Meine letzten Worte?

In zwei Tagen ist dieses Jahr vorbei. Ich hab leider keine Zeit um es kurz vor Neujahr zu verfassen, deshalb schreibe ich jetzt meine letzten Worte für dieses Jahr auf. Dieses Jahr hat sich einiges geändert für mich. Vieles um genau zu sein. Am Anfang dieses Jahres, war ich motiviert mein Fachabi zu meistern, mein Führerschein zu machen und etwas glück mit der Liebe zu haben. Nichts davon ist wahr geworden. Mein Fachabi zerbrach in dem Moment, als ich am ersten Mai ins Krankenhaus eingeliefert wurde, weil ich meine Beine nicht mehr bewegen konnte. Und ein Teil zerbrach in mir, als meine Krankheit bestätigt wurde. Ich hab mich, seit der Wahrheit meines leiblichen Vaters, noch nie so schwach gefühlt. Es war nicht nur meine Seele, die brannte. Es war mein Körper, der weh tat. Und so zog ich mich zurück. Ich sprach mit meiner Familie kaum noch. Und dann ging ich in die Klinik für drei Wochen. Meine Eltern meinten, ich sei fröhlicher gewesen an den Tagen, wo ich Zuhause war. Das war ich auch, wir waren in der Klinik wie eine kleine Familie. Nur leider, hab ich durch das ganze durcheinander, nicht mehr an meinen Führerschein gedacht. Ich kam beim Fachabi nicht mehr mit und kippte vor allen in der Klasse zwei mal um. Es war hart. Bei der Liebe habe ich leider aufgegeben in diesem Jahr. Vielleicht lag es daran, weil ich viel mit meiner Krankheit beschäftigt war. Typen wollten sich mit mir treffen, wollten mich ins Bett bekommen aber ich hasse das. Kann mich mal ein Typ nicht nur wegen meinem Körper mögen? Es nervt mich. Es wundert mich, dass ich nicht so tief gesunken bin, wie ich eigentlich gedacht habe. „Sie ist krank verdammt und säuft sich jetzt nur noch ins Koma oder raucht wie ne kloppte oder schläft mit jedem Typen, nur um sich davon ablenken zu lassen“. Nein, so wollte ich nie sein. Mein Gehirn ist zwar komplett unter Strom aber meinen Stolz und meinen Wert habe ich nicht weg geworfen. Ich werde nicht saufen und rauchen, wie mein Vater. Ich werde keine schlampe, die sich von jedem durchnehmen lässt. Ich bin immer noch Ich selbst geblieben. Zwar etwas kälter aber immer noch ich selbst. Und das wünsche ich mir auch fürs nächste Jahr. Ich werde kämpfen, für mein Führerschein, für meine Ausbildung, für meine Familie, meine Freunde und nicht zu vergessen: Für mich selbst! Und wenn die Liebe eines Tages auf mich zu kommt, werde ich keine Angst haben. Ich werde nächstes Jahr 18. Es wird Zeit Erwachsen zu werden.