Archiv für den Monat: Januar 2019

Damm.

Wird jetzt alles perfekt? Ich meine, seit dem ich mit dem Fachabi aufgehört habe, geht es mir irgendwie besser. Zwar habe ich noch schmerzen aber daran habe ich mich leider schon gewöhnt. In meine Ausbildung bin ich neu eingestiegen und ich muss feststellen, dass selbst die ersten drei Tage chilliger waren, als der kram beim Fachabi. Zwar sagt die Lehrerin, dass ich noch wie ein Erwachsener denke und nicht wie ein Kind, aber das würde ich schon hinbekommen. Wie soll man mit fast 18 plötzlich wieder wie ein drei jähriges Kind denken? Das muss ich noch üben. Im Februar bekomme ich meine Wochen Therapien. Vielleicht kann mir das helfen, meine Anfälle verschwinden zu lassen. Und ich bin nicht mehr single. Man kann sich denken, was passiert ist. Zuerst war ich skeptisch, weil ich sowas überhaupt nicht mehr erwartet habe. Aber ich würde lügen, würde ich sagen, dass ich ihn nicht liebe. Aber das tue ich, jeden Tag. Bei uns beiden hat sich viel verändert und wir sind beide mit unserer Ausbildung beschäftigt aber wir haben uns nicht aus den Augen verloren. Und ich möchte ihn nie wieder verlieren, ich möchte für immer seins sein. Ich will seine verrückte Art jeden Tag erleben. Ich möchte ihn, weil er mich glücklich macht, mit dem was er ist. Ich liebe ihn. Und niemand kann uns auseinander bringen. Kein Typ könnte mich je beeindrucken, ich würde immer nur seine Hand halten wollen.

Max.

Es tut mir leid Max. Ich habe Dinge zu dir gesagt, die ich nicht so meinte. Aber als ihr alle aufeinander los gehen wolltet, tat mir das mehr weh als ich dachte.  Ich liebe ihn, keine Frage aber Max wird mir nie egal sein.  Und als Marvin sagte, dass es ihm egal ist, dass er in den Knast geht dafür blieb mein Herz kurz stehen und Tränen liefen mir übers Gesicht.  Und weil ich das nicht wollte, musste ich es überzeugend wirken lassen. Ich schrieb Max genau dass, was ihn an meisten verletzt. Es war scheiße von mir ihn mit seiner Mutter zu verletzen aber so würde er nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Ich ging auf Toilette und schrieb ihm alles und musste fast kotzen, als ich alles abgeschickt hatte. Ich habe mich in diesem Moment mehr geschämt als sonst. Aber wenn die sich prügeln würden, würde Marvin in den Knast gehen und das wollte ich nicht. Auch wenn ich Max immer beschützen will aber das war die beste Möglichkeit, ihn zu beschützen. Ich will nicht, dass Max mit sowas zu tun haben muss. Ich hoffe, er ist glücklicher ohne mich. Und Max? Tu nicht so, als hättest es jemals anders funktioniert. Ich kenne dich nämlich.

Anfälle

Ich habe das Gefühl, dass ich schwebe. Meine Schmerzen scheinen nach und nach weniger zu werden. Ich wache auf und bin einfach nur müde. Wie jeder, wenn um 6 Uhr der wecker klingelt. Ich fange langsam an, wieder normal zu werden. Vielleicht war es wirklich die Schule, die mir solche Schmerzen zugefügt hat. Eher die Angst, meine Eltern zu enttäuschen. Das Fachabi, hat wirklich meine ganze Energie genommen. Aber ich wollte genau so wie meine Schwester, meine Eltern glücklich machen. Meine Mutter war total erschrocken, als sie vor ein paar Tagen den Brief öffnete von meiner Krankenkasse. 14.000€ hab ich letztes Jahr gekostet. Durch die vielen Krankenhaus Aufenthalte, war ich das teuerste Kind letztes Jahr. Die Krankenkasse wollte jetzt noch 400€ Bonus von meinen Eltern erhalten, weil ich halt so viel gekostet habe. Das machte mich etwas traurig. Wir sind zwar nicht  die Ärmsten aber 14.000€ ist schon viel Geld. Neben bei kommt noch meine dauer Therapie im Februar, die Krankenkasse zahlt die ersten drei Stunden aber bei dem Rest, wollten sie noch gucken, ob ich das wirklich brauche. Ob ich das wirklich brauche? Zwar sind meine Schmerzen teilweise weniger geworden und ich versuche mein Leben weiter zu leben aber was ist wenn es von heute auf morgen schlimmer wird? Ich hatte jedes mal andere Anfälle. Und sie wurden immer schlimmer. Am schlimmsten fand ich den, wo ich nicht mehr sprechen konnte. Wo ich einfach nur da lag, meine Augen öffnet und  mein Vater mit mir sprach und mich Sachen fragt hat. Ich hab ihn nur angesehen ohne mir Mühe zu geben, um zu antworten. Ich wusste nämlich nicht mehr in diesem Moment, wie das ging. Erst Abends nach zwei Stunden schlaf, konnte ich wieder sprechen. Bei meinem letzten Anfall, haben sich die Wände bewegt und ich hatte vor alles Angst und nahm kaum mehr die Menschen um mich herum  war. Was ist, wenn ich wieder einen Anfall bekomme, einen schlimmeren? Warte mal. Bei meinem ersten Anfall letzten Jahres, konnte ich nichts mehr sehen, außer weißes Licht. Danach waren meine Beine versteift und ich konnte sie nicht mehr bewegen. Neben bei kamen noch die Zitter Anfälle und die Stimmen, die ich hörte. Meine Stimme wurde mir geraubt und meine Umgebung hat sich verändert. Was kommt danach?

Ich hasse dich.

Ich weiß, eigentlich sollte ich langsam damit aufhören mir Gedanken darum zu machen. Vor Weihnachten, musste ich was für mein Handy suchen und hab den ganzen Dachboden auf den Kopf gestellt. Natürlich bin ich über Max Sachen gestolpert, es ist gruselig, es sieht aus wie ein Grab und alles ist unter Staub begraben. Als ob Max gestorben wäre, aber das ist er auch irgendwie. Naja, wenigstens habe ich die guten Erinnerungen unter einer Kiste begraben. Da gehört es nämlich hin, ich gebe ein fick auf den Menschen, der er geworden ist. Also schob ich den Kram bei seite und bin auf einen Zettel gestoßen. Ich faltete ihn auf und mir blieb kurz die Luft weg. Es war eine Collage die ich mal als kleines Kind gefunden habe. Meine Mutter hat es mir damals weg genommen, als ich es gefunden habe. Seit dem habe ich es nie wieder gesehen. Ich war da vielleicht 4 oder 5. Damals wusste ich nicht mal, wer dieser Mann auf den Fotos war aber sein Gesicht kam mir so bekannt vor. Und als ich es  nach den jahren wieder in der Hand hielt, kamen mir die Tränen. Es war mein Vater, Erzeuger, was auch immer. Ich hatte schon als ich klein war das Gefühl, dass es mir gehörte. Ich glaube, mein Vater hat es für mich gemacht, bevor er gegangen ist. Auch wenn er dachte, dass wir zusammen weg laufen würden, hat er es wohl doch irgendwie geahnt. Da ist Amerika zu sehen, vielleicht hat er es ja mit der Post geschickt. Ich weiß es nicht. Ich hab den Zettel mit genommen und seit dem unter mein Kopfkissen getan. Ich habe an dem Tag auch von ihm geträumt und schaue es mir jeden Tag an. Ich weiß auch nicht, ich habe eine Familie und einen Papa, der alles für mich tut. Aber diese Verbindung zum Blut, lässt mich nicht richtig los. Er ist da draußen, er hat sogar facebook. Aber melden tut er sich nicht und ich auch nicht. Ich traue mich nicht, ich habe Angst abgewiesen zu werden. Aber vielleicht denkt er ja genau so wie ich. Wieso konnte er nicht eher von mir gehen, so, dass ich mich gar nicht mehr an ihn erinnere? Aber er war lang genug da, dass ich sein Gesicht immer wieder erkennen würde. Ich hasse ihn dafür.

Kindergarten.

Ich hätte nie gedacht, dass ein Kindergarten mich so glücklich machen kann. Gestern wusste ich überhaupt nicht, wie ich es angehen sollte. Ich bin generell ein sehr ruhiger und schüchterner Mensch am Anfang, wie soll ich dann auf fremde Kinder zu gehen? Aber die Kinder kannten das Wort Angst wohl gar nicht. Viele Kinder kamen auf mich zu und wollten mit mir spielen. Ein kleines Mädchen wollte sogar, dass ich sie an mich nehme. Und als ich heute wieder kam, rannten viele schon auf mich zu und umarmten mich zur Begrüßung. Die Jungs wollen mit mir natürlich immer Lego bauen und da baute ich einfach drauf los. Die wahren bei allem was ich tat total begeistert. Das waren die großen 5 jährigen Jungs. Aber der bewegenste Moment war für mich, als mich ein kleines Mädchen an die Hand nahm, weil sie mir was zeigen wollte. Und noch oben drauf, wollte eine süße kleine zwei jährige auf meinem Arm und hat ihren Kopf an meinen angelehnt. Leider streiten sich auch schon einige um mich und wollen mich auch nicht teilen. Das ist dann immer sehr anstrengend, aber irgendwie auch ein Kompliment. Aber als heute zwei Kinder Geburtstag hatten und 5 Jahre alt wurden, viel mir wieder ein, warum ich Erzieherin werden wollte. Meine Kindergarten Zeit war die schlimmste Zeit für mich. Ich wollte nie nach Hause, weil Roland nur auf mich gewartet hat, um mich wieder zu schlagen. Im Kindergarten konnte ich ein richtiges Kind sein. Ich konnte wie die anderen lachen, rennen und Spaß haben. Und als die kleinen heuten 5 wurden, erinnerte ich mich kurz an meinen fünften Geburtstag im Kindergarten. Ich werde nie die Erzieherin vergessen die gesagt hat „Du bist schon fünf, eine ganze Hand voll“ und durfte dann ein Hand abdruck machen. Das war für mich einer der schönsten Geburtstage. Deshalb will ich Erzieherin werden, um den Kindern wenigstens etwas Freude wieder zu geben und das sie keine Angst vor der Welt haben müssen.

Unmöglich?

Heute morgen, da wollte ich zuerst gar nicht aufstehen. Ich fühlte mich so schwach und kaputt, dass ich auf nichts Lust hatte. Aber dann bin ich doch aufgestanden, für meine besten Freunde. Ich fühle mich schon oft genug wie eine schlechte Freundin, weil ich mich kaum bei den beiden melde. Ein treffen kurzfristig abzusagen, wäre so garnicht mein still. Und als wir dann zusammen als Gruppe durch meine alte Stadt liefen, fühlte ich mich kurz wieder wie 5 Jahre alt. Ich blühe richtig in dieser Stadt auf, dass sogar meine Schmerzen verschwanden. Ich war in dieser Zeit mit meinen Freunden richtig glücklich. Und als der Film vorbei war merkte ich erst, dass es Lea nicht gut ging. ,,Herzrasen“, sagte Martin nur und googlte, was man dagegen tun konnte. Als ich die Tränen in Leas Augen sah, sah ich kurz mich selbst wieder. Lea und ich haben viel gemeinsam, auch, dass unsere Gehirne anders sind, als die von anderen. Genau so wie ich, hat sie Momente, wo sie nicht weiß was mit ihr passiert und da dreht ihr Körper dann durch, genau wie meiner. Nur hat sie keine Chronischen Schmerzen so wie ich. Das ist der Unterschied. Aber in dem Moment wusste wenigstens ich selbst, was zu tun war. Sie ablenken. Mit ihr reden. Sie zum lachen bringen. Und nach einer halben Stunde, ging es wieder.  Mein bester Freund schüttelte nur den Kopf und meinte lächelnt, dass wir nicht ganz normal wären. Ich war froh, dass es bei Lea nicht ganz so schlimm war, wie bei mir letzte mal. Ich höre den Krankenwagen immer noch in meinem Ohr. Aber auf dem Rückweg, fingen die Schmerzen dann wieder an. Ich habe mich daran gewöhnt, dass sie manchmal für kurze Zeit verschwinden aber leider immer wieder zurück kommen. Und immer wenn das passiert, fühle ich mich noch schwächer und noch kränker. Mein Hüfte tut irgendwie immer mehr weh. Ich bekomme die Worte von Arzt nicht aus dem Kopf, dass da etwas nicht stimmte. Wäre ja ein wunder, wenn ich einmal nichts haben würde. Das ich noch erkältet bin, macht es die Sache auch nicht besser. Bei einer erkältung sollte man sich ausruhen. Aber für meine Krankheit, ist das pures Gift. Die Ärzte und Therapeuten haben mich immer davor gewarnt, dass ich mich nicht zu lange schonen sollte, wenn ich einmal krank sei, dass würde alles nur noch schlimmer machen. Also renne ich seit einer Woche mit einer erkältung, die nicht richtig weg geht, weil ich immer auf den Beinen bin und wenn ich mich zu lange schone, werden meine Schmerzen immer schlimmer. Was mache ich also? Ich laufe. Eine erkältung ist zwar total nervig aber wenigstens tut sie mir nicht weh. Auch wenn meine Rippen jetzt irgendwie weh tun, hoffe ich nicht, dass ich schlimmer krank werde. Ich will mir nicht ausmalen wie es sein wird, wenn ich Fieber habe..

Neues Jahr!

Ist es okay, jemanden los zu lassen? Jemanden, der einmal dein Held war? Gestern ist ein Streit eskaliert. Ja, zwischen Max und ihm. Das die beiden sich nicht mögen, war mir von Anfang an schon bewusst. Das erste mal, wo ich Max gefragt habe, ob ich mich mit ihm treffen darf hat mir gezeigt, dass Max ihn hasste. Max war eifersüchtig auf ihn. Anders rum ist es heute irgendwie auch. Ich könnte das nicht mit ansehen, wenn die beiden sich schlagen würden. Ja ich habe Max geliebt, mehr als sonst irgendwen..aber das war bevor ich ihn traf. Und wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich ohne zu zögern mich für ihn entscheiden. Max und ich haben uns gestern noch richtig gestritten und irgendwann wurde ich so sauer, dass ich seine Mutter mit rein gezogen habe. Josh hat gesagt, ich sollte mich schämen, für jemanden so Loyal zu sein und Max einfach so zu verletzen. Wenn es aber um ihn geht, gibt es kein halt bei mir. Es passiert einfach automatisch, dass ich ihn verteidige. Weil ich ihn liebe. Max war mal ein Teil von meinem Leben aber, er ist für mich gestorben.