aus meinem Zimmer, weil ich alleine sein will. Mit meinen Freunden treffe ich mich kaum noch, melden tue ich mich fast nie bei ihnen. Und ihm..ich würde ihm gerne so vieles sagen. Ich würde ihm sagen, dass ich ihn brauche. So eine Umarmung, als ich diesen Anfall hatte. Er tut mir gut. Aber ich habe es vergeigt. Ich war  gemein zu ihm, so will ich gar nicht sein. Er ist mir doch so wichtig. Wieso guter Gott, wieso hast du dich nicht einfach entschieden, mich zu töten? Anstatt mir eine Krankheit zu geben, hättest du mich einfach vor ein Auto werfen können. Aber du willst nicht, dass ich sterbe. Wieso willst du dann, das ich leide?

Endgültig

Langsam merke ich, was ich wirklich will. Das ich ihn kennengelernt haben sollte mir glaube ich etwas wichtiges zeigen: Wer ich bin. Und ich will nicht so sein, wie ich es jetzt bin. Mit jemandem zu schlafen, war mir schon immer wichtig gewesen. Das hört sich falsch an. Anders formulieren. Ich habe nur mit zwei Typen in meinen 17 Jahren geschlafen. Und ich hätte die Zahl vergrößern können. Ohne eingebildet zu klingen aber, die meisten Jungs sind ziemliche Arschlöcher und wollten mich nur ins Bett bekommen. Das Problem ist, dass sie es immer noch wollen. Warum sag ich nein? Weil ich nur mit jemanden schlafe, für den ich etwas empfinde. Wenn es nicht da ist, warum sollte ich mich dann nackt zeigen? Ich sehe den Sinn dahinter nicht.  Max und ich waren zwei Jahre zusammen und so eine wunderschöne Liebe, so viele schöne Erfahrungen, nehme ich mit ins Leben. Und ich bin stolz darauf, für das was ich denke! Sex ohne Liebe ist bullshit. Kiffen ist das dümmste, was ein Mensch machen kann. Zu saufen, weil man dann total betrunken ist und sich Filmrisse einfangen will, ist zum kotzen. So denke ich. Wieso zum fick mag ich ihn dann so sehr?! Er ist die Sorte Typ, die ich damals richtig scheiße fand! Das habe ich gestern zum ersten mal richtig gemerkt. Wir sind so verdammt unterschiedlich, diese tolle „Freundschaft“ gab es nie. Nein, von Anfang an war da was zwischen uns. ER hat angefangen mich zu küssen! Ganz am Anfang hat ER gesagt, er sei in mich verliebt! Dieser Typ macht mich so sauer! Und nein, diesmal meine ich es ernst. Ich werde den Kontakt nicht mehr stand halten, wenn er sich nicht mal bereiterklärt, vernünftig mit mir zu reden! Ich habe so oft nachgelassen. Bin so oft eingeknickt und habe mich um ihn gesorgt. Ich wollte so oft mit ihm normal über alles reden! Ihn hat das alles kalt gelassen. Jetzt bin ich diejenige , die das kalt lässt. Er kann mir noch so oft schreiben, mich so oft besoffen anrufen, ich werde nicht einknicken, bis er sein scheiß Schädel mal benutzt und sich Fragt, was ich für ihn bin! Ich bin es satt, die brave liebe zu sein, die immer das Gespräch zu ihm suchen muss. Es reicht! Wenn er nicht weiß was er will, kann er mich auch gleich in Ruhe lassen. Ich brauch dieses hin und her nicht.

Gott

Es passiert wieder. Ich fühle mich schrecklich. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Tag heute war beschissener wie schon seit langem nicht mehr. Es fing schon gestern Abend an, ich konnte einfach nicht schlafen. Nein, nicht weil ich wegen den Ferien eine andere Uhrzeit gewohnt war, wie die meisten in meinem Alter. Ich war müde. Ich wollte schlafen. Aber ich konnte nicht auf dem Rücken liegen. So etwas, hatte ich schon gut einen Monat nicht mehr. Mein Rücken war zu versteift und verkrampft um selbst etwas weichen wie mein Bett auszuhalten. Ein glück schlafe ich meistens auf dem Bauch, aber der Schmerz wollte mich einfach nicht schlafen lassen. Die Schmerzen traten danach in den Oberschenkeln auf und wanderten immer weiter  bis  meinen Füßen, die dann ganz heiß wurden. Irgendwann konnte ich sie kaum bewegen, sie waren so schwer und taten so weh. Und so habe ich mich also in den Schlaf geweint. Aber das war ja nur gestern Abend. Heute morgen habe ich fast den Bus verpasst, weil ich alles in Zeitlupe gemacht habe. Dann bekam ich zwei Klausuren zurück – beide 5. Man merkte es dem Mathe Lehrer an, dass er etwas Mitleid mit mir hatte. Er versuchte, mir Mut zu sprechen und meinte, dass die nächste Arbeit besser wird. Er meinte, ich sei so ordentlich und fleißig, er sieht, wie sehr ich mich bemühe. Aber die fünf in EW hat mich geschockt. Ich war mir so sicher, dass das ne drei wird. Für kein Fach habe ich mich so sehr bemüht wie dieses. Ich musste echt meine Tränen zurück halten. Was ist aus mir geworden? Wo ist das Mädchen, was nie ne fünf geschrieben hat? Wirklich nie! Und jetzt sind das meine ganzen Noten? Fünf hier fünf da? Ich habe mich so dumm gefühlt. Und ich habe dafür sogar gelernt. Ich war schon lange nicht mehr so enttäuscht von mir gewesen. Und mein Herz tat am meisten weh, als ich es meiner Mutter erzählt habe und sie total geschockt war. Tja, wieder im Badezimmer ne Runde heulen. Es tut weh, die Mutter immer zu enttäuschen. Ich finde es ja schon peinlich, dass ich krank bin. Welches Gehirn lernt denn bitte den Schmerz? Das braucht kein Mensch! Meine Mutter hat aber gesehen, dass ich geweint habe. Sie versuchte, auf ihre Art, mich etwas zu trösten. Das half mir, aber nur etwas. Später am Abend, als mein Vater von der Jagt kam, erzählte meine Mutter ihm natürlich alles und mein Vater sagte ernsthaft : Sie soll sich mal zusammen reißen, nicht mehr an diesem Arschloch hängen und endlich Erwachsen werden!“ Als ich das gehört habe, bin ich nach oben gerannt und hab dann wieder geheult.  Wieso bin ich so eine Enttäuschung für meine Eltern? Und was hatte er damit zu tun? Wollte mein Vater jetzt ihm die Schuld daran geben? Die checken es immer noch nicht das ich verdammt nochmal KRANK bin und ich deshalb so scheiße gelaunt bin oder kack Noten schreibe.  Meinen Eltern sage ich gar nichts mehr. Die lästern doch eh darüber, wie ich mich gegenüber etwas entscheide. Die tun mir doch am meisten weh. Nicht mal er hat mir so krass weh getan, wie meine Eltern heute an diesem Tag. Ich wollte mit meiner großen Schwester reden, ihr konnte ich immer alles erzählen. Aber als ich sie angerufen habe, meinte sie, dass sie mit ihrem Freund bei deren Eltern ist und gerade nicht kann. Eigentlich sollte ich sauer sein, aber ich kann nicht. Wie oft ist sie in mein Zimmer gegangen und hat gejammert, dass sie kein Freund hat. Ich wollte ihr nicht meine Probleme erzählen, während sie glücklich neben ihm sahs. Tja, also sitze ich hier, alleine in meinem Zimmer ohne das jemand weiß, dass ich nicht mehr kann. Gott entscheidet, wer leben darf und wer sterben soll. Aber wieso hat er mir eine Krankheit gegeben, wo man Körperlich nicht sterben kann aber trotzdem leidet? Wieso hat er entschieden, mich zu bestrafen? Hätte er mich gleich töten können, statt mich jeden Tag mit Schmerzen aufstehen zu lassen.

Schock

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich nicht schlauer werden aus den Ereignissen die mir wieder fahren.  Meine Mutter wollte mich zu einer perfekten Tochter formen. Seit dem wir Geld haben, hat sie sich total verändert. Als Roland weg war, da brauchte ich nicht viel. Ich war mit den einfachen Dingen glücklich. Aber als Jann kam, wollte meine Mutter plötzlich alles haben. Das Haus war der Anfang. Wir sind so oft gereist und ich hab schon einiges von dieser Welt gesehen. Und jetzt, da sie so ein reichen Mann hat, will sie, dass wir genau so werden. Meine Mutter sagt, sie würde ihn akzeptieren, wenn er mich besser behandeln würde. Die Wahrheit? Meine Mutter ist nie zufrieden. Max war so ein Gentelman, niemand hat mich so gut behandelt wie er, bis heute. Er war aufmerksam, gütig und liebevoll. Er war meine erste richtige Liebe, auf die ich bis heute stolz bin. Und ich war verdammt glücklich. Aber meine Mutter meinte, was er mir denn für eine Zukunft geben soll, wenn er nur ein Hauptschulabschluss hat. Und als Max Mutter gestorben ist, habe ich es verstanden, dass er oft in der Schule gefehlt hat und traurig war. Meine Mutter aber sagte, das wir kurz vor unserem Abschluss ständen und es ja nicht gut für seine Zukunft wäre und so nichts erreichen würde. So kalt, bin ich ein glück nicht geworden, weil wir Geld hatten. Und als ich ihn kennenlernte, kam mir sofort die Stimme meiner Mutter in den Kopf: er ist anders als wir“. Das stimmte aber war es denn so schlimm? Zum ersten mal in meinem Leben, wollte ich nicht so denken wie meine Mutter. Vielleicht hat mein Erzeuger was damit zu tun. Er war ganz anders als meine Mutter. Tja und da ich eine Mischung aus den beiden bin, bin ich dann doch froh drüber, dass mein Erzeuger gute Eigenschaften hatte. Wenn meine Mutter was nicht an mir gefällt sagt sie immer: das hast du nicht von mir“. Und? In letzter Zeit passiert das echt oft. Wahrscheinlich sieht sie mich an und sieht in mir etwas aufblitzen. Die Gene meines Erzeugers. Tja, dass ich die Tochter von einem Verbrecher bin sieht man mir nicht an was? Nein, meine Mutter wollte aus mir, sie selbst machen. Aber ich habe es satt, alles zu tun was sie mir sagt. Das sie über Leute schlecht redet, obwohl ich sie liebe. Das sie an allem an mir rum meckert. Wahrscheinlich denkt sie noch, dass ich diese wunderbare krankheit von meinem Erzeuger habe. Und weiß es jemand? Nein. Und jedes mal rufe ich mir in den Kopf, dass ich, wenn ich Mutter werde, nicht so sein werde wie sie.  Ich rede meine Mutter ziemlich schlecht. Dabei weiß ich ja, dass sie mich liebt.

Warnung

Ich war fast die ganze Nacht wach. Und wenn ich geschlafen habe, dann hab ich von ihm geträumt. Alle sagen, er ist schlecht. Sie sagen, dass er ein Versager ist und aus seinem Leben nichts machen wird. Stimmt das? Das ich über ihn nachdenke, ist ein Zeichen dafür, dass ich das nicht glaube. Er ist hart, wenn es darum geht, sein Vertrauen zu bekomme. Er lässt auch schwer jemanden an sich heran. Ich dachte am Anfang auch so wie alle anderen. Ich habe schnell über Menschen geurteilt,  die anders waren als ich. Meine Mutter hat mir das sehr gut beigebracht. Aber was hat meine Meinung geändert?  Ich habe in seine Augen gesehen und musste feststellen, dass mich für eine Sekunde etwas berührt hat. Und ich wollte wissen, wer dieser Mensch ist. Und je mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, desto mehr sah ich seinen Schmerz und Kummer. Ich sah,  wie kaputt er eigentlich war. Ich ich fand heraus, dass ihm meine Meinung, nicht egal war. Er war am Anfang sehr vorsichtig mit mir, wahrscheinlich wollte er nicht, dass ich alles von ihm sehe und dann gehe.  Und wenn es darauf ankam, war er für mich da. Unsere Beziehung ist echt kompliziert. Wir verlieren uns und finden dennoch zueinander. Aber warum? Ist das diese kaputte Liebe die ich in Büchern lese? Dieser kaputte Junge, der sich zu dröhnt und nichts als Mist macht und dann kommt dieses perfekte Mädchen und will niemanden außer ihn?  Bin ich echt in sowas gelandet? Es gab eine Geschichte, die ein gutes ende nahm zu dieser verdreckten Situation. 2000 Seiten über streitereien, Liebe und Verrat. Ich habe diese Buchreihe mit 15  Jahren gelesen und habe nur eins Gedacht: Diese Liebe ist ja total anstrengend. Esist schon traurig, dass ich mein Leben mit dem von einer Buchreihe vergleiche aber die Gedanken des Mannes, der in diesem Buch auch 20 Jahre alt ist..seine Gedanken ähneln den von ihm. Mag sein, dass ich dumm bin und mich alle vor diesem Menschen warnen.  Aber ich würde immer hinter ihm stehen. Egal was er getan hat, egal ob er wieder völlig betrunken ist. Ich würde ihn nicht verurteilen sondern einfach nur umarmen. Ich will ihn wieder haben.

Gut oder Böse?

Manchmal frage ich mich, ob ich alles falsch mache. Egal was ich tue oder verstehe, immer mach ich es falsch. Ich kann von mir behaupten, das ich ein guter Mensch bin. Vielleicht etwas stur und nachtragend, aber gut. Ich versuche in jedem Menschen etwas gutes zu sehen. Und bei einigen Menschen, habe ich schon längst aufgegeben. Vielleicht bin ich doch nicht so gut, wie ich vorgebe zu sein. Das meine Mutter vielleicht sterben könnte, hat mir ein neues Licht auf das gezeigt, wer ich eigentlich bin. Meine Mutter war schon immer perfekt. Sie war stark und hat alles für ihre Kinder aufgegeben. Sie hat versucht, mich immer glücklich zu machen, auch wenn wir damals nicht so viel Geld hatten. Und dann kam mein Erzeuger. Ein Versager, wie meine Mutter ihn genannt hat. Ein krimineller Versager. Er hat eigentlich alles verloren, was er geliebt hat. Er hat keine Familie mehr. Er hat immer nur Bier gesoffen und sein Geld für Zigaretten ausgegeben. Seine Eltern haben ihn verstoßen, weil er ein Straßenjunge war und ihm Regeln egal wurden. Selbst sein eigener Bruder, mein Onkel, hat sich gegen ihn gewendet und wollte ihn nie wieder sehen. Das einzige was er wirklich hatte, war ich. Ich war seine kleine Prinzessin gewesen. Ich weiß nicht, wieso er meine Brüder nie geliebt hat aber zu mir war er gut. Ich war seine einzige und erste Tochter gewesen. Und trotzdem ist er gegangen. Er wollte mich mit nehmen, ihm war alles egal, jeder einzelne außer ich.  Aber meine Mutter, so perfekt wie sie halt war, hat ihn ausgetrickst, so dass er nicht mehr zurück kommen kann und mich nie wieder sah. Eine Mutter, die ihr Kind vor einem Versager Vater retten wollte. Tja und jetzt sitze ich hier. Man könnte sich fragen, wieso ich ihn immer noch beschütze. Meinen  Vater meine ich nicht, sondern ihn. Ist er so wie mein Vater? Er hat ein Herz, ein gutes.  Das wusste ich sofort, als ich in seine grauen Augen blickte. Er ist ein ziemlicher Idiot aber verdammt, ich würde für ihn alles stehen und liegen lassen. Was ich an ihm so mag? Er hat eigentlich viele Fehler gemacht und mich oft verletzt, alle fragen sich, warum ich noch zu ihm halte. Ich liebe ihn. Auch wenn es mich zerreist, es einfach so zu sagen aber ich liebe diesen Typen. Und er könnte noch so viele zusammenschlagen. Und würde er hinter Gittern sitzen. Ich weiß wer er ist. Er hat Gefühle. Er will auch nur geliebt werden, wie jeder andere. Ich will ihn einfach nur umarmen und sagen, dass wir es schaffen können. Ich habe so Angst ihn zu verlieren. Ich will seine Stimme hören und wissen, das es ihm gut geht. Warum auch immer Gott wollte, dass ich an ihn glaube, ich tue es. Und jeder, der schlecht von ihm spricht, weiß nicht wer er wirklich ist. Der Mann, der mich aus der Menge raus gezogen hat und mit mir gelaufen ist. Der Mann, der mir so viel Respekt zeigt und mich immer um lachen bringen will. Ich mache mir was vor, wenn ich sagen würde, dass er ein schlechter Mensch ist. Aber Angst habe ich trotzdem, nicht vor ihm, sondern um ihn.

Tod?

Seit Montag habe ich das Gefühl zu ersticken. Naja, eigentlich seit Samstag. Seit er mich wieder da raus gelockt hat. Ich habe mich damit abgefunden, dass wir nie ein paar werden. Das es immer so sein wird. Meine eiskalte Maske sahs perfekt auf meinem Gesicht. Aber als er von Beziehung sprach, war ich total verirrt. Er wollte doch nicht aber jetzt schon? Ich hab es nicht ernst genommen, weil er betrunken war. Er hat mir so oft gesagt, dass er betrunken nur scheiße labert. Also wollte ich mir auch da keine Hoffnungen machen aber so stehen lassen wollte ich es auch nicht. Am nächsten Tag wollte er den Kontakt abbrechen und ich war verwirrter als den Tag  davor. Wieso auf einmal? Glaubt er, er tut mir nicht gut? Glaubt er, er sei kein guter Mensch? Oder er hat einfach genug mit mir rum gespielt und hat kein bock mehr auf mich. Da brach mein Herz nur ein kleines bisschen. Ich war es von ihm gewohnt, es tat nicht so sehr weh, er würde wieder kommen. Am Montag, hatte ich das Gefühl, als ob ich sterben würde, weil zwei Sachen mich völlig außer Bahn geworfen haben.  Ich hab etwas dummes gemacht, etwas, was mein Leben verändern könnt..und seins. Das wir miteinander geschlafen haben, war ja nichts neues. Aber er weiß nicht, wie mein Zyklus da. Ich erzählte der Frauenärztin mein Problem, wollte mir keine Sorgen machen. Aber ihre Miene sagte in diesem Moment mehr. Ich habe nämlich eine Pille zuspät genommen, weil ich eingeschlafen war und habe sie erst am nächsten Morgen dann nach genommen. Da es die 12 Stunden überschritten hatte, sagte sie mir, dass der Schutz für diesen Monat weg ist, da sich eine Eizelle befruchten könnte. Das war nicht mein Problem, ich habe nach dieser Panne nicht mit ihm geschlafen…aber davor. Ich habe kurz vor meinen Tagen, in der sogenannten Pillenpause mit ihm geschlafen. Sie  sah mich an und sagte: Das könnte zum Problem werden. Sie fragte mich aus und kam zu dem Ergebnis, dass ich auf meine nächste Regel warten soll und wenn sie ausbleiben, ich ein Test machen soll. Der Ultraschall wäre noch zu früh um irgendwas sehen zu können, wenn da was wäre. Und mit diesem schock, ging ich da raus und musste mich fassen. Ich musste mich anstrengen, nicht zu heulen. Ich sahs im Wartezimmer und musste noch auf meine Mutter warten. In diesem Wartezimmer waren so viele Baby Zeitschriften und überall hingen Baby Bilder in diesem Zimmer. Ich redete mir ein, dass das unmöglich ist. Aber selbst wenn meine Ärztin sich nicht sicher ist, weiß ich nicht mehr, was ich denken soll. Als meine Mutter nach einer gefühlten ewigkeit auch fertig war, waren wir beide vorne. Sollte ich das meiner Mutter erzählen? Aber da verschwand auch der Gedanke sofort. Sie würde mich umbringen. Sie sah aber nicht gut aus. Sie fragte, nach einer Überweisung und sofort wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Als wir zum Auto liefen fragte ich sie dann. Sie meinte, das sie knubbel in der Brust hat, auf den verdacht auf Krebs. Ich dachte sie will mich verarschen. Aber diese Stille im Auto war so erdrückend, dass ich gar nichts mehr denken konnte.  Werde ich Mutter oder wird meine Mutter sterben? Oder beides?  Im Auto lief mir schon eine Träne runter, alles drehte sich. Ich sah meiner Mutter an, dass sie auch mit den Tränen kämpfte. Das hab ich von ihr.  Als wir Zuhause waren, warteten mein Vater und meine kleine Schwester auf uns. Und als wir da waren, fing sie  an zu weinen. Ich nahm meine kleine Schwester mit nach oben um ihr das in Ruhe erklären zu können. Aber schon auf dem Weg, konnte ich nicht mehr. Meine Schwester sah mich an, musste auch weinen, weil ich weinte. Ich musste ein gutes Vorbild sein. Aber als ich ihr das gesagt habe, fing sie nur noch stärker an zu weinen und umarmte mich. Ihre einzigen Worte, die sie immer wiederholt hat waren : Ich will nicht, dass Mama stirbt!“ Nach diesem Tag, hatte ich das Gefühl zu sterben. Ich wollte es ihm sagen. Aber wie soll man jemandem sagen, dass er vlt Vater wird? Aber er will das nicht, dass hat er mich deutlich geschrieben. Er will keine Familie, er ist so tief in seinem Hass versunken. Wenn es sein muss und es wirklich stimmt, hau ich einfach ab, mein Kind soll nicht so leiden. Ich glaube er hat es geschafft, ich habe Angst vor ihm. Er ist nicht mehr der, der er er vorgegeben hat zu sein. Er ist wie mein Vater. Und wenn ich wirklich Schwanger bin, werde ich alles tun, um es zu beschützen. Er wollte keine Familie.

Erfahrungen

Man sagt, dass man mit dem Alter genug Erfahrungen sammeln kann, um sein Leben zu bestimmen. Das die Erfahrungen uns zeigen, was wir ein Mensch wir sind. Tja, mit 17 Jahren ist es vielleicht noch früh um zu sagen, was ich für ein Mensch bin. Und Lebenserfahrungen habe ich auch nicht so wirklich. Ich stehe sozusagen vom Ende des Jugendlichen darseins und vor dem Beginn des Erwachsen werdens. Und ich habe keine Ahnung, wie ich es angehen soll. Meine Krankheit und der Krankenhausaufenthalt haben mir aber ein kleines Licht gebracht in mein Leben, ein Licht welches ich folgen werde. Und das bin ich selbst. Ich habe gemerkt, dass ich mich zum Teil wieder gefunden habe. Meine Krankheit ist entstanden, weil ich ganz still war. Angst war mein größtes Gefühl in mir neben dem, meine Mutter zu enttäuschen. Wer hätte gedacht, dass aus so viel Angst, krank werden kann? Das einzige was mich festgehalten hat, war die Liebe. Eine Sache habe ich aber wirklich gelernt: Ich bin gut, so wie ich bin. Und ich habe immer alles getan, damit die anderen glücklich sind, dabei habe ich mich immer total vergessen. Ich will Leben. Ich will frei sein. Und ich will eine Liebe, die niemals endet.  Heutzutage, ist sowas schwer zu finden. Aber die liebe steckt in so vielen Kleinigkeiten,  die wir gar nicht mehr erkennen. Der Unterschied zwischen Lieben und mögen?  Mögen ist der erste Schritt um zu Lieben. Und wenn man jemanden liebt, sorgt man sich um sie, mehr als um irgendwen sonst.  Aber woran erkennt man das alles? Meine erste richtige Liebe war unglaublich schön. Eine Erinnerung, die ich niemals vergessen werde. Diese Loyalität, dieses Gefühl was in einem geweckt wird und man sich gegenseitig beschützt. Das war mein Bild von der Liebe. Und eine wichtige Sache habe ich später gemerkt: man kann auch eine kaputte Seele lieben.

Krankenhaus?

Ich bin seit einer Woche und drei Tagen im Krankenhaus und darf jetzt das Wochenende zuhause sein, Sonntag um 16 Uhr muss ich wieder in der Klinik sein. Um ehrlich zu sein, kommt es mir nicht so vor, als wäre ich in einem Krankenhaus. Die Patienten um mich her rum, sind genau so wie ich. Man sieht ihnen die Schmerzen gar nicht an, die sie mit sich tragen. Aber ich weiß, wie sie sich fühlen und sie wissen, wie ich mich fühle. Natürlich habe ich da schon Leute kennengelernt, mit den ich oft die Zeit zusammen verbringe und es macht so viel Spaß mit ihnen, allerdings ist das auch total anstrengend. Meine Therapeutin versucht her raus zu finden, woher ich diese Schmerzen bekommen habe. Das ist immer eine emotionale Achterbahn. Bei den meisten Patienten auf der Station , ist nämlich geklärt, woher die schmerzen kommen. Bei mir ist das leider etwas komplizierter. Ich bin wenigstens aktiver geworden und war in den schwimm und sportstunden immer voll dabei. Naja, einmal hab ich die Kontrolle kurz verloren, beim Völkerball. Ich war von meinem Team als letzte im Feld und zwei Bälle waren auf mich gerichtet. Den einen von der Seite konnte ich gut ausweichen aber beim anderen, der hinter mir war, haben meine Beine nicht mehr reagiert und ich bin gestürzt. Was allerdings gut war, so ist der Ball über mir geflogen zu meinem Team und sie konnten sich befreien. Alle dachten, dass ich es mit Absicht gemacht habe und meine Sportlehrerin in der Klinik hat mich für diesen Einsatz gelobt. Was sie aber nicht wussten, war, dass das nicht meine Absicht war.  Dieser Sturz ging auch so schnell, ich weiß nicht mal mehr wie ich gefallen bin. Ich weiß nur, dass ich mich noch mit meinen Händen abstützen konnte und schon auf dem Boden lag. Das diese Krankheit gefährlicher ist als sie aussieht, habe ich in den ersten Tagen gesehen. Meine Zimmernachbarin, die heute entlassen wurde, lief mit Krücken durch die Gegend, als ich eingewiesen wurde. Eine kam vor zwei Tagen und sahs im Rollstuhl. Ich hoffe nur, dass es bei mir nicht schlimmer wird. Ich hab sogar schon ein gerät bekommen. Tens nennen wir es. Das muss man sich zwei mal am Tag, eine halbe stunde drauf machen. Es sind Stromschläge, die meine Muskeln im Rücken entspannen sollen, weil durch die Schmerzen mein ganzer Körper steifer wird. Das bekomme ich dann wenn ich entlassen werde, von der Klinik verschrieben für zuhause. Alles in einem, ist das schon ganz gut. Ich bemühe mich, jeden Tag.

Verrückt?

Ich hatte am 22 August,also vor ein paar Tagen einen Anfall. Es geschah Zuhause, ein glück. Ich fühlte mich nach dem aufwachen schon ganz komisch und ich hatte eine innere Unruhe und Angst in mir, die ich nicht erklären konnte. Ich hatte keine Schmerzen. Aber ich war trotzdem nicht ich selbst. Ich war wie eine Maschine, ausdruckslos und meine Augen waren leer. Als würde ich jemanden fremdes anschauen, als ich mich im Spiegel sah. Als ich mir was zu essen machen wollte, bemerke mein Vater mein komisches Verhalten. Ich antwortete ohne Gefühl und sehr langsam. Und als er mich ansah, liefe eine Träne meine Wange runter und ich fing an laut zu schreien und zu weinen. Ich sahs auf dem Stuhl und ich fing an zu zittern. Mein ganzer Körper bebte und ich wusste nicht wieso. Meine Hände zitterten so sehr, dass ich nichts mehr halten konnte. Mein Vater versuchte mit mir zu reden aber ich hörte ihn nicht richtig. Alles war laut und leise zugleich. Irgendwann hat es aufgehört. Ich konnte nicht mehr weinen, ich habe alle meine Tränen verbraucht  und all meine Kraft. Ich sahs da noch eine Ewigkeit, bis ich wie eine Maschine aufgestanden und in mein Zimmer gelaufen bin. Ein Anfall, der alles verändert hat. Seit dem, bin ich manchmal nicht mehr ich selbst und mir fällt es erst wieder ein, wenn es passiert ist. Ich kann hier nicht alles aufschreiben, was mir in den letzten Tagen für komische Dinge passiert sind. Das ist alles zu krass. Das krasse war ja noch gerade. Ich wollte von meiner Freundin nach Hause laufen. Als ich dann gerade vor meiner Tür stand, habe ich vergessen, wieso ich da rein wollte. Ich ging ein paar Schritte zurück, um mir das Haus an zu schauen. Ich sah das Haus, ich kannte das Haus. Aber ich wusste nicht, das ich dort wohnte. Ich weiß nicht, wie lange ich da vor stand und schaute auf den Boden und immer wieder links und rechts. Der Boden sah früher anders aus, die ganze Straße sah anders aus. Ich erinnerte mich an die Straßen, die neu gebaut wurden und schaute mein Haus nochmal an. Und da traf es mich, wie ein Blitz und plötzlich, wusste ich wieder alles. Und als ich es wusste, ging ich schnell rein und musste das hier aufschreiben. Seit meinem letzten Anfall, passieren die verrücktesten Dinge – oder werde ich verrückt?

Unsichtbar.

Manchmal hab ich das Gefühl zu ersticken, zu verzweifeln und bin mit allem ziemlich überfordert.  Es wird immer schlimmer. Meine Krankheit ist dabei, mich zu übernehmen.  Denn alles, was mir geholfen hat, hilft mir nicht mehr. Meine Novalgin Tropfen schlagen nicht mehr bei mir an und die Ärzte meinten eigentlich, dass es mir in den Ferien besser gehen wird, weil ich dann den ganzen Schulstress nicht habe. Leider, ist dies nicht der Fall bei mir. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer.  Ich habe das meinem Vater heute am Tisch erzählt, meine Mutter war da arbeiten. Eigentlich hasse ich es, meinen Eltern noch mehr sorgen zu bereiten aber ich kann schlecht lügen und sagen, dass es mir besser geht, obwohl es nicht so ist. Mein Vater war total sprachlos und wusste nicht so wirklich, was er sagen sollte. Ihm stand ein riesiges Fragezeichen im Gesicht geschrieben. Laut den Untersuchungen, bin ich auch eine gesunde junge Frau. Trotzdem stimmt was nicht mit mir. Meine Krankheit ist unsichtbar und stark. Wie lange kann ich dem stand halten?

Liebe, Glaube, Zuversicht

Die Frage ist schon vielen durch den Kopf gegangen: Weshalb bin ich hier? Ich glaube, dass jeder Mensch hier auf dieser Welt, zu etwas bestimmt ist. Nur müssen wir selber herausfinden, zu was wir bestimmt sind. Wir müssen uns selber finden, wohin wir hingehören und zu wem. Nur ist das alles  nicht so einfach und das Leben stellt uns wirklich viele Steine auf den Weg, wo wir uns eigentlich finden sollten. Ich werde nächstes Jahr verdammte 18 Jahre alt und weiß immer noch nicht, was ich werden soll. Die meisten in meiner Klasse, wissen ganz genau, was sie machen werden, einige bewerben sich sogar schon dafür. Leider kann ich mich gerade auf nichts konzentrieren, als auf meine Krankheit. Solange ich nicht drei Wochen in diesem Krankenhaus war, um mich stärker zu machen, mache ich keine Pläne für meine Zukunft. Ich meine, was ist wenn ich jetzt alles plane und alles im Kopf habe und am Ende die Therapie nicht bei mir anschlägt. Die Ärzte sagten mir bereits, dass diese Krankheit nicht heilbar ist und ich mein ganzes Leben lang damit leben muss. Es gibt nicht mal Tabletten, die meine Schmerzen vollständig betäuben. Ich habe nämlich gemerkt, dass Novalgin langsam nicht mehr bei mir anschlägt. Und wenn ich stärkere nehme, kann es meine innere Organe kaputt machen. Alles nur Müll. Wieso kann ich nicht einfach Windpocken bekommen, wie jedes andere Kind (nein, ich hatte es nicht als Kind) , oder irgendeine Allergie, wozu es Tabletten dafür gibt? Natürlich, Krebs ist schlimmer, aber wenigstens wissen die Ärzte dann, was zu tun ist. Als ich beim MRT war, habe ich gebetet, dass sie irgendwas finden, irgendwas, was man sehen kann. Aber das haben sie nicht. Meine Krankheit bleibt unsichtbar und fühlt sich trotzdem so echt an. Aber ich versuche, mich davon nicht runter zu ziehen. Ich kämpfe jeden verdammten Tag und stehe jeden Tag auf. Ich lächel sogar die Menschen an, die ich liebe.

Er war bei mir und hat bei mir geschlafen, als meine Eltern mal paar Tage weg waren. Wir haben viel geredet. Ich hatte das Gefühl, als hätte uns das näher gebracht. Eigentlich wollte ich mich von ihm fern halten, weil ich dachte, dass er kein krankes Mädchen an seiner Seite braucht. Aber er hat mir eingetrichtert, dass ich kämpfen soll. Er war richtig am verzweifeln, als ich sagt, dass ich das alles nicht mehr kann. Er hat dabei fast geweint, seine Stimme brach bei manchen Worten und sein Herz raste dabei. In diesem Augenblick, wusste ich, dass ich ihm wichtig war. Das seine Gefühle zu  mir noch da waren, wie meine zu ihm, war etwas gutes. Aber er ist auch gefangen. Das er sein Vater so sehr vermisst, wurde mir sofort klar, als wir das erste mal miteinander geschlafen haben, auf dieser Matratze. Da hat er das erste mal von seinem Vater gesprochen. Und beim letzten Treffen, war er total offen, lag vielleicht auch am Alkohol aber mir wurde klar, wie sehr ich ihn brauche. Und ich kann ihn nicht alleine lassen. Allerdings muss ich auch an meine Krankheit denken. Das sich zwei Menschen, die so unterschiedlich sind, dennoch stark was für den anderen empfinden, dass es sowas gibt, hab ich nur in diesen Büchern gelesen. Ich dachte mir, dass sowas überhaupt nicht möglich ist. Aber das erlebe ich ja selber. Ich weiß nicht was wir sind oder was wir eines Tages werden, ich weiß nur, dass man alleine nur halb so stark ist wie zusammen. Ich glaube an ihn, ich hoffe , das weiß er. Das Schicksal wollte, dass wir uns kennen lernen. Daran glaube ich.

Gefangen

Menschen unterschätzen ihre Gesundheit. Sie sagen ihr Leben sei scheiße, obwohl sie doch gesund sind. Wir Menschen suchen immer was anderes, was wir nicht haben, andere aber schon und sagen dann, dass man unglücklich ist. Wann ist man unglücklich? Viele fühlen sich allein gelassen und sie denken, keiner versteht sie. Sie lassen dir nicht mal die Möglichkeit, einen  zu verstehen. Aber so geht es mir ähnlich. Wie soll jemand meine Krankheit verstehen, wenn sie doch sowas nicht haben. Ich sehe doch ihre Blicke, wenn sie fragen wie es mir geht und es gar nicht wirklich wissen wollen. Wenn sie sich wundern, warum ich mies drauf bin, dabei vergessen sie immer, dass ich doch durchgehen schmerzen habe. Natürlich kann ich nicht immer lächeln und so tun, als sei alles in Ordnung. Aber sie vergessen das schnell. Sie sehen mich lachen und das ich unterwegs bin und was mit Freunden mache, deshalb denken sie, so schlimm kann es gar nicht sein. Das ich gefangen in meinem Körper bin, sieht keiner. Aber mal abgesehen davon, schlafe ich nicht besonders gut. Mein Kopf verarbeitet alles vom Tag und zeigt mir meistens das schlimmste, was mir passieren könnte. Heute war das nicht so. Ich habe von ihm geträumt. Diese Träume waren eigentlich ganz normale, wie wir in der Schule sitzen und uns kleine Nachrichten geschrieben haben. Es waren Erinnerungen, die mein Kopf für mich abgespielt hat. Schöne Erinnerungen, damit ich besser schlafen konnte. Wie wir zusammen im Bus sitzen und über Leute reden, die neben uns oder hinter dem anderen sitzen. Wie wir uns gegenseitig ärgerten und sein lachen einfach das schönste wahr. Wie er an seinem Geburtstag mein Geschenk aufgemacht hat und gesagt hat, es sei einer der schönsten Geschenke, was er jemals bekommen hat. Wie er mich danach so fest umarmt hat und ich ihn im Traum nicht los lassen wollte. Ich wurde einmal wach und bin danach wieder schnell eingeschlafen und wurde in seinen Armen wach. Mein Kopf hat wirklich schöne Erinnerungen behalten. Ihn neben mir liegen zu sehen und sein grinsen dabei, war einer meiner Lieblingsorte. Egal wie sehr ich mir sage, das ich ihn hasse und egal wie oft mich sein Verhalten die letzten Wochen abgefuckt hat, mein Kopf hat nur das wiedergerufen, was mich wirklich glücklich macht. Und als er mir gesagt hat, dass er mich liebt und mich fest gedrückt hat, wachte ich mit Tränen auf und musste realisieren, dass es nie wieder so sein wird. Damit komme ich klar, ich muss. Aber nicht nur mein Körper ist gefangen, sondern auch mein Herz.

Ruhe.

Ich war gestern bei einer Freundin, um meinen Kopf etwas frei zu bekommen. Die ganze Zeit hier rum zu sitzen und darauf zu warten, was als nächstes mit mir passiert, wurde mir zu blöd und weil sie mich praktisch angebettelt hat, konnte ich schlecht nein sagen. Das blöde an meiner Krankheit ist, dass ich nie weiß was als nächstes passiert. Bekomme ich wieder keine Luft oder sehe ich wieder nur Licht und kippe um? Keine Ahnung. Ich musste zu meiner Freundin zwei Stunden fahren. Fast zwei Stunden Bus und den Rest mit dem Zug. Sie holte mich am Bahnhof ab aber in der Zeit musste ich warten. Und da passierte es wieder. Alles wurde plötzlich so laut in meinem Kopf. So viele Geräusche umsingelten mich und ich bekam Panik. Mein Herz raste aus Angst, obwohl ich nur auf einen dämlichen Zug gewartet habe. Ich schaute mehrmals nach links und rechts, weil ich dachte, das ein Zug direkt neben mir fahren würde aber er war Meter weit entfernt. Und als mich ein Mann angequatscht hat, weil er etwas Kleingeld wollte, habe ich ihn praktisch angeschrien, dass ich kein Geld habe. Mir ging es besser, als ich meine Freundin sah, ich wollte ihr praktisch in die Arme rennen, weil ich so erleichtert war, sie zu sehen. Doch das tat ich nicht. Ich bin gut darin, meine Gefühle zu verbergen. Aber als ich dann Zuhause war, konnte ich nicht mehr. Es war super anstrengend ein Tag so zu tun, als sei alles in Ordnung. Ich hab bei ihr nämlich  geschlafen. Als  keiner heute zuhause war, setzte ich mich vors Fenster und schaute in meinen Garten. Ich fand es beruhigend , ich weiß noch wie ich als achtjährige durch den Garten gesprungen bin, damals war noch alles voller Gras und ich wollte immer ein Handstand machen. Ich kann nicht fassen, dass das alles fast 10 Jahre her ist. Ich war damals voller Energie und konnte rennen, ohne einen Schmerzanfall zu bekommen. Ich war einer der besten gewesen in Sport, ich war so glücklich. Egal ob meine Vergangenheit viele Sachen verdunkelt hat, zu rennen und zu lachen war einer meiner lieblings Dinge. Ich dachte über all die schönen Sachen nach, die ich in diesem Garten gemacht habe und dann hörte ich etwas. Es war ein rauschen in meinen Ohren und mein Kopf fing an zu drücken. Ich hasste es, ich konnte meine Finger kaum bewegen. Natürlich brach ich dann zusammen und fing an  zu heulen. Diese Krankheit macht mich einfach  nur noch kaputt. Und wo ich endlich dachte, ich kann es raus lassen, hat mich ein Nachbar gesehen und meine Eltern angerufen. Die dann mich angerufen haben. Und das schlimmste war noch, dass mein Nachbar noch bei mir klingelte und ich meine Tränen weg wischen musste und ihn überzeugen musste, das es mir gut geht. Ich kann es nicht meinen Eltern sagen, eigentlich will ich es niemanden sagen. Ich will nicht, dass alle denken, das ich verrückt werde. Das einzige was ich brauche, ist Ruhe. Heute ist auch zwei mal was in meinen Augen geblitzt. Es war für eine Sekunde hell und dann war es weg. Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt!

Schübe.

Vielleicht sollte ich mal nicht immer von diesen „Problemen“ reden, die man einfach zur Seite schieben kann, so wie ihn. Vielleicht sollte ich aus meinem Blog etwas machen, was mir sehr viel helfen kann. Meine Schmerzen aufschreiben. Es kommt immer so viel neues dazu, das ich gar nicht mehr hinterher komme. Seit neustem zum Beispiel, ist mein linkes Ohr ziemlich zu gut. Meine Ohren werden zwar empfindlicher aber manchmal denke ich bzw. höre ich, als sei das Geräusch direkt neben mir. Ein mal war ich draußen im Garten und das Fenster vom Schlafzimmer meiner Eltern war auf. Meine Mutter ist gerade rein gegangen und hat ihn gerufen und seine Antwort habe ich so gehört, als sei er direkt neben mir. Ich hab mich sogar erschreckt und dann nach links und rechts geschaut und meine kleine Schwester guckte mich schief an, weil sie nichts gehört hat. Sowas ist mir in den letzten Tagen mindestens ein mal am Tag passiert. Ich fange an, durch zu drehen. Wer glaubt einem sowas auch? Werde ich irre? Heute hab ich etwas neues dazu bekommen. Es war auch ein Schmerzpunkt aber er tat nicht nur weh. Er war an meinem Kopf, an der rechten Gehirnhälfte. Ein Schmerzpunkt der sich anfühlte, als ob ein Punkt von meiner Gehirnhälfte anfängt zu brennen. Er fühlte sich so heiß an und als ich mit meinen Fingern auf die stelle fasste, fühle es sich an, als ob ich meine Finger verbrennen würde, an meinem KOPF! Der Schmerz war unerträglich. Schlimmer als die ganzen normalen Schmerzen, die durch meinen Körper wandern. Ich brannte innerlich. Und das machte mir Angst und ich brach zusammen. Tränen liefen einfach so runter, als ich versuchte, meinen Kopf an zu fassen, ohne mich zu verbrennen. Ich werde irre. Was passiert noch? Was soll noch passieren? Wie viel soll ich noch mit mir rum schleppen? Schmerzen sind die eine Sache. Brennenderschmerz ist noch schlimmer. Ich fühle mich schlapp, habe kein Hunger mehr, muss brechen wenn ich zu viel esse, mir wird oft schwindelig und ich bekomme Atemnot oder Herzrasen, ich habe vor meine Träume Angst, kann nicht durchschlafen und schlechter einschlafen seit neustem. Fuck man und ich bin so unglaublich wütend und bekomme manchmal Anfälle, in den ich mich selber nicht mehr wieder erkenne. Was passiert mit mir? Vor einem Jahr war das nicht so, da war noch alles halbwegs gut. Aber jetzt ist meine Tägliche Aufgabe, nicht vom Schmerz besiegt zu werden..und ich hasse es.

Gedanken.

Meine Krankheit ist gerade das einzige, was mich wirklich unter druck setzt. Ich dachte, dass nach meiner grausamen Kindheit, alles besser wird. Ich glaubte daran, dass alles gut werden wird. Ich habe als kleines Kind jeden Tag gebetet. Ich wollte immer so sein, wie die anderen Kinder. Ich wollte frei sein, aber ich war gefangen. Kinder sollten nicht mit Angst im Gefühl nach Hause gehen. Kinder sollten keine Angst zuhause haben. Kinder sollten lachen und im Dreck spielen. Man muss ihnen zuhören und ihnen ganz viel Liebe schenken. Aber das konnte ich nicht zu dieser Zeit. Ich erinnere mich als das Monster zum ersten mal unsere Wohnung betrat. Damals hatte ich noch keine Angst. Warum sollte man sich als vier jährige auch gedanken machen, über einen Mann, den meine Mutter kennengelernt hat. Meine Mutter war nicht mehr alleine und sie sah glücklich aus. Meine große Schwester durfte mal alleine raus, ohne ihre kleine Schwester mit zu schleppen. Aber dann, als er bei uns einzog, zeigte er sein wahres Gesicht. Ich verstehe nicht, wie ein Mann, der selber Kinder hatte, einem Kind so viel Angst und Schmerzen hinzufügen konnte. Ich brauchte  nur eine Sache falsch zu machen und schon wurde ich angeschrien und ins Zimmer geschubst. Manchmal sperrte er mich auch auf den Balkon aus und da sahs ich eine Ewigkeit in der Kälte im regen, wie ein Hund. Seine Faust hatte die genaue größe meines kleinen Magens gehabt, wo er immer drauf einschlug. Nur dann, wenn ich  mit ihm alleine war. Er drohte mir, wenn ich was meiner Mutter sagen würde, würde er etwas schlimmes tun. Und so wurde ich ganz still. Ich betete zu Gott, jeden Tag. Ich wollte nicht so leben. Meine Mutter hat es aber selber her raus gefunden, als sie mich umzog, sah sie die vielen Flecken auf meinem Rücken. Dann zogen wir um, aber er folgte uns. Er drohte mir noch mehr, er würgte mich, wenn ich irgendwas sage, dass er nicht nur mir, sondern meiner Mutter was antun wird.  Ich habe jeden Tag geweint. Und dann endlich hat sie ihn ganz raus geschmissen und ich konnte ich in meiner Wohnung wieder wohl fühlen. Dann mit fünf kam mein Stiefvater. Ich hatte so eine Angst vor ihm. Aber er gab sich richtig viel Mühe, um mein Vertrauen zu gewinnen. Bis ich ihn eines Tages Papa nannte. Mit elf habe ich die Wahrheit über meinen Erzeuger erfahren. Es fühlte sich an, als würde ich sterben. All die grausamen Dinge die er getan hat, all die lügen die er mir erzählt hat. Es war, als ob jemand mein Herz raus gerissen hätte. Mit zwölf war ich so tief in der Depression, dass ich sterben wollte. Nichts ergab für mich einen Sinn, ich fühlte nichts mehr. Aber ich gab nicht auf. Ich glaubte daran, dass alles gut wird. Mit vierzehn hat sich zum ersten mal ein Junge richtig für mich interessiert. Er wollte nicht nur meinen Körper, er wollte mich als Menschen, mit Leib und Seele. Alles würde gut gehen, er hat mich lebendiger gemacht. Ich fühlte etwas, es war Liebe. Aber die endete auch, je älter man wurde. Und wenn eine Liebe stirbt, wird eine neue Liebe wieder geboren. Daran glaubte ich auch und ich hatte recht. Ich wurde mit allem fertig, Gott hat zu jedem schlechten was mir wiederfahren ist, mir etwas gutes Geschenkt. Aber meine Krankheit, da gibt es nichts gutes. Ich habe immer versucht, das gute zu sehen. Habe immer für alles und jeden gekämpft und mich stark gemacht. Aber irgendwie, sehe ich nichts gutes mehr. Da ist diese leere,die sich über meiner Seele verteilt. Meine Krankheit kann leider dinge hervorrufen, die meine Krankheit noch verschlimmern. Depressionen. Die Ärzte sagten zwar, ich hätte depressive Verstimmungen aber ich befürchte, sie wurden verstärk. Ich will nichts mehr machen, ich will nicht mehr kämpfen, ich will doch einfach nur glücklich Leben. Er meinte, er würde mich nur runter ziehen. Aber meine Krankheit zieht mich nach unten und ich sehe kein Licht mehr nach oben. Niemand reicht mir die Hand. Ich bin allein.

Los lassen?

Meine Gedanken schweifen immer mehr zu ihm, seit dem ich wieder Zuhause bin. Wie kann man jemanden vergessen wollen, wenn er keine 10 Meter von dir weg wohnt und Snapchat uns als einen gemeinsamen Punkt anzeigt? Es ist nervig. Vor allem, weil er mir mitten in der Nacht geschrieben hat, per SMS. Ich werde nicht schlau aus ihm. Bestimmt weiß er selber nicht, was er will. Bestimmt ist er total verwirrt. Und wieso nehme ich ihn wieder in Schutz? Egal was er macht, ob er mich verletzt oder mich wütend macht, immer verteidige ich ihn vor anderen, ich mache es einfach Automatisch. Mir gefällt es nicht, wenn andere Leute ihn schlecht reden und alle meine Freunde mir einreden wollen, ich soll ihn vergessen. Meine Eltern meinen auch, es ist besser, wenn ich ihn nicht mehr sehe. Ich soll an meine Krankheit denken. Die Worte von meinem Vater schallen in meinem Kopf „Der größte Schmerz in dir heißt Marvin!“. Stimmt das? Ist er die ganze Zeit der Auslöser gewesen? Das passt nicht zusammen. Meine Schmerzen und Probleme kamen schon, bevor ich ihn kannte.  Und wenn ich bei ihm war war ich immer glücklich und er hat mich immer zum lachen gebracht. Ich habe bei ihm gestrahlt. Mein Lieblingsort war neben ihm einzuschlafen. Er tat mir gut. Aber manchmal ging es ihm nicht gut. Ich merkte, wie sehr er sich angestrengt hat, mich glücklich zu machen. Er war aber selber am kämpfen. Mir kommen wieder die Tränen, er ist einfach mein Wunderpunkt. Als ich an dem Abend zu ihm gerannt bin, habe ich es trotz Schmerzen gemacht. Jeder Schritt war ein Messerstich, jeder Atemzug brannte in mir. Aber meine Liebe zu ihm, war größer als mein Schmerz. Aber als ich bei ihm war, ging alles viel zu schnell. Er hat nie meine Ausbrüche mit erlebt und als er nicht wollte, dass ich ging, bekam ich fast keine Luft mehr. Der Qualm von seiner Zigarette brannte in meiner Lunge und mir wurde schwindelig. In meinem Ohr fing es an zu rauschen und sofort wusste ich, was passieren wird. Ich würde zusammen brechen. Aber das wollte ich nicht bei ihm, er sollte mich nicht so sehen. Also lief ich schnell runter, meine Augen nahmen nur noch umrisse war, ich bin fast die Treppe runter geflogen. Als ich draußen war ging ich zum Spielplatz und legte ich dann da hin. Er war in sicherheit, nur deswegen bin ich zu ihm gerannt. Aber ich habe meine eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt, weil mir alles zu viel wurde. Soll ich ihn los lassen? Was ist wenn er wieder nach mir ruft? Soll ich dann zu ihm laufen oder ihn einfach ignorieren?  Meine Krankheit wird immer schlimmer, er weiß davon nichts. Er soll es auch nicht wissen. Er soll nicht wissen, dass ich mich jeden Tag in den schlaf weine, wenn ich alleine bin. Ich vermisse ihn einfach nur und wünschte, ich könnte ihn noch ein mal umarmen. Ich habe Angst, ich brauche ihn. Ich habe angst , das meine Krankheit mich besiegt und ich ihn eines Tages nicht mehr sehen kann. Vielleicht ist es besser so. Vielleicht ist es besser, wenn er mich einfach ignoriert. Dann tut der Abschied nicht so sehr weh, wenn der Tag gekommen ist. Er braucht sowas nicht. Er braucht kein Mädchen, was einfach krank ist. Er braucht jemanden, der ihn hält. Ich wünsche mir so sehr, dass er jemanden findet, der ihn glücklich macht. Auch wenn mein Herz blutet mit jedem Wort, was ich schreibe, es ist das beste für ihn. Ich liebe ihn.

Ferien

Ich bin voll im Ferien Modus und genieße jeden einzelnen Tag. Seit gestern bin ich aus meinem Urlaub zurück und es war wunderschön! Wir hatten eine Luxus Wohnung und in jeden Zimmer war eine eingebaute Klimaanlage. Das heißt, wenn mir abends mal zu warm war, musste ich nur auf ein Knopf drücken und schon war es viel kühler. Wir hatten einen riesen Pool, der hatte sogar etwas Salzwasser! Und wenige Meter vor uns, war das Meer! Ich bekomme immer eine Gänsehaut wenn ich das große Meer sehe und das Salzwasser meine Nase kitzelt. Wenn ich das Meer sehe, sehe ich erst, wie riesig diese Welt ist und wie wunderschön sie sein kann.  Wir waren oft Essen, meine Eltern haben mehrere hundert Euro für unser Essen hingeblättert. Dann waren wir noch in einem Wasserpark, dort waren wir den ganzen Tag und da gab es so viele Rutschen! Der Spaß hat natürlich auch nochmal 130 Euro gekostet. Und am letzten Tag haben meine Eltern sich überlegt, eine Schiff fahrt zu machen, mit Essen und trinken inklusive! Dort fuhren wir in eine berühmte Stadt von Kroatien und waren da nochmal im Meer. Ich habe so vieles gesehen an dem Tag. Ich frage mich, wie viel meine Eltern für die Schiff fahrt bezahlt haben. Wir hatten echt leckeren Fisch gehabt und die haben zu dritt drei Liter Wein getrunken, während ich und meine kleine Schwester drei Liter Limonade hatten. Die war echt lecker.  Und nach dieser aufregenden Woche, war ich doch froh, wieder mein Haus zu sehen. Sofort habe ich mich mit meiner besten Freundin getroffen und wir haben gelacht bis zum geht nicht mehr. Allerdings war ich auch total müde gewesen, bevor wir nämlich um vier Uhr morgens gefahren sind, hab ich mir zwei Schlaftabletten genommen, um die fahrt über zu schlafen. Hat sehr gut funktioniert. Und dann, als ich mitten in der Nacht dringen aufs klo musste, hat er mir geschrieben. Es war über SMS, weil er mich auf Whatsapp kindischer weise blockiert hat. Er meinte „komm vorbei“ und die andere fünf minuten später „sorry falsche Nummer“. Wers glaubt. Er tut so, als sei ich ihm kack egal aber er braucht mich..und ich brauche ihn. Natürlich habe ich geantwortet und ihm ein kleinen Hinweis gegeben. Meine Eltern vereisen nämlich wieder Samstag früh und meine große ist dann schon umgezogen. Dann habe ich das ganze Haus für mich und er kann zu mir kommen und wir können reden. Ich hoffe, er denkt daran. Er soll nicht so tun, als sei alles in bester Ordnung und das ich ihm scheiß egal bin. Er soll es zu lassen.

Angst

Ich habe das Gefühl, dass etwas sich in mir verändert, dass irgendwas passiert. Meine Krankheit wird immer schlimmer, immer lästiger und anstrengender für mich. Nicht nur, dass ich am ganzen Körper Chronische Schmerzen habe, die hin und her wandern, kommen noch andere Dinge ins Spiel. Aber genau diese Dinge, entscheiden meine ganze Stimmung. Eigentlich haben die vor fast zwei Jahren leicht angefangen aber ich hab sie nicht ernst genommen, niemand hat das. Aber ich glaube, das waren die ersten Anzeichen von  meiner Krankheit. Mein Kreislauf ist im Arsch. Ich war immer sportlich gewesen und einer von den schnellsten gewesen in meiner Klasse. Aber irgendwann bekam ich im Schulsport keine Luft mehr und vor lauter Panik, fing ich  an zu weinen und viel zu Boden. Ich sah aus, als würde ich sterben, meinten meine Freunde. Ich schob es auf die Sporthalle, es war so drückend warm gewesen. Beim dritten mal, kippte ich aber draußen beim sprinten um. Und als ich im März glaube ich, einfach so im Unterricht umgekippt bin, war es eindeutig. Ein Monat später hatte ich dann auch diesen Schmerzschub, der bis heute nicht weg gegangen ist. Die Schmerzen hatte ich auch schon mal. Sie waren nur kurz da und verschwanden ganz schnell, also dachte ich mir nichts bei, vor allem weil ein paar Monate gar nichts kam. Aber jetzt wird meine Krankheit von Tag zu Tag schlimmer. Ich werde immer müder, mit jedem Tag. Ich schlafe nur noch im zwei Stunden Takt und hab schon seit Monaten nicht mehr durch geschlafen. Ich hatte gestern auch wieder vom rumliegen Herzrasen bekommen. Mein ganzer Körper schaltet sich immer mehr ab. Ich esse kaum noch was oder bekomme kaum noch was runter. Als ob mein Körper protestieren würde, dass ich was essen soll. Appetit hab ich manchmal aber wenn ich das Essen schon rieche oder nur ein wenig esse, wird mir schlecht. Als ob ich gleich alles wieder raus kotzen müsste. Selbst mein Kiefer versteift sich manchmal und es fällt mir schwer zu kauen. In den letzten Tagen habe ich auch gemerkt, dass meine Ohren sehr empfindlich wurden. Meine kleine vier jährige Cousine hat letztens mit einer Gabel die ganze Zeit gegen ihr Glas getrommelt und während alle nur am lachen und begeistert davon waren, zuckte ich bei jedem schlag zusammen und musste mir die Ohren zu halten. Ich werde auch immer Licht empfindlicher. Generell spielen mir meine Augen in letzter zeit oft Streiche, manchmal erkenne ich ohne Brille alles ganz scharf, sei es nur für 5 Sekunden. Und manchmal sehe ich mit meiner Brille alles verschwommen, auch nur für kurze Zeit. Irgendwas passiert mit mir, ich fühle es. Jeden Tag fühle ich mich schwächer und mein ganzer Körper wird von den Schmerzen immer steifer und schwerer. Ich träume ich schreckliche Dinge. Nicht mehr die gewöhnlichen Albträume, wo ich von dem Mann verfolgt wurde, der mich früher geschlagen hat. Diese Träume fühlen sich noch echter an, es sind Träume, wo ich sterbe. Träume, wo ich aufwache und Blind bin oder nichts mehr hören kann. Träume, wo ich zu viel gegessen habe und Blut auskotze. Träume, wo ich einschlafe und nie wieder aufstehe. Ich sehe meine eigne Beerdigung vor meinen Augen. Meine Finger tun gerade wieder weh, ich schreibe zu viel. Mein Rücken versteift sich wieder, ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Kann es doch sein, dass da mehr ist? Wenn ich ernster krank bin, als alle denken, dann kommt mir alles logischer vor. Diese ganzen Symptome , ich habe echt angst, dass ich eines Tages ins Bett gehe und nie wieder aufstehen werde. Deshalb versuche ich gerade, solange ich noch fit genug bin, mich um meine Freunde zu kümmern, mit ihnen Zeit zu verbringen und zu lachen. Ich hab das Gefühl, dass ich eines Tages nicht mehr die Kraft dazu haben werde. Alle sehen mich und höre mich lachen, sie denken so schlimm krank kann sie nicht sein. Das ist auch gut so, niemand soll mich deswegen anders behandeln. Ich mache das alles für meine Familie und für die Menschen die ich liebe. Ich möchte nicht das sie sehen, wie sehr ich leide. Ich wünschte nur, du würdest mit mir noch ein letztes mal richtig  Zeit verbringen. Denn ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde, dieses Kampf zu gewinnen. Ich wünsche mir nur ein Tag in deine Armen mit den Worten, dass ich es schaffen werde. Aber alles was mir bleibt, ist die Angst.

Zum scheitern verurteilt

Am Anfang hast du mir eine Gänsehaut verpasst, als ich dich gesehen habe. Du hattest diesen bösen Blick drauf, wenn du mal wieder nachdenkst. Ich wollte mich da eigentlich von dir fern halten. Dein Tattoo und deine Kreuz Kette haben sofort alle bemerkt. Es wurde über dich getuschelt. Meine Meinung zu dir änderte sich, als ich dir das erste mal in die Augen sah. Ich bin gegen dich gelaufen im Krankenhaus und wir beide starrten uns eine Zeit lang an. Du lächeltest schüchtern und bist an mir vorbei gelaufen. Ab da, habe ich meine Meinung über dich geändert. Du sahst dann nicht mehr so böse aus. Und ich wollte wissen wer du bist. Was dazu führte, dass ich mich in dich verliebte. Es war falsch, meine Mutter hat mich immer vor Typen wie dir gewarnt. Aber das erste mal, hörte ich nicht auf sie. Ich hörte auf mein Herz, auf meine Gefühle zu dir. Und als ich es wirklich wusste, wurdest du anders, distanziert und kalt. Es tat mir in der Seele weh, in der Schule wurdest du abweisender und keiner hat von dir richtig Notiz genommen, keiner außer mir. Niemand hat gefragt wie es dir geht und manchmal hatte ich angst dich zu fragen, ich wollte dir nicht auf die nerven gehen. Nach den ersten Schultagen fragte dich unsere Lehrerin, wen du schon alles kennst. Du zeigtest dabei nur auf mich und sagtest meinen Namen, dabei lächeltest du. Ab da kamen die Lehrer immer zu mir, wenn du Tage lang nicht zur Schule kamst und ich wusste nie was ich sagen sollte. Oktoberfest hast du gesagt, du hast dich in mich verliebt. Neben dir ein zu schlafen und auf zu wachen war das schönste für mich. Aber es war immer ein hin und her. Und jetzt hast du mich entgültig fallen gelassen. Ich dachte, als du meintest, dass du es versuchen willst, dass wir es endlich schaffen würden. Plötzlich sah ich eine Zukunft mit dir. Aber dir wurde alles zu viel und so hast du mich fallen gelassen, einfach so ohne eine richtige Erklärung von Angesicht zu Angesicht. Mir tat alles weh, nicht nur meine Krankheit brachte mich um, sondern noch mein Herz. Aber du willst es nicht zu geben, dass du mich brauchst. Du bist so ein Sturkopf, zusammen würden wir alles schaffen. Stattdessen rufst du nach mir, wenn du betrunken bist und sagst mir, ich soll dich nicht verlassen. Du hast mich verlassen. Aber ich bin trotzdem zu dir gerannt. Dich so zu sehen, am bluten, am weinen, dass du sagst du kannst nicht mehr, dass du mich brauchst, mein Kopf war durcheinander. Aber ich wusste, dass du es am nächsten Tag abstreiten würdest und du es nur darauf schieben würdest, dass du betrunken warst, hielt ich dich trotzdem im Arm fest. Du warst in dem Moment wie ein kleiner Junge, nicht mehr den Mann, den ich eigentlich kannte. Du warst verletzlich, du hast es zu gelassen. Und ich war froh darüber, dass du mich brauchtest. War es nur für diesen Moment. Du wolltest mir in die Augen sehen, dein Blick war voller Sehnsucht und Liebe, so kannte ich dich. Und du ließt mich erst gehen, als ich dich küssen sollte. Ich glaube du liebst mich noch, willst es aber nicht zugeben, du Idiot. Aber bald hast du mich so ganz verloren. Ich kann bald nicht mehr.

Schwangerschaft?

Ich muss mal meine Gedanken wieder fest halten. Ich bin 17 Jahre aber ich fühle mich nicht so. Und ich denke an dich Person die ich liebe. Ich frage mich, wie schnell alles schief gehen konnte. Wieso habe ich mich in ihn verliebt. Alles wäre so viel leichter gewesen, hätten wir uns nie geküsst oder miteinander geschlafen. Ich dachte eine Zeit, ich wäre schwanger von ihm. Meine Angst wurde größer als ich mich übergab und mein Unterleib nur geschmerzt hat, obwohl ich erst in zwei Wochen meine Tage erwarten sollte. Ich habe nichts mehr getrunken, nicht mal auf diesem Betriebsfest. Ich dachte wirklich, da wäre etwas in mir..und ich glaube ich hatte recht.  Ich habe niemanden davon erzählt, weil es nichts mehr geändert hätte. Ich hab ihm meine Vermutung erzählt, aber nicht, das ich es vermutlich verloren habe. Als ich meine Tage hätte bekommen sollen, dass war da, wo ich noch nichts wusste, war meine Blutung komisch, anders. Da fand die Einistungsblutung statt vermute ich. Meine Brüste fingen an zu ziehen und mein Unterleib drückte nur an einer Stelle. Ich wusste nicht, was mit mir passierte, ich schob es auf die Krankheit. Aber was drei Wochen später nach dieser Blutung passiert ist, habe ich mich nicht getraut zu sagen. Ich bekam ein Schmerzanfall unten im Unterleibt. Ich war allein und hatte noch nie so starke schmerzen da unten empfunden. Kurz danach, breitete sich der Schmerz am ganzen Körper aus, von meiner Wirbelsäure bis hin zu meinen Fingern. Ich dachte echt, ich sterbe. Mein Kopf und mein Unterleib brachte mich um. Als ich ins Badezimmer rennen wollte, weil sich alles drehte, tropfte Blut auf den Boden. Ich bekam Nasenbluten. Als ich die Blutung stoppen wollte und mit einem Tuch durch die Gegend lief und meine Eltern anrufen wollte, passierte etwas da unten. Es fühlte sich an, als ob ich auslaufen würde. Als ich nachschaute..war auch da Blut, mitten in der Pillen zeit. Danach war der Schmerz in meinem Unterleibt verstummt und mein Körper beruhigte sich wieder von diesem Erlebnis. Ich rief meine Eltern nicht mehr an. Ich sagte niemandem davon was. Nicht den Ärzten, nicht meinen Freunden, nicht ihm. Ich konnte nicht darüber reden. Ich wusste nicht mal selbst, was da passiert ist. Eine Woche später, bekam ich dann meine normale Blutung wieder, sie war nicht komisch, sie war normal. Die bedenken, dass da vielleicht etwas war, das es in mir gelebt hat und dann in mir gestorben ist, mein Körper hätte das nicht ausgehalten. Ich habe seine  Schmerzen gespührt, als er gestorben ist. Aber das bin ich auch fast, ich werde niemals diese Schmerzen vergessen und das Blut, was mir von der Nase runter lief, mein Gesicht, was kreide Bleich war. Wenn ich ihm das sagen würde, wüsste ich nicht, wie er reagieren würde. Aber vielleicht ist es besser wenn er nichts weiß. So schütze ich ihn vor noch mehr kummer.

Verlust oder ein Geschenk?

Wir Menschen verlieren oft bestimmte Dinge, nur realisiert man das erst später. Aber vielleicht ist Verlust gar nicht mal so schlimm. So konnte ich dich kennen lernen. Wir beide haben etwas gemeinsam. Schon von Anfang an ist mir das aufgefallen, als du mir das erzählt hast. Wir haben beide einen Verlust erlitten, unsere Väter. Du verlorst deinen besten Freund. So wie du mir das erzählt hast, war er alles für dich und du hast ihn verloren in der Zeit, wo du ihn am meisten gebraucht hättest. Er war einfach nicht mehr da, von heute auf morgen. Ich weiß nicht, wie viele dir das schon gesagt haben aber ich verstehe dich. Auch ich verlor mein Vater aber auf eine andere Art. Ich hatte ihn nie richtig. Ich habe fast keine Erinnerungen mehr an ihm. Ich kenne das Gefühl gar nicht, wenn man sich komplett fühlt. Was ist das für ein Gefühl? Erinnerst du dich noch daran, als du komplett warst? Ich weiß nur, das er mich nie geschlagen hatte, das kam später von jemand anderem. Aber das ist egal jetzt. Er war aber auch von heute auf morgen nicht mehr da. Er verließ mich aber es war seine Entscheidung. Und plötzlich stand ich da alleine mit meiner Mutter und meiner großen Schwester. So wie du. Als ich fünf war habe ich meine Mutter gefragt, was ein Papa ist. Ich war damals noch ein Kind, ein Kind ohne Vater.  Du kennst das gar nicht, du kennst mein Leben in saus und braus. Ein Haus, jedes Jahr Urlaub in einem anderen Land, neue teure Sachen, etwas was nicht selbstverständlich ist. So hast du mich kennengelernt. Ich war die Tochter eines Polizisten. Aber ich hatte auch ein einfaches Leben. Als ich kein Papa mehr hatte. Als ich nur meine Mutter und meine große Schwester hatte. Ich war trotzdem glücklich, vor allem als meine Mutter den Mann raus warf, der mich geschlagen hat. Ich wollte nie ein Mann in meiner Familie, sie waren alle Verräter. Männer sind grausam und egoistisch. Durch ihn wurde ich so still, kein Mann hat mich gehört auf dieser Welt. Kein Mann hat mir zugehört. Kein Mann schenkte mir Liebe. Zu meinem Stiefvater habe ich keine großartige Bindung. Nicht so eine, wie es meine kleine Schwester hat. Ihr hat man immer zu gehört, sie kennt es nicht anders. Meine Mutter war nie zuhause und wir wohnten in einer kleine Wohnung, mitten in Bochum. Sie war arbeiten, fast jeden Tag. Aber ich war nicht allein. Meine große Schwester hat sich um mich gekümmert. Ich war fünf und meine Schwester zehn. Wo wäre ich wohl ohne meine Schwester gewesen? Das fragst du dich bestimmt auch manchmal, unsere Schwestern sind einfach großartig. Sie tun so viel für uns und haben unsere Kindheit nicht ganz so trostlos gemacht. Und sie würden alles für uns tun, das weiß ich, weil ich auch alles für meine kleine tun würde.  Aber ich frage mich was schlimmer ist. Ein Vater der gegangen ist und ein echter Vater war oder einer ein Vater, der freiwillig gegangen ist. Was tut mehr weh? Ein Freund verloren zu haben oder ein Verräter, der eigentlich dein Freund hätte sein sollen? Natürlich kann man das nicht vergleichen. Ich würde nie was rückgängig machen wollen, du aber schon oder? Was wäre, wenn mein Vater nie gegangen wäre, wenn er wie dein Vater immer da gewesen wäre? Dann würden wir uns wahrscheinlich gar nicht kennen, dann würde ich nicht neben dir wohnen und wir würden nicht immer zusammen Bus fahren zur Schule. Ich wäre nicht in deinem Leben. Vielleicht wäre ich komplett gewesen damals. Aber mit dir bin ich es. Du weißt nicht wie ich mich freue, wenn du mir zuhörst. Wenn du auf Kleinigkeiten achtest. Wie ich mich bei dir sicher fühle. Ich habe keine Angst vor dir. Vielleicht werde ich es dir nicht direkt sagen und du wirst es auch nicht hier lesen, es ist für mich. Hätte ich die Wahl zwischen dir und meinem Vater, würde ich dich nehmen. Aber das könntest du nicht sagen. Ich würde es dir gar nicht übel nehmen. Ich kann ihn nicht ersetzen aber ich lasse dich nicht alleine, ich will dich beschützen, weil ich dich liebe, nur dich liebe. Ich habe dich als Geschenk bekommen, Gott hat mir dich gegeben als ausgleich von meinem Vater. Er wollte mir Liebe schenken. Und ich würde es nie ändern wollen. Ich weiß nicht, ob wir eines Tages eine Familie werden, vielleicht ist es noch zu früh um das zu sagen. Aber im hier und jetzt will ich nur eins, das du mein Mann bist und mich beschützt. Ich verspreche dir, dass ich dann deine Frau bin.

Kämpfen

Schmerz. Ein Wort, wo sich jeder etwas darunter vorstellen kann. Jeder hatte schon Schmerzen. Wenn man als Kind hingefallen ist und sich die Kniee aufgeschlagen hat, wenn man sich wieder an seinem Bett gestoßen hat oder unsere Liebe uns das Herz gebrochen hat. Und immer gibt es eine Reaktion . Als Kind weint man, wenn man sich stößt Flucht man und wenn jemand einem das Herz bricht, dann weint man. Aber was ist mit den Schmerzen die immer da sind? Chronische Schmerzen. Was passiert da? Jeder gesunde Mensch, der nicht solche komischen Schmerzen mit sich trägt, unterschätzen sie. Sie sagen, man steigert sich zu sehr rein oder bildet sich alles ein. Ja, man redet sich alles schlimmer als es ist. Diese Menschen, die keine Schmerzen haben wollen einem Weis machen, wie man sich fühlt. Aber das können sie nicht. Sie sagen, man muss gegen den Schmerz kämpfen. Seit wann muss man gegen sich selbst kämpfen? Wer hat uns das beigebracht? Von klein auf wurde uns alles gezeigt, alles beigebracht was wichtig ist. Laufen, sprechen , nicht ans Feuer gehen..alles wurde uns beigebracht damit wir eines Tages selber Leben können. Aber wer hat uns beigebracht, gegen sich selbst zu kämpfen? Schmerzen gehen vorbei, dass sagte Papa immer, wenn man hingefallen ist. Aber ich  bin nicht hingefallen, ich sollte keine Schmerzen haben, Papa. Mama sagte immer, ich soll vorsichtig sein, damit mir nichts passiert. Aber Mama, ich war immer vorsichtig, wieso ist mir dann trotzdem etwas passiert? Weil man nicht immer alles weiß. Es gibt Dinge im Leben, die suchen einen Menschen aus, der lernen muss dagegen zu kämpfen. Damit er eines Tages den Menschen beibringen kann, wie man kämpfen muss. Ein Schmerzsyndrom. Ja eine Schmerzkrankheit. Das ist etwas seltendes, ein Phänomen wie meine Ärztin es beschrieben hat. Wollte ich das? Wollte ich ein Phänomen sein? Diesen Schmerz kann man nicht beschreiben. Er ist da, immer. An den verschiedensten stellen. Wann hatte ich keine Schmerzen? Ich hab sie jeden Tag. Jetzt sind es  gerade meine Finger und Hände, obwohl ich nur das mache, was Menschen jeden Tag machen. Im Internet sein. Im Krankenhaus Menschen zu helfen, tut weh. Es fühlt sich an, als ob tausende Nadeln gegen meine Hände gebohrt werden, nur weil ich einem Menschen helfen wollte, auf zu stehen. Mein Hals tut weh, einfach so. Manchmal lasse ich Dinge aus meiner Hand fallen, selbst mein Handy. Manchmal erkennt man es. Manchmal lassen wir zu, dass andere Menschen unseren Schmerz sehen. Aber wenn man einfach nur da sitzt und jemand fragt, warum wir so komisch gucken..eher traurig, was denkt ihr euch dabei? Nichts. Weil ihr sowas nicht kennt. Sollen wir jede Sekunde vor schmerz zittern? Sollen wir in der Klasse einfach anfangen zu weinen? Wir gucken so, weil wir kämpfen. Das ist kämpfen. Wenn die Schmerzen einen umbringen können aber wir trotzdem einfach da sitzen und sogar ein Lächeln von uns geben. Alle sagen, man soll kämpfen. Aber das tuen wir schon die ganze Zeit. Nur, wurde uns das anders beigebracht und deshalb sehen die anderen Menschen das auch nicht. Wir sind verdammt nochmal Krank! Warum gucke ich wohl so? Weil ich Schmerzen habe! Soll ich es mir jeden Tag auf die Stirn schreibe? Will ich Aufmerksamkeit dadurch? Nein, aber sowas, solche Sätze und Fragen kann man sich sparen. Du bist nicht Krank, du leidest nicht so wie ich. Denk daran, wenn du dir das nächste mal denkst, warum ich so traurig gucke. Ich versuche vor dir zu Lächeln , siehst du es nicht? Ich kämpfe.

Beste Freunde?

Man sagt, das Freundschaften etwas tolles seien. Das man sich so nicht alleine fühlt und man immer jemanden zum reden hat. Das der andere, genau so durchgeknallt ist wie man selbst und das man sich nicht  verstellen muss. Man kann so sein, wie man wirklich ist. Man redet über so viele Dinge mindestens tausendmal und die sind immer wieder besonders, vor allem die Gespräche bis spät in die Nacht. Und man weiß, das man sich in diesem Moment frei fühlt. Bestimmt sind Jungs Freundschaften wesentlich lockerer als die von Mädchen aber Jungs sind genau so. Eine Freundschaft zwischen einem Mädchen und einem Jungen ist genau so. Oder nicht? Vielleicht sind normale Freundschaften nicht so aber wenn man einen besten Freund hat, dann schon oder?

Ich kenne dich schon lange aber wir wurden nicht sofort Freunde. Das weißt du selber. Als wir in der achten Klasse zusammen in den Mathe G-Kurs geschmissen wurden, lernten wir uns erst richtig kennen. Wir waren vielleicht so 15 Schüler in diesem Kurs, wenn nicht sogar weniger. Zuerst sahst du neben meiner Feindin und als sie in den E-Kurs wechselte, sahst du vor mir mit einem anderen aus unserer Klasse. Dieser Mathe Lehrer konnte einfach nicht erklären und da drehtest du dich das erst mal zu mir um und fragtest, ob wir diese Scheiße verstehen würden. Du schautest dabei mich an und nicht die, die neben mir sahs. Du hast dabei gelächelt. Dieses Lächeln habe ich schon lange nicht mehr gesehen wenn ich mich zurück erinnere. Wo ist dein Lächeln geblieben? Und natürlich habe ich diese Scheiße auch nicht verstanden und wir beide fingen an zu lachen. Wir fingen an zu schreiben aber meistens nur über Mathe. Aber du sahst schon automatisch so schräg zu mir gerichtet im Mathe Unterricht. Irgendwann umarmten wir uns zur Begrüßung, einfache Freunde waren wir. Wir fingen an richtig zu schreiben, jeden Tag. Du warst manchmal noch echt schüchtern, das kenne ich von dir heute nicht mehr. Du hast immer auf mich gewartet vor der Klasse, damit wir zusammen zu Mathe laufen konnten, obwohl der Raum neben an war. Du hast mir in dieser Zeit sehr geholfen. Unser erstes Treffen war total komisch und wir gingen spazieren. Du hast mir so viel über dich erzählt, du warst so offen und warst nur am strahlen. Du hattest eine glückliche Kindheit und ich war froh darüber. Wir waren beide 14 Jahre alt. Deine Mutter hat dich damals abgeholt. Beim zweiten Treffen bin ich nach der Schule mit dem Bus mit gefahren zu dir nach Hause. Wir haben über so vieles geredet und uns kaputt gelacht wie noch nie. Du warst mein Bester Freund in diesem Moment, ich war sehr stark depressiv. Vielleicht hast du es gesehen an meinen Armen. Und trotzdem hast du an dem Tag meine Hand gehalten und ich schlief auf deiner Brust ein. Aber mehr war da nicht. Wir waren nur Freunde, beste Freunde. Das dachte ich immer. Aber ohne dich wäre ich nicht mehr hier, wir haben uns geliebt. Ich werde nie vergessen wie du das erste mal sagtest, das du mich liebst und du mich dann geküsst hast. Das war also Liebe. Danke dir, ohne dich würde ich immer noch denken, das sowas beste Freunde machen würden. Aber das tun nur Menschen, die sich lieben. Du hast es dir zur Aufgabe gemacht, mich zum lachen zu bringen, jeden Tag und das hast du toll gemacht. Meine Depression war weg, das dachte ich. Aber das alles perfekt sei, wäre doch viel zu schön gewesen. Im selben Jahr sagtest du mir, das deine Mutter Krebs hatte. Deine kleine Welt stürzte ein in dem Moment, als sie wirklich starb und du vor ihr Grab standest. Ich hielt auf ihrer Beerdigung deine Hand um zu zeigen, dass ich immer für dich da wäre. Und das versuchte ich, wirklich.  Wir waren da schon länger als 1 Jahr zusammen. Du ließt dich hängen aber das sah niemand, niemand außer ich. Du wolltest nicht mehr zur Schule gehen und hast oft ein paar Tage gefehlt. Hausaufgaben und Klausuren waren für dich nicht mehr so wichtig. Ich beschloss aber, dich nicht im Stich zu lassen, weil ich dich liebte. So rief ich dich fast jeden Morgen an, damit du auch den Bus für die Schule bekamst. Ich sagte dir, was du für die Klausuren lernen solltest und schickte dir die Hausaufgaben, damit deine Noten nicht schlechter wurden. Ich habe mich um dich gesorgt. Aber vielleicht wurde ich so zur Spießerin. Ich habe dich an alles erinnert, ja sogar auch oft angemeckert. Klar wurde es mir manchmal zu viel, aber ich liebte dich. Aber da sah ich nicht, dass du mir Dinge verschwiegen hast, weil ich dir vertraut habe und ich dich nie hinterfragt habe. Aber wieso, wieso hast du mir ein halbes Jahr so viel verschwiegen? Und wieso musste ich es von jemand anderen erfahren als von dir? Du warst an den Wochenenden, wo wir nichts machten saufen, mit deiner Gruppe von der ich nie etwas wusste. Du hast anderen Weibern Komplimente gemacht während ich Ahnungslos Zuhause war. Du gabst mir die Schuld, dass du sowas gemacht hast, weil ich mich mit Jungs getroffen habe , die was von mir wollten. Aber was du dir dachtest, was passieren könnte ist nichts im vergleich dazu, was wirklich bei dir passiert ist. Das war der Unterschied. Ich dachte, du vertraust mir. Du weißt nicht wie man sich fühlt wenn eine von deinen Weibern mir die heimlichen Treffen erzählt hat und wie oft ihr immer saufen wart. Du hast in diesem Moment mein Herz gebrochen. Und noch mehr, als du nicht mal versucht hast, es mir zu erklären. Du hast dich einfach nicht mehr gemeldet. Es hat mir schon gereicht, das du angefangen hast zu kiffen und selbst das musste ich selber heraus finden. Aber das, war noch schlimmer. Ich weinte die ganzen fünf Tage, es war ungefähr Ende Mai, vor ungefähr einem Jahr. Ich wusste es da noch nicht aber da bist du gestorben und ich auch. Und ich  habe mich gehasst, als ich dir noch ne Chance gegeben habe. Ich konnte dir nicht mehr vertrauen und habe wegen jedem scheiß gemeckert. Wir haben uns nur noch gestritten. An unserem zwei Jährigen hast du mir einen Ring an den Finger gesteckt aber danach distanziertest du dich noch mehr von mir. Ich war traurig, glaub mir. Aber als ich das erste mal in diese blau/grauen Augen sah war es, als ob mich etwas berührt hätte. Er war mir ein Rätsel, er ist es immer noch. Ja, er war meine entgültige Entscheidung, dass ich dich nicht mehr lieben würde. Er brachte mich wieder zum lächeln, er und nicht du. Das war deine Aufgabe, du hast es dir zur Aufgabe gemacht. Aber du wusstest nicht, dass dir jemand diese Aufgabe weg nehmen konnte. Er erinnerte mich wieder daran, wie es ist verliebt zu sein. Ich hielt nur noch fest, weil wir beste Freunde waren und ich dich nicht im stich lassen wollte. Ich sehe uns manchmal immer noch am Spielplatz sitzen, da waren wir noch wirklich beste Freunde. Aber ich konnte an nichts mehr festhalten, was nicht mehr da war. Also ließ ich dich los. Es tat mir weh aber ich habe an dem Tag nicht geweint, erst als ich alles von dir aus meinem Zimmer entfernt hatte und in eine Kiste stopfte. Ich versuche bis heute dir irgendwie noch zu helfen aber du wirkst mir immer fremder. Wir sind beide jetzt 17 Jahre alt.  Ich habe mich damit abgefunden , ich kann dir nicht helfen. Ich kann dir nur zu hören, aber ich liebe jetzt jemand anderes , dem ich jetzt zur Seite stehe und ich gehöre ihm und nicht mehr dir und ich bereue diese Entscheidung auch nicht. Als ich dir das letzte mal in die Augen sah, sah ich nur diese Leere, das kiffen hat deine ganzen Gefühle verblassen lassen. Dein Lächeln von damals war genau so weg. Du bist gegangen , du bist nicht mehr mein Bester Freund. Aber ich werde nie vergessen wer du warst, bevor du gegangen bist.

Neuer Anfang, neues Glück

Das wir schon November haben, kann ich mir gar nicht vorstellen oder besser gesagt realisieren. Vor einem Jahr war meine Abschlussfahrt nach Berlin mit meiner ganzen Idioten Klasse. Die Busfahrt war wirklich das beste an dieser scheiß fahrt. Ich war verdammt nochmal 15 und trotzdem mega aufgeregt. Ich hatte vor einem Jahr angst, dass die Zeit mit meiner Klasse bald vorbei sein wird. Das jeder seinen eigenen Weg gehen würde und man noch kaum Zeit füreinander hat. Im Mai kamen dann die ersten Prüfungen und ich dachte, mein Leben sei vorbei. Alle waren im Stress und wollten ihren Abschluss nicht verhauen. Ich hab noch die Lehrer vor Augen, wie sie uns jede Menge Druck machten genau wie meine Mutter. Und Glücklich beendete ich die 10 Klasse mit einem Durchschnitt von 2,5. Seit dem hat sich viel verändert. Kennt ihr noch dieses süße Paar aus der 9. Klasse? Die zuerst beste Freunde waren und dann durch viele Komplikationen doch noch zusammen kamen und das ganze 2 Jahre? Man nannte uns „das Klassenpaar“. Nun, dieses Paar gibt es nicht mehr. Natürlich bin ich traurig, Max und ich haben so viel erlebt und so viel zusammen überstanden. Ich habe die Bilder aus meinem Zimmer abgehangen, alles hat mich an ihn erinnert. Aber es fing ja schon im Mai an, als ich die ganze Wahrheit erfahren habe. Da wollte ich schon schluss machen. Aber ich hab es nicht übers Herz gebracht, er war doch meine große Liebe. Also blieb ich mit ihm zusammen in der Hoffnung, er wird wieder der, der er einmal war. Ein Junge, der immer ein Lächeln auf den Lippen hatte und mich immer zum lachen gebracht hat. Der meine Albträume verjagt hat und mich beschützt hat, wie ein Vater seine Tochter. Der mich geliebt hat und es mir gezeigt hat. Aber, das war er nicht mehr. Seit dem Tod seiner Mutter habe ich alles getan, um ihn glücklich zu machen. Er kiffte, rauchte heimlich aber ich bekam alles herraus. Als ich die Zigaretten Schachtel in seiner Jackentasche gefunden habe, bin ich ausgerastet. Seine Mutter war da noch am Leben aber dem Tode nah. Ich hab ihn angeschrien und gefragt, wie dumm er sein kann. Dass seine Mutter Lungenkrebs hat und er anfängt zu rauchen. Ich hab ihn geschubst so wütend war ich. Aber dann merkte ich auch, wie hart ich zu ihm war. Immer wenn ich da war, habe ich alles getan, damit er glücklich war. Aber was war mit ihm, wenn ich mal nicht da war? Wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich auch anders reagieren können. Aber ich wollte mir halt nicht ansehen, wie er zu Grunde ging. Musste ich aber. Er wurde kälter, abweisender. In der Schule hat er kaum was gemacht und dann war ich wie seine Mutter und habe ihm alles erklärt, ihm die Hausaufgaben gebracht, teils sogar die Lösungen geschickt, weil ich halt wollte, dass er irgendwas hatte. Für Arbeiten musste ich ihn zwingen zu lernen und hab ihm alles geschickt was er lernen sollte. Eine Zeit lang, hat er sogar oft verpennt und den Bus verpasst. Seit dem hab ich ihn immer so oft angerufen, bis er wach wurde und sich für die Schule fertig machte. Krass oder? Wenn ich mir so alles durchlese, war das ziemlich viel Anstrengung gewesen. Das spürte ich dann aber auch, wenn ich selber lernen musste. Das war einfach nur noch schrecklich anstrengend gewesen. Aber ich wollte ihn halt nicht im Stich lassen, weil ich ihn über alles liebte. Ich war treu, habe alles gemacht was er gesagt hat und habe ihm so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie sonst keinem Jungen. Und trotzdem war er auf Nico eifersüchtig. Dumm oder? Bei den meisten Jungs war ich eiskalt und hab auch mit vielen kontakt abgebrochen für ihn. Und trotzdem geht er sich mit anderen Mädchen vergnügen, während ich Zuhause war und ein Buch las. Ich weiß, ich höre mich total langweilig an. Und weil ich ja jetzt auf einer neuen Schule bin und in meinem Praktikum, kann ich das verkraften. Das arbeiten ist anstrengen aber so muss ich weniger an Max denken. Und überhaupt, hab ich jemand neuen kennengelernt. Er ist eigentlich das Gegenteil von meiner Vorstellung aber da ist etwas an ihm, was ich mag. Meine neuen Freunde machen sich schon darüber lustig, weil wenn ich von ihm rede die ganze Zeit wie eine bekloppte lächel. Verliebt? Das kann sein, sowas ist lange her bei mir gewesen also weiß ich nicht, was das ist. Ich weiß nur, dass er mich irgendwie glücklich macht und mein Herz komplett ausrastet, wenn ich ihn sehe. Verdammt, ich bin verliebt.

Dem Ende nah

Ich gehe gleich arbeiten, eher gesagt mit meiner großen Schwester ein wenig Kellnern. So macht man das mit 16 Jahren. Und obwohl ich meinen Abschluss in weniger als drei Wochen schon habe, bin ich im dauerstress. Ich muss mich um viele Dinge kümmern für mein Fachabi und mein diesejähriges Praktikum im Krankenhaus. Die letzten Wochen bestanden darin, alles von meiner Liste ab zu arbeiten, die ich von der Schule und Krankenhaus bekommen habe, die ich erledigen muss, bevor ich dort bin. Das hieß also: Verträge ausfüllen, 40 Blätter durchlesen die wichtig sind fürs Krankenhaus, alles hundert mal zu unterschreiben, Arzt Termine machen für die vor Untersuchungen die man braucht, um im Krankenhaus arbeiten zu dürfen, zum Bürgerbüro rennen um mir Führungszeugnisse machen zu lassen und Bescheinigungen ab zu holen, die ich dann auch noch vom Arzt unterschreiben lassen muss und für Bus Bescheinigung, zusätzliche Impfungen und der ganze Kram. Das stresst einen total. Vor allem , wenn man alles alleine machen muss. Ja gut, ein paar mal hab ich meine große Schwester gefragt aber am Ende blieb ja alles an mir hängen. Zusätzlich noch die Schule, die ich ja auch nicht ganz vergessen darf, 3 Wochen hin oder her. In der zeit wo ich das alles machen musste, waren meine Abschluss Prüfungen. Also noch dafür lernen, Hausaufgaben machen und der ganze Schulkram halt. Stress pur. Noch waren die letzten Monate mit meinem Freund die Hölle aber auch davon hab ich mich nicht klein bekommen. Ich musste ja irgendwie weiter machen. Jungs Probleme sind daher mein geringstes Problem aber genau die, nehmen mir die meiste Kraft. Ich brauch auch noch ein Kleid für mein Abschluss. Eigentlich wollte ich es mir schon vor 3 Wochen besorgen aber nach dem 8 Geschäft hatte ich keine Lust mehr und mir fehlte auch die Kraft dazu. Also bestelle ich mein Kleid jetzt einfach aus dem Internet.

Meine Zeit in der 10. Klasse ist fast vorbei und bald verlasse ich die Schule. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, wo ich dass erste mal meine ganze Klasse gesehen habe. Ich kannte die hälfte nicht also war ich total nervös, was auch mich zu kommen wird. Und dann sah ich den Haufen vor meiner Nase. Als ich dann alle vorstellten hab ich mich echt gefragt, was bei den schief gelaufen ist. Dass das jetzt unmöglich meine Klasse sein kann. War es aber. Die ganzen 6 Jahre. Und es war doch eine angenehme Zeit. Und bald kommt eine neue Zeit auf mich zu.

16

Morgen bin ich 16 Jahre. Manchmal vergesse ich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erinnere mich als ich 6 war und ich Emely das erste mal auf dem Arm hatte. Das ist schon 10 Jahre her. Von diesem Tag an, als ich sie zum ersten mal sah, wollte ich, dass sie zu mir aufsieht. Als sie das erste mal krabbelte, krabbelte ich neben ihr her, damit sie sich nicht irgendwo stößt. Wenn ich von der Schule kam in Bochum und ich damals noch diese kleine Wohnung hatte, musste ich aufpassen die Tür nicht so weit auf zu machen, weil sie einfach immer im Weg war. Ihr strahlen als sie mich sah was goldig. Mit ihren ersten zwei Zähnchen nannte sie mich „Dada“. Ich erinnere mich noch daran, dass sie immer versuchte, mir alles nach zu machen, was sie sogar bis heute tut. Als sie das erste mal aufgestanden ist hab ich angefangen zu klatschen und sie machte es mir nach und grinste mich an. Ich habe alles von ihr gesehen, ihre ersten Schritte, ihre ersten Worte, ihre  Verletzungen und Dinge, die ich ihr beigebracht habe. Als sie fünf war, wollte sie genau so gut Inliner fahren wie ich also übte ich mit ihr. Welch eine Ironie, das mir meine große Schwester es ebenso beigebracht hatte, da war ich auch fünf Jahre. Ich weiß noch wie ich fünf wurde in meinem Kindergarten. Ich höre immer noch die Stimme von der Erzieherin die mir gesagt hat „Du bist schon fünf, eine ganze Hand voll“ und ich hab mich in dem Moment total besonders gefühlt. Trotz der vielen Dinge die mir passiert sind habe ich genug schöne Erinnerungen, die die schlimmen verblassen lassen. Ich meine, meine kleine Schwester groß werden zu sehen ist glaube ich fast so, als ob man sein eigenes Kind groß werden sieht. Es ist zwar nicht das selbe aber ähnlich. Wenn sie schmerzen hat, tut es mir ebenso weh. Ich werde nie ihr schreien aus meinem Kopf bekommen, als der Krankenwagen vor unserer Tür stand und ihr Bein verbrannt wurde. Als wir dann alle im Krankenhaus waren und sie gerade nach einer Behandlung wach wurde waren ihre ersten Worte „Wo ist Sandra“. Als ich dann bei ihr war und mich zu ihr ans Bett hin kniete, konnte ich meine Tränen nicht mehr halten.  Und das einzige was sie sagte war „Wieso weinst du?“.  Dabei musste ich lächeln, ich habe ganz vergessen, das sie gar nicht weiß, wie sehr ich sie eigentlich liebe. Aber ich würde genau wie eine Mutter, alles für sie tun. Ich liebe dieses Kind, ich liebe meine kleine Schwester. Und ich weiß wie sehr sie mich liebt, weil ich auch weiß wie es ist eine kleine Schwester zu sein. Ich bin beides. Und ich bin froh darüber an meinem 16 Geburtstag mit diesen beiden Menschen in den Zoo zu gehen, ein Schwestern Tag.

Was noch?

Seit Tagen oder sogar Wochen, fühle mich nicht mehr ich selbst. Vielleicht liegt es auch an den Abschluss, den ich einfach nicht verhauen will. Seit Tagen fühle ich mich müde, habe durchgehen Kopfschmerzen und bekomme manchmal plötzlich starke Bauch oder Magenschmerzen und mir wird übel. Manchmal wird mir nebenbei auch schwindelig. Meine Mutter meinte, es könnten die Nebenwirkungen der Pille sein oder, dass ich einfach viel zu gestresst bin. Ich vermute, es liegt an beiden Dinegn. Die Schule stresst mich und seit dem ich die Pille nehme, kann ich kaum rennen oder Treppen steigen, ohne aus der Puste zu sein. Naja, besser als mit 15 Schwanger zu werden. Also kann ich damit auch Leben, noch.

Ich finde, zwischen Max und mir ist es komisch geworden.. klar liegt es vlt daran, das wir fast zwei Jahre zusammen sind  und es dann nicht mehr so aufregend ist wie am Anfang aber bei mir ist das nicht so. Ich bin sogar total eifersüchtig auf jedes Mädchen mit dem er schreibt und wenn ich dann sehe, das so ne Fotze ihm Herzchen schreibt, ist es vorbei bei mir. Ich hatte bei Nico nie sowas. Ich wusste nicht, mit wem er schreibt oder mit wie vielen Weibern, das hat mich noch nicht mal interessiert. Ich wusste einfach, das er nur mich liebte. Ich will jetzt Max nicht unterstellen, das er mich nicht liebt aber je mehr ich höre oder sehe, wie er mehreren Weibern schreibt, wie wichtig sie ihm seien, wie soll ich mich dann noch besonders fühlen? Oder noch schlimmer, wie soll es nach dem Abschluss sein? Wenn er noch mehr Mädchen kennenlernt und noch mehr Mädchen ihn anbagern. Ich bin nicht wie die anderen scheiß Fotzen die sich denken ich bin eh geil, den schnapp ich mir schon , nein ich in eher die, die Angst hat ersetzt zu werden.  Ich kann nicht mit Stolz sagen ich bin eh geiler als die anderen, denn ich weiß, das es nicht stimmt. Ich hab das Gefühl, das er sich von mir entfernt. Klar, seine Mutter ist gestorben und er will nicht darüber reden und so aber ich habe das Gefühl, dass er mir gar nichts mehr sagt aber dafür anderen Mädchen. Dabei weiß ich noch ganz genau wo wir beste Freunde waren, wir nebeneinander lagen, an die Decke gestarrt haben und wir über unsere Ängste und Träume geredet haben. Er war so offen und ehrlich zu mir, dass ich das Gefühl bekam, besonders zu sein. Dieses Gefühl ist leider verflogen und ich warte darauf, das es zurück kommt.

Eine andere Sache, die mich belastet, meine Mutter. Sie ist nämlich Krank. Es entwickeln sich Gallensteine in ihrer Blase oder so und wenn es schlimmer wird, muss sie operiert werden. Meine Mutter sagt zwar, es sei nicht so schlimm aber wenn ich sie da manchmal so sitzen sehe, völlig blass und schwach und das sie sich beklagt, was sie für Schmerzen hat, wird mir ganz anders. Als würde jemand an mein Herz zerren, aber nur ganz leicht. Ein mal wollte ich in die Küche aber bin vor der Tür stehen geblieben, weil ich meine Mutter weinen hörte, sie weinte sich bei meinem Vater aus. Das zu hören, hat mir den Rest gegeben. Auch mir kamen die Tränen, es ist schließlich meine Mutter. In dem Moment, wusste ich, wie sich Max fühlen musste und zwar die ganze Zeit. Meine Mutter setzt sich irgendwas in den Kopf, das sie davon Krebs bekommen könnte oder so ein scheiß Dreck. Mein Vater hat da sofort reagiert und meinte, sie soll nicht so ein scheiß im Internet glauben. Da hatte er recht, Polizisten mit ihrer „Ich weiß eh alles besser“ Art. Aber in diesem Punkt hatte er recht gehabt. Meine Mutter hatte mal mit 9 Jahren Krebs gehabt aber weil ihr Vater einer der Reichsten Leute in der Stadt war, waren die besten Ärzte bei ihr und haben sie gerettet. Jetzt hat sie ntürlich angst, es wieder zu bekommen. Aber das passiert nicht, es darf nicht passieren, ohne meine Mutter, wäre ich ein niemand. Als mein leiblicher Vater uns verlassen hatte, hatte er die Wahl.  Entweder er würde für das, was er getan hat im Knast sitzen oder Auswandern. Er hat sich für das zweite Entschieden und mich somit verlassen. Meine Mutter, ist das einzige, wo ich wirklich sagen kann, das es meine Mutter ist. Nicht wie mein Stief Dad oder meine halb Schwestern, nein, sie ist meine Mutter. Und ich liebe sie.

Karneval

Heute ist Rosenmontag und morgen ist der große Karnevals Umzug in meiner Stadt. Seid Donnerstag geht es für die meisten nur so: Saufen und Feiern. Und das zu 80% meiner Jugend. Ich gehöre zu den anderen 20% die so etwas nicht als Sauf Chance sehen oder sowas. Es ist für mich wie jede anderen Tage, normale Tage. Das gute an diesem Unnötigen Karneval ist, das ich bis Mittwoch frei habe und Donnerstag erst die Schule wieder anfängt. Aber weil morgen der letzte Tag von Karneval ist, hab ich beschlossen, mit meiner Frendin Luana doch zum Umzug zu gehen, weil wir sonst nichts anderes zu tun haben. Mein Freund findet selbst das unnötig.  Deshalb verbringen wir Karneval auch nicht zusammen, Unterschiedliche Meinungen. Naja so unterschiedlich ist sie jetzt nicht aber er würde nie mit mir zu diesem Umzug gehen und das war mir von Anfang an klar. Und Luana und ich haben uns früher mit 12 Jahren mega auf  diesen Umzug gefreut also dachte ich mir, wir beide könnten da wieder hin gehen. Vielleich wird er ja nicht so schlimm sein. Meine große Schwester ist leider in dieser Hinsicht kein gutes Vorbild, denn sie ist auch seid Donnerstag nur am Feiern und sonst was. Da bin ich froh, dass ich dann doch nicht so bin wie sie. Meine kleine Schwester sieht mich als Vorbild, also ich bin ein gutes Vorbild. Meine große Schwester hat schon mit 14 angefangen zu trinken. Ich war da neun und sie hat mich mit noch son Typen von Lea abgeholt (Schlampen Lea) an Halloween. Ja, die beiden waren besoffen und wollten mir weis machen, sie hätten zu viel Cola getrunken. Ich war zwar neun, aber nicht dumm. Als meine Schwester mich dann gerade zur Tür gebracht hatte, wollte sie schnell gehen aber da kam mein Dad mit dem Streifenwagen (er war gerade im Dienst) und vorderte meine Schwester auf, zu pusten. Und dann bekam sie Hauserrest und durfte bei niemanden mehr schlafen, bis sie 16 war. Am selben Abend hab ich mich fertig gemacht fürs Bett und hörte aus ihrem Zimmer komische Geräusche. Besorgt machte ich ihre Tür auf und das Licht an und sah sie im Bett sitzen und kotzen. So viel zu meinem Vorbild. Und weil ich da neun war und sie echt schlimm aus sah, rannte ich sofort zu meiner Mutter und sagte ihr das. Naja verstecken hätte man es nicht können, ihr ganzes Zimmer roch nach Wein. Und da wurde aus diesem Verantwortungsbewussten Mädchen, eine Säuferin. Ich frage mich wieso sie das macht. Vielleicht will sie ja etwas nach holen, was sie damals nicht machen konnte. Auch wenn meine Kindheit traurig war, war sie immer der Grund gewesen, warum ich lachte. Jetzt gerade merke ich erst, das sie es eben so nicht leicht hatte. Ihr Vater hat sich eben so nicht um sie gekümmert und sie musste mich mit neun Jahren in den Kindergarten bringen, abholen, essen machen, mich unterhalten und was weiß ich alles noch. Sie hat alles getan und aufgeopfert um bei mir zu sein und auf mich auf zu passen. Sie war auch die meiste Zeit mit mir Zuhause und wenn sie sich treffen durfte, dann musste ich mit, weil ich nicht alleine Zuause bleiben durfte. Man war ich ihr ein Klotz am Bein. Und wenn sie Karneval feiern will, dann soll sie es tun. Ich werde sie diesmal nicht daran hindern.

Zu 50%

Manchmal denke ich, ich gehöre irgendwie nicht dazu. Lea und Svenii zum Beispiel. Sie passen so perfekt zusammen und haben mehr  Gemeinsamkeiten als ich wie zum Beispiel Serien gucken. Was man von außen bei den beiden nicht erkennt, die beide stehn auf Action Filme oder so. Und ich? Ich bekomme schon angst, wenn jemand in einem Film zusammengeschlagen wird. Und dann werden meine Albträume immer heftiger. Mit jedem film, wo Gewahlt, schießereien oder sonst was passiert, wird es schlimmer. Ich weiß nicht warum sich mein schei ß Kopf diese kranken Sachen ausmalt die ich Träume. Also vermeide ich alles. Wie klein ist man bitte im Kopf, wenn man fast mit 16 immer noch vor sowas angst haben muss? Ziemlich klein. Und Lea und Svenii sind auch viel schlauer als ich. Sie arbeiten auch besser zusammen, mich würde es nicht wudern, wenn die eines Tages beste Freunde werden. Ich fühle mich, wie das komplette Gegenteil. Oder meine Schwestern. Meine große Schwester ist wild, cool und war zu meinem Alter damals auf Hauspartys und ich sitze auf meinem Bett und lese ein Buch. Was ein Gegenteil oder? Oder wnen sie mich manchmal abholt , dreht sie die Musik so weit auf, bis mein Kopf nur noch dröhnt und ich schlechte Laune bekomme. Die Krönung: sie singt dabei genau so laut mit. Und wenn ich nicht mit singe (also immer) und ich stumpf aus dem Fenster starre fragt sie mich „gehts dir nicht gut?“. Deine Musik geht mir auf die nerven würde ich am liebsten sagen aber dann kommt meistens nur raus „ich bin müde“. Eigentlich ist ihre Musik gar nicht mal so schlecht. Sie hört wirklich alles! Aber dann wenn ich da bin im Auto, hört sie nur Schlager. Deswegen auch die Kopfschemerzen, ich HASSE Schlager. Oder wenn man mit meiner Mutter disskutiert. Ich vermeide es immer. In der Schule kennt man mich nicht so, ich habe mein Mund immer auf. Zuhause, bin ich die stillste. Und wenn sie mich anschreit, dann schrei ich nicht zurück oder sag irgendwas. Es prallt an mich ab, weil ich es so immer gemacht habe. Manchmal fange ich auch einfach an zu heulen und renne in meinen Zimmer oder ich gehe in meinen Zimmer und weine leise da. Meine beiden Schwestern (selbst meine 9 Jährige) sind nicht so. Sie haben so eine große Fresse wo ich mir nur denke Woher haben die so viel Mut? Ich habe keine angst vor meiner Mutter oder so aber was ich vermeiden will, ist stress und zwar mit meiner Mutter. Wenn meine große Schwester Unterstützung  such und sagt „Dunia, sag doch auch mal was!“ gucke ich sie an und denke mir so halt mich da raus. Woher habe ich das? Ist es von meinem Dad?  Meine beiden Schwestern, haben grüne Augen. Ich habe überhaupt keine Ähnlichkeit mit den. Mit meinen schwarzen Augen sehe ich daneben total behindert aus. Danke Papa, danke für die kack braunen Augen die ich wegen dir habe. Zu 50% weiß ich wer ich bin und zu 50% bin ich verwandt mit meinen Schwestern. 50% sind keine 100%, da fehlt die hälfte. Ich fühle mich nicht ganz und weiß nicht wer ich zur Hälte bin. Wieso ich so unterschiedlich als meine Schwestern bin. Wer kann bitte verstehen, wie man sich fühlt, wenn der andere Teil von dir, auf der anderen Seite der Welt ist?

Nach all der Zeit

Ich denke gerade über vieles nach aber insbesondere über meinen Freund. Ich finde unsere Zeit sehr erstaunlich. Wir sind schon so lange zusammen und unsere Verbindung wird mit jedem Tag stärker. Er weiß einfach alles über mich. Wir mögen die selben Sachen, wir sind perfekt. Max liebt mich einfach mehr, als irgendjemand sonst und das sehe ich jeden Tag. Er bringt mich zum strahlen, wenn ich schelcht drauf bin und weiß immer, wenn was nicht mit mir stimmt. Ich kann mit Max keine normale Freundschaft mehr vorstellen, nicht nach allem, was passiert ist. Nicht, nacht dem ich mein erstes mal mit ihm hatte. Und ich bereue es auch nicht. Im gegenteil, es sollte so sein, Max war von Anfang an für mich bestimmt.  Die vielen Sachen die wir schon zusammen erlebt haben, sind der Beweis. Ich liebe ihn.

Neujahr!

Und so schnell ist man wieder in einem neuen Jahr, im Jahr 2017!  Abgesehen davon, hat meine kleine Schwester heute Geburtstag und wird neun Jahre alt. Also, jetzt ist sie schon neun.  Und sie hat mich auch heute um halb acht geweckt! Ich wäre nicht bis zwei Uhr morgens wach gewesen hätte ich gewusste, dass sie mich so früh weckt. Zwar bin ich nicht so ein langschläfer wie Max, der mal eben so bis zwei Uhr Mittags schlafen könnte aber ich brauche mein Schlaf mindestens bis zehn Uhr morgens , sonst werde ich die ersten vier Stunden unerträglich.  Und seid halb acht bin ich wach und freue mich schon, in meinem Bett zu liegen. Ich hätte echt nicht so viel lesen sollen aber ich wurde einfach nicht müde! Es war halb eins und ich lag hellwach im Bett und durch meine Nase konnte ich schlecht atmen. Da dachte ich mir Lese ich doch etwas um müde zu werden aber daraus wurde nichts. Im Gegenteil, so war ich noch viel wacher. Ich habe mich so in dieses Buch vertieft, das es plötzlich zehn vor zwei war. So viel zum Thema müde werden.
Der Tag war aber ganz gut und Emely hat sich riesig über ihre Geschenke gefreut.

Irgendwie hab ich ein seltsames gutes Gefühl im Bauch, dass alles anders sein wird dieses Jahr. Ich bin richtig voller freude und bin gerade richtig happy, weil ich bald mein Vorstellungsgespräch habe für mein Jahrespraktikum. Den Abschluss werde ich schaffen, ich muss einfach und bis jetzt sind meine Noten ja nicht so schlecht. Und mit Max wird auch alles einfacher, ganz bestimmt. Mir ist es egal, ob er jetzt nur ein Hauptschulabschluss hat. Wichtig ist nur, dass er mich liebt und wir zusammen halten. Ich werde ihm helfen und niemals im Stich lassen, so wie er mir helfen wird, nicht die Nerven zu verlieren. Und dieses Jahr machen wir sogar zusammen Urlaub! Das heißt: Unser zwei Jähriges verbringen wir schön in Spanien am Strand, besser kann es nun wirklich nicht mehr werden! Noch fünf Monate Schule und ich bin halb fertig! Ich werde dieses Jahr 16!! Und viele wichtige Menschen in meinem Leben auch! Meine Firmung ist nächste Woche und natürlich ist meine beste Freundin Lea da und mein Freund. Wer hätte gedacht, dass die beiden Rothaarigen aus meiner Klasse, die wichtigsten Menschen in meinem Leben werden. Und langsam habe ich keine Zweifel mehr. Ich zweifel nicht mehr an mir selbst und versuche nicht so krankhaft eifersüchtig zu sein, wenn es um die Liebe meine Lebens geht. Ich wollte lockerer werden und nicht über alles nachgrübeln. Und ich Plane meine nächsten Jahre ganz genau durch, damit mich nichts aus der Bahn werfen kann. Ich muss mich nur an den Plan halten. Dann wird alles gut für mich ausgehen. Denn langsam muss ich mal an mich denken. Auch wenn es mir schwer fallen wird, meine Freunde zu verlassen hoffe ich doch immer noch, das wir uns immer noch so gut verstehen wie jetzt. Das einzige, wo ich kotzen könnte: Schlampen Lea. Sie folgt mir auf diese Schule aber sie wird bestimmt nicht ins Krankenhaus gehen, ich hoffe einfach mal. Denn das habe ich wieder: Hoffnung.

Weihnachten

Heute ist Weihnachten und mein Stiefvater ist vor drei Stunden zur Arbeit gefahren.  Davor war es aber gut, sehr gut. Manchmal vergesse ich, was für eine Familie ich eigentlich habe. Sie ist zwar nicht perfekt aber ich habe eine. Meine Mutter war ganz traurig als mein Dad zur Nachtschicht gefahren ist.  So ist das halt wenn dein Dad Polizist ist, oder besser gesagt Stief Dad. Bei meinem Dad ist es jetzt 18 Uhr abends. Ich weiß nicht wer bei ihm ist oder was er tut aber trotzdem denke ich an ihn. Ich versuche mich an das letzte zu erinnern, was mein Dad zu mir gesagt hatte als ich klein war. Aber mehr als Erinnerungslücken und Bildern die ich sehe, wenn ich zu viel getrunken habe , ist nichts zu finden. Außer der Ausflug nach Dänemark..Ich weiß nicht wie alt ich da war, 2 oder 3. Ich erinnere mich wie ich mit meiner Cousine auf einem Holztisch sahs und wir eine Pfirsich gegessen haben. Ich kann mich auch an dieses kleine Häuschen erinnern wo wir ein paar Tage waren. Der Garten war riesig..Ich habe noch Bilder von diesem Urlaub. Ich habe sie in meinem Zimmer eingeschlossen, ohne das jemand es mitbekommen hatte. Diese Bilder ist das einzige was ich noch von meinem Dad habe. Und es sind ungefähr die letzten Erinnerungen an ihn. Bilder wo er mich auf seinem Arm trug und er mich im Meer nicht fallen ließ. Wo er mich auf der Schaukel anschubste..und mir fällt gerade noch was ein. Er sagte auf Polnisch, ich soll mich festhalten. Schön, wenn ich noch mehr Erinnerungen sammel, gute Erinnerungen. Die schlechten habe ich ein glück nie mitbekommen. Aber noch krasser ist es, wieso meine Mutter diesen Mann Heiratete. Meine Mutter war früher ein reiches Kind, mein Opa hatte viele Geschäfte die gut liefen. So gut, wie es in Polen nun mal laufen kann. Sie war eins von vier Kindern, meine Oma hat sich dann um die Kinder gekümmert während mein Opa von Geschäft zu Geschäft zog. Als meine Mutter aber 19 war, verlor mein Opa sein ganzes Vermögen und lies seine ganze Familie zurück. Ab da fing meine Oma an zu trinken, kein wunder, dass ich sie von Geburt an mit einem Bier in der Hand kenne. Meine Mutter konnte nicht mehr studieren gehen und musste nebenbei noch auf ihre kleineren Geschwister aufpassen. Und dazwischen wurde sie noch schwanger und mit 20 Jahren kam dann meine große Schwester auf die Welt. Die ersten zwei Jahre lebte sie mit meiner Mutter in Polen aber meine Mutter wollte aus den Ruinen ihrer Familie raus. Und so wollte sie nach Deutschland und ein neues Leben Anfangen, mit einem Kind. Doch sie durfte nicht nach Deutschland, weil sie nicht Verheiratet war. Und so kam mein Vater ins Spiel. Er arbeitete für meinen Opa und war oben drauf 10 Jahr älter als meine Mutter.  Was mein Opa meiner Mutter nicht erzählt hatte war, das er schon viel mit der Polizei zu tun hatte. Langsam dämmert es mir wieso ich das einzige gewollte Kind war. Ich war die Eintrittskarte für ein neues Leben denn damit das ernst rüber kommt, musste ein Baby her und das war ich. Ich war das geplante Kind.  Und dann Heiratete sie ihn und kam nach Deutschland. Und als sie 25 Jahre war, kam ich dann auf die Welt, das Kind was am meisten Probleme angeschlemmt hatte. Das krasse ist, ich habe diese Geschichte erst dieses Jahr von meiner Mutter erfahren und gleichzeitig hat sie es auch Max erzählt während ich daneben  sahs und dachte „Das kann doch nicht alles wahr sein“.  Aber meine Mutter hat echt ne menge durch gemacht. Wurde von meinem Dad geschlagen, Vater abgehauen, Mutter Alkoholikerin..Man ist das scheiße und trotzdem hat sie nicht aufgegeben. Aber auch wenn alles so gut ist wie es ist, denke ich trotzdem an meinen Vater. Und ich mache mir Gedanken an das, was mein Opa mir letztes Jahr gesagt hatte. Ja, ich war letztes Jahr in den Herbst Ferien nach acht Jahren wieder in Polen. Und mein Opa baut sich noch ein neues Haus auf und will ein Restaurant auf machen und sich noch ein paar Tiere holen, Enten hat er schon. Er hat sich außerdem noch ein Stück Wald gekauft, keine Ahnung  wie er das macht. Ich sollte mit ihm und Emely was holen gehen und weil Emely noch weniger Ponisch konnte als ich, war ich auf mich allein gestellt. Er sagte zu mir „Ich weiß wir kennen uns nicht so gut aber versprich mir bitte eins, wenn ich einmal nicht mehr da bin..lass nicht zu das ich alles mit ins Grab nehme“ Nach diesen Worten war ich geschockt. Er will, das wir alle von ihm was er sich aufbaut, weiterführen. Und weil meine Mutter das lieblings Kind von ihm ist, sind wir seine lieblings Enkel. Dumm ist es, dass er es mir gesagt hatte aber nach der Geschichte von meiner Mutter, verstehe ich es langsam. Er will nicht noch mal alles verlieren. Meine Familie ist ja total ne Katastrophe..

Frohe Weihnachten..Dad.

Vorsätze

Heute habe ich einen „Chill Tag“ gemacht, was natürlich öfters bei mir vorkommt. Dennoch nehme ich mir heute vor, noch Mathe zu lernen , weil ich nächste Woche eine Arbeit schreiben werde oder besser gesagt zwei. Englisch muss ich deshalb auch noch lernen. Und weil Max und ich uns dieses Wochenende nicht treffen, kann ich mich schön darauf konzentrieren. Okay, Freitag treffe ich mich mit Svenii und Samstag  vielleicht mit Lea aber den Sonntag lerne ich wirklich. Meine Freunde hetzen wie bekloppt weil sie morgen WP1 schreiben, alle außer ich. Und in Momenten wie diesen, bereue ich es nicht das Fach Technik gewählt zu haben. Während alle morgen um die gleiche Zeit ihre Arbeit schreiben, baue ich mein Werkstück weiter. Also wird mein Tag morgen angenehmer, als von manch anderen.

In genau 2 Wochen werde ich im Krankenhaus liegen, weil ich ja Operiert werde. Und in genau 2 Wochen fährt der ganze Jahrgang nach Dortmund zum Weihnachtsmarkt und ich werde das dann von Snapchat oder sonst was mitbekommen. Das einzige was mich im Krankenhaus unterhalten wird ist mein Handy und das Buch was meine Eltern mir noch kaufen wollten, ich hab nur vergessen, welches es nochmal war.  Ich habe einfach nur totale Angst  und angst noch vor Langeweile zu sterben. 4 Tage bin ich da und zwei ganze Tage ohne ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ich konnte noch nie gut alleine sein. Zwei Tage vor Weihnachten bin ich dann wieder Zuhause mit so einem Gerät auf meiner Nase. Ich finds schon krass, das dieses Jahr wieder fast vorbei ist. Ein weiteres anstrengendes Jahr wird nun bald hinter mir liegen, ein glück. 2016 war ein ewiges hin und her mit Gefühlen und Verstand, mal wieder. Ob es 2017 anders sein wird? Natürlich nicht. Es wird immer irgendwie so sein, ob man es will oder nicht. Aber 2017 wird mein Jahr, das weiß ich jetzt schon. Ich weiß noch als Svenii sagte „2016 wird mein Jahr“ war es aber nicht. Ich glaube bei niemanden den ich kenne. Ich setze es mir für nächstes Jahr in den Kopf das es mein Jahr wird. Das bedeutet ich muss hart, konsequent und nicht schwach werden! Die 10. Klasse schaffen und werde mit dem selben Idioten zusammen bleiben. Ob es nach der 10. noch halten wird? Ich hab vergessen, was Max nochmal machen will, er ist sich selber noch nicht sicher und langsam wird es eng. Und ich werde mich voll und ganz meinem Fachabitur widmen und 1 Jahr ein Praktikum im Krankenhaus haben. So ist meine Vorstellung. Fragt sich nur, wie es mit mir und Max dann weitergeht. Und schon wieder mache ich mir zu viele Gedanken über meine Zukunft. Wir sind Jung und haben beschlossen, wenn wir uns trennen, noch Freunde zu bleiben. Was sehr vernünftig ist aber leichter gesagt als getan. Man sagt sich sowas immer aber irgendwie muss es ja einen Grund geben, damit man sich trennt. Und dann heißt es, Abstand halten und sich die Augen ausheulen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Aber durch die Beziehung von Nico hab ich irgendwie versucht, dass alles nicht so kommt wie bei Nico. Zum Beispiel das man sich die Liebe nicht über Whatsapp sagt oder Verschlossen zu sein und Angst haben, ihm auf die nerven zu gehen. Oder wegen jeder Kleinigkeit zu Streiten und sich den ganzen Tag ignoriert, man war das scheiße. Und genau das habe ich versucht bei Max besser zu machen. Und wie es aussieht, hat es ja funktioniert. Ich dachte immer, dass Nico sich selber zu wichtig genommen hat und so mich total vergessen hatte. Aber ich war nicht gerade besser. Ich war genau so egoistisch und wollte nur seine Aufmerksamkeit, so wie er meine wollte. Vielleicht habe ich auch von Nico viel zu viel erwartet. Im Gedanken, das alles perfekt laufen würde, war alles am Ende eine Katastrophe. Was bei Max nicht so ist, naja hoffe ich zumindest. Ich glaube die Beziehung von mir und Nico hat gezeigt, dass ich mich verändern musste und genau das habe ich getan. Max ist der beweis, ich hab alles richtig getan, was ich früher falsch gemacht habe. Wenn ich jetzt meine Gedanken so angucke, war mein Schluss mache total übertrieben gewesen. Wow Sandra, das hast du nach fast 2 Jahren fest gestellt, ich bin stolz auf dich. Genau so wie ich schon mit Max fast drei mal Schluss gemacht hätte, ich reagiere einfach total über. Und genau das nehme ich mir auch fürs nächstes Jahr vor, etwas lockerer zu sein. Ich bin total gespannt, wie das nächste Jahr wird!