Archiv für den Monat: November 2018

Strom.

Das Jahr ist bald rum und irgendwie denke ich mir jedes Jahr: Was zur Hölle war das?!

Bei meinem Führerschein sieht es langsam wenigstens besser aus. Als ich gestern da war, hab ich sogar ein Bogen bestanden. Der Fahrlehrer meinte, dass ich bald in die Prüfung gehen könnte. Ich weiß noch wie Svenii und ich da saßen und wir darüber lachen mussten, weil wir im Februar angefangen haben und wir schon fast Dezember hatten und wir nicht mal die Theorieprüfung bestanden haben. Meine Freunde sind echt goldwert. Svenii und Lea erinnern mich immer an die tollsten Momente, sei es in der Schule oder in der Freizeit. Sie erinnern mich an eine Zeit, wo alles noch normal war. Lea, Svenii und ich waren in der Schule immer zusammen. Ab und zu bin ich zu Max gegangen und ich war einfach glücklich. Das wir alle in einer Klasse saßen war das beste für mich. Wenn man nur zu Schule geht, um seine Liebsten zu sehen, dann hat man die Definition von Freundschaft. Ich habe nie fünfen geschrieben und Schmerzen haben nie mein Leben beeinflusst. Ich finde solche Erinnerungen immer wieder schön. Wo Noten meine einzigen Sorgen waren, wo ich noch gesund war und Max Mutter noch lebte. Lea merkt, wie sehr ich in mich hinein sinke, seit dem meine Krankheit immer tiefer in meinem Gehirn verankert ist. Immer schreibt sie mir und will Zeit mit mir verbringen. Sie ist echt eine beste Freundin. Und wenn ich traurig bin, versucht sie immer alles positiv zu reden. Ich kann echt froh sein, solche Freunde zu haben. Suyien fragt auch immer ob ich Zeit habe und hat mal aus Spaß gesagt „Ja du meldest dich ja sonst nie“. Das zu hören, tat mir schon etwas weh. Vernachlässige ich meine Freunde so sehr? Ich habe das Gefühl, dass nicht nur ich unter meiner Krankheit leide, sonder die ganzen Menschen um mich herum auch. Familie und Freunde. Mit meiner Mutter streite ich mich in letzter Zeit nur noch. Sie macht mich aggressiv wenn sie davon redet, was ich alles tun könnte, damit es mir besser geht. Ich weiß es doch selber. Aber sie sagt, sie sieht nicht, wie sehr ich mich bemühe. Mein Vater kann davon nicht viel mit reden, ich hab ihn seit zwei Tagen nicht mehr gesehen, weil er arbeiten ist. Und wenn wechseln wir nur ein zwei Worte miteinander. Seit meine große Schwester ausgezogen ist, hat sich einiges geändert. Ich bin einfach wütend. Aber das ist mein Kampf und keiner soll darunter leiden müssen, dass wurde für mich bestimmt.  Und ich werde lächeln, obwohl meine ganzen Knochen unter strom sind.

IchLiebeDich

Ich habe damals immer gedacht, dass Männer kein Herz haben. Ich frage mich, wie ein Mann eine vier jährige gegen die Wand pressen konnte und ihr ins Gesicht geschlagen hat, als wäre es gar nichts. Ich frage  mich, wie es ihn nicht interessiert hat, dass er mich gegen die Tür geschubst hat und meine Lippe platzte und das Blut einfach so runter floss. Er hat nur gesagt, ich soll das sauber machen. Alles was blieb, war die Narbe an meiner Lippe. Aber er hat mich nicht zerstört. Ich hatte zwar mehr Angst als andere Kinder, war aber als ich hier her zog, das glücklichste Kind überhaupt. Mit acht Jahren war mein Leben wunderschön. Ich habe auf den Straßen gespielt und habe gesehen, wie jedes Haus hier aufgebaut wurde. Ich bin mit meinem Hund immer durch die Mais Felder gerannt mit zehn und ich hatte alles was ich brauchte. Bis ich mit elf Jahren einen dummen Gedanken hatte. Wo ist mein Vater? Ich habe ihn gefunden. Eine elf Jährige, versessen darauf, ihren Vater zu finden hat eigenständig ihn in Amerika aufgespürt und zu ihm Kontakt aufgebaut. Es waren die schönsten zwei Wochen, die ich mit meinem Vater hatte. Wir haben jeden Tag geskypt und ich schrieb mit ihm immer im fünf Uhr morgens, weil es da bei ihm 23 Uhr war. Und dann ging ich zur Schule. Aber als alles raus kam, war er der erste Mann, der mir das Herz brach. So viele schreckliche Dinge musste ich mir von meiner Mutter anhören und ich merkte, wie alles in mir stück für stück zerbrach. Aber meine Mutter hat dabei so sehr geweint, dass ich völlig verstört war. An dem Tag habe ich meinen Hund geschnappt und bin raus gegangen. Ich bin gerannt, ins Mais Feld, habe mich hingekniet und geweint. Ich habe noch nie so laut geschrien. Wie kann jedes Wort von ihn eine einzige Lüge gewesen sein? Ab da wurde ich ganz anders. Und mit zwölf wollte ich mich dann umbringen. Alles war geplant. Als ich das Blut sah, war es fast so weit. Aber da hörte ich eine kleine Stimme die mich rief. Es war meine kleine Schwester, die damals fünf Jahre alt war. Und sofort kam mir ihr lächeln vor Augen, wie sie sich immer freute, wenn ich von der Schule kam. Ich konnte ihr das nicht antun. Und so hörte ich auf. Mir wurde aber alles egal. Meine Noten waren schlecht und son Typ wie Sven nutzte das alles aus. Dann empfand ich so viel Wut und Hass auf Männer, dass ich Sven nur noch Leiden sehen wollte. Männer sind grausame Wesen, dachte ich mir, als ich den plan schmiedete, Sven vor der ganzen Schule bloß zu stellen. Ich war da immer noch zwölf, fast dreizehn. Und ich hatte es geschafft. Alle lachten ihn aus und schlugen auf ihn ein. Er hat seine ganzen Freunde verloren und ich habe gelacht. Bis ich mich irgendwann darin verlor. Er hat es verdient. Und dann kam noch Nico, der mich ja so sehr geliebt hat. Mein Gott diese Jungs waren alle damals so naiv. Sahen die nicht, wie kaputt ich war? Ich meine ich habe einem Jungen gerade alles genommen und er hat deshalb die schule eher verlassen. ich war zu jedem Jungen eis kalt. Aber dann kam eine Flamme auf mich zu. Sie schenkte mir wärme, Licht und Geborgenheit. Das aller wichtigste aber: Liebe. Er war ein guter Junge und wollte mir helfen. Es hat lange gedauert, bis ich ihn an mich ran ließ. Aber er war es mir Wert. Max ist mein Retter gewesen. Er hatte mein Blut an seinen Händen und versprach mir, mich nie wieder zu verlassen. Ich habe ihn einmal gefragt, wieso er mich will, wo er doch so viele andere haben kann, die nicht so kaputt waren. Er schaute mir in die Augen und sagte: Weil mir die anderen egal sind und ich nur dich will. Kein Mann auf dieser Welt hat mich so glücklich gemacht. Wir haben uns mal auf den Boden gelegt und bis in die Nacht und über unsere Träume und Wünsche geredet. Ich war da vierzehn. Er war mein Held, diese roten Haare waren nicht der Teufel, es war das warme Licht. Ich danke dir Max, du hast dafür gesorgt, dass ich das gute in Menschen sehe. Ich würde alles für dich tun, du hast mich gerettet. Und nur wegen dir, weiß ich was Liebe ist. IchLiebeDich.

Ein Traum?

Ich habe von einem Kind geträumt. Ich kannte dieses Kind nicht, jedenfalls am Anfang nicht. Das Kind war ein kleiner Junge mit blauen Augen und blondem Haar. Er hatte einige Sommersprossen am ganzen Körper und seine Hände waren ganz klein. Ich glaube er war da drei oder so. Ich habe Tage in meinen Traum gelebt mit diesem kleinen. Ich war allein. Bis es irgendwann seine Arm zu mir ausstreckte und mich Mama nannte. Ich nahm das Kind automatisch auf meinen Arm, sagte, dass ich es immer beschützen würde. Keine Spur vom Vater. Ich war alleine mit diesem Jungen, der mein Sohn sein sollte. Alles ganz schön komisch, wenn man von sowas träumt. Als ich aufgewacht bin, war ich ziemlich verwirrt. Träume sind echt gruselig. Einmal habe ich von jemanden geträumt den ich noch nie gesehen habe und zack, stand er eines Tages vor mir. Dieser Moment war krass. Warum träumt man solche sachen? Sind es Vorahnungen? Das würde ja super passen, dass ich ein Kind allein groß ziehen würde. Dann würde sich meine Geschichte wiederholen. Und mein armes Kind hat den schmerz ganz tief in sich drin, nie einen  Vater zu haben und sich weniger Wert zu fühlen. Wenn das meine Zukunft sein sollte, habe ich was falsch gemacht. Komme auf diesen Traum nicht klar.

Freundschaft

Die Familie kann man sich nicht aussuchen, die Freunde aber schon. Und dann werden die richtigen Freunde, auch ein Teil deiner Familie. Jeder meiner Freunde hat gute und schlechte Eigenschaften. Meine beste Freundin zum Beispiel. Sie hört mir immer zu und wir haben uns wirklich noch nie gestritten. Aber verdammt, sie ist der unpünktlichste Mensch den ich kenne. Ich habe mich schon so oft darüber aufgeregt und bin damals nur wegen ihr immer zu spät in den WP1 Kurs gestürmt, weil ich sie vor der Schule immer abgeholt habe und sie ewig brauchte. Ich höre die Stimmen meiner Klassenkameraden immer noch, wie sie damals alle  zusammen immer „Zu späääääät“ gerufen haben und ich mich hinsetzte und mir dachte „Nur wegen dir Lea“.  Aber ich wollte nie ohne sie fahren. Mein bester Freund ist irre lustig. Man kann ihm alles anvertrauen und er verurteilt mich nie. Aber das er fast bei jedem Weib denkt, dass er verliebt ist , geht mir ganz schön auf die nerven. Wie oft habe ich ihn die Meinung gegeigt um ihn zu beschützen, dass er sich nicht in irgendwas verrennt. Und dann hinterfragt er alles, was man sagt. Aber verdammt, ich würde für die beiden sterben. Nicht nur für die beiden. Für alle  meine Freunde. Sie sind nämlich meine Familie geworden. Und es ist schwer, ehrliche Freunde zu finden. Wo ein „wie geht es dir?“ nicht nur eine begrüßungs Form ist, sonder weil man wirklich wissen will, wie es einem geht. Natürlich erzähle ich nicht allen meinen Freunden meine Geheimnisse. Ihm habe ich auch nicht alles erzählt, aber er weiß viel von mir. Und er hat mir auch vieles anvertraut.  Für ihn würde ich auch sterben. Aber es gibt gerade einen Freund, um den ich mir am meisten sorgen mache. Ja, Max. Er hat mir vor zwei Tagen erzählt, dass sein Vater Krebs hat. Ich war so sauer, dass ist alles so unfair. Er hat doch seine Mutter vor zwei Jahren an Krebs verloren und jetzt auch noch sein Vater? Er wäre ein weisen Kind. Das hat er nicht verdient. Und warum haben die alle Krebs? Wegen dem RAUCHEN. Ich will das meinen Kinder nicht antun müssen, zu sterben, wo sie mich doch am meisten brauchen, nur weil ich Lungenkrebs habe. Ich wäre sofort zu Max gerannt aber leider wohnt er nicht neben an. Ich will nicht wissen, was mit ihm passiert, wenn auch noch sein Vater Tod ist. Er war damals so ein glücklicher Junge und er ist gerade dabei, alles zu verlieren. Ich werde da sein Max. Ich werde deine Hand halten, wenn es so weit gekommen ist. „Freunde für immer“ sagten wir uns mit 14.

An meine Eltern

Du bist gerade in mein Zimmer gekommen Mama und hast gefragt, was ich mache. Das ich ein Blog habe ist einer der vielen Dinge, die du nicht über mich weißt. Du kennst mich, ich bin deine Tochter. Aber jeder hat seine Geheimnisse. Ich habe meinen Blog schon drei Jahre. Dort schreibe ich immer meine Gedanken und Gefühle auf, weil ich sie nie so wirklich ausdrücken kann. Ich weiß auch nicht, wieso ich mich euch nicht so öffnen kann. Man soll mit den Eltern doch alles reden können oder nicht? Ihr kennt mich Zuhause, als das Stille Mädchen, was nie wirklich etwas erzählt. Bei meinen Freunden bin ich die lauteste. Die verrückteste. Die, die immer so viel zu erzählen hat, weil bei ihr immer so vieles passiert. Vielleicht erzähle ich euch nicht so viel, weil ich leider von klein auf mich meiner Angst stellen musste, jeden Tag. Die Angst hat so viel Macht über meinen Körper. Als ich dich kennenlernte Papa, hatte ich Angst vor dir. Ich wollte nie mit dir alleine sein. Ich wollte, dass du gehst. Weißt du noch Mama, als du Roland endlich raus geworfen hast und er nur zwei Wohnungen weiter von uns entfernt war? Das war mein Schulweg. Ich bin morgens immer daran vorbei gerannt. Und zurück bin ich immer durch die Schrebergärten gelaufen. Manchmal hast du mich sogar angemeckert, dass ich so spät zuhause sei. Dabei bin ich immer ein Umweg gelaufen, aus lauter Angst. Das wusstest du wahrscheinlich nie. Wie gesagt, du kennst mich, aber du weißt viele Dinge nicht. Als ich das erste mal mit Papa alleine war, war ich krank. Ich hatte Magendarm und du warst arbeiten. Er war in unserem Zimmer am Computer und ich lag im Bett. Ganz still war ich und habe versucht, so leise wie möglich zu atmen. Aber als ich zur Toilette musste, wollte ich mich leise raus schleichen. Roland hat nämlich alles an mir kritisiert. Wie ich laufe, wie ich esse, ja sogar wie ich mir die Hände waschte. Und machte ich es einmal nicht so, wie er es wollte, zack, lag ich auf dem Boden. Papa hat gemerkt, dass ich raus wollte. Er fragte mich, wieso ich mich raus schleiche, es sei doch total normal, dass ich zur Toilette musste, wenn ich krank bin. Ich sagte nichts und ging ganz schnell aufs Klo. Mein Herz raste und ich habe gehofft, das du nach Hause kommst. Er hat sich wirklich immer so viel Mühe gegeben, mein Vertrauen zu gewinnen. Jetzt kommen mir wieder die Tränen. Er hat mir so vieles beigebracht und sich um mich gekümmert. Und als Emely da war und Papa immer mit ihr Spazieren gehen wollte, bin ich mit gegangen. Aber nicht wegen Papa. Ich hatte Angst. Angst, dass er Emely etwas antut. Ich wollte sie beschützen, eine Siebenjähre hatte solche Gedanken. Das alles nur wegen der Angst. Obwohl Papa doch so ein guter Mensch ist. Nach einer Zeit ging es. Und als ich zehn war und Emely drei, haben wir viel auf dem Heuboden gespielt. Wir haben immer eine Heuschlacht gemacht. Einmal habe ich aber nicht aufgepasst und Emely bekam Staub ins Auge und fing an zu weinen. Du warst in der Nähe Papa und hast gefragt, was passiert ist. Ich hab versucht es dir zu erklären und wollte Emelys Hand nehmen aber du wolltest mich zur Seite schieben..und hast mich dann ausversehen geschubst und ich viel hin. Sofort bekam ich Angst und selbst deine geschockten Augen und dein „Es tut mir leid“ kam nicht bei mir an und ich rannte weg. Ich habe dann geweint, weil ich etwas falsch gemacht habe und auf dem Boden lag, wie Roland es früher gemacht hat. Es sind diese Kleinigkeiten, die ihr nie wusstet. Kleinigkeiten, die mich geformt haben. Du konntest nichts dafür Papa, du wusstest nicht, dass ich danach noch mehr Angst hatte, was falsches zu tun. Das speicherte sich alles  bei mir ab. Aber je älter ich wurde, desto mehr ging das in den Hintergrund. Ihr habt nichts falsch gemacht, dass alles ist nicht eure Schuld. Du hast für uns gekämpft Mama, in Zeiten, wo wir nur uns drei hatten.  Und Papa, du kamst leider zu spät um mir all die schönen Dinge zu erzählen, denn bei mir war schon was verankert. Ich hatte immer das Gefühl, ein Problem Kind zu sein. Es lag nicht an euch. Ich wollte auch so gut sein, wie Michela, sie war schon immer mein Vorbild gewesen. Ich hatte das Gefühl, dass alle in meiner Klasse immer besser waren als ich. Woher kam denn diese Unzufriedenheit? Wieso habe ich mich immer so hart beurteilt? Das weiß ich selber  nicht, es war einfach wie eingespeichert. Und zu meinem Pech wurde ich auch noch krank. Chronische Schmerzen zu haben, sind nicht einfach nur Schmerzen. Ich stehe morgens auf und fühle mich, als hätte ich Fieber. So schlapp und müde aufzustehen will niemand. Die meisten bleiben ja dann mit Fieber im Bett liegen. Leider darf ich das nicht. Ich stehe aber immer später auf, ich hab schon oft deswegen fast den Bus verpasst. Ich erinnere mich an das Mädchen, die perfekt immer alles organisiert hat und immer pünktlich für die Schule aufgestanden ist. Es macht mich traurig, dass sie plötzlich so weit entfernt scheint.  Ich fühle mich einfach dauerkrank. Noch dazu kommen die Schmerzen, die hin und her von Körperteil zu Körperteil wandern, als ob es Leben würde. Ich kämpfe mit meinem eigenem Gehirn. Mein Schmerz ist so unterschiedlich, es fühlt sich immer anders an. Manchmal wie ein blauer Fleck, dann wie Feuer aber ganz oft wie Strom. Es ist ein ekelhaftiges Gefühl, wenn der Strom durch deine Knochen hin und her wandert. Ihr tut mir leid, Mama und Papa. Mama, du kannst mir nicht helfen und das ist das schlimmste, was einer Mutter passieren kann, meintest du. Wenn dein eigenes Kind leidet und man nur zusehen kann. Ich kann nicht sterben Mama, Gott will nicht, das ich sterbe. Ja und ich stehe nur für euch auf. Wie oft wollte ich im Bett liegen bleiben, weil mich meine Schmerzen die ganze Nacht wacht gehalten haben. Und ich gehe trotzdem zur Schule. Mein Gesicht ist manchmal so blass, dass meine Freunde sagen, ich sehe aus wie der Tod. Ja, so fühle ich mich oft. Aber ich lächel dich immer an Mutter. Ich bleibe stark, ich bin dein Kind. Deine Stärke fließt durch meinen Adern. Ich werde eines Tages genau  stark sein für meine Kinder. Du würdest für mich sterben Mama. Ich würde auch für dich sterben. Für jeden von euch in meiner Familie. Emely, es tut mir leid, dass du mich oft  sehen musstest. Du kamst manchmal einfach in mein Zimmer und hast mich weinen gesehen. Auch wo ich meine Anfälle hatte, habe ich deine Angst in deinen Augen gesehen. Manchmal hast du mir sogar geholfen. Als ich geweint habe, hast du dich neben mich gesetzt und hast mir ein Taschentuch gegeben und mich ganz doll umarmt. Es tut mir leid Emely, ich bin die große, ich muss auf dich aufpassen, nicht umgekehrt. Ich bin stolz auf dich. Papa, ich weiß wir hatten nicht immer so ein guten draht zueinander. Das war nicht fair von mir.  Du hast mir das Uhrenlesen beigebracht mit fünf. Du hast mich abends immer ins Bett gebracht in Bochum. Du hast mir eine kleine Schwester geschenkt und dieses Leben hier. Du warst mit mir bei so vielen Ärzten um heraus zu finden was ich habe. Du gehst jeden Tag raus und kämpfst mit deinem Leben, nur damit wir in ruhe schlafen können. Ich denke viel darüber nach wie meine Krankheit entstanden sein konnte. Ich hatte nie wirklich einen Unfall, der meine ganz Körper Schmerzen ausgelöst haben kann. Aber mir den Kopf zu zerbrechen macht die Sache nun auch nicht besser. Meine Freunde haben es nicht leicht mit mir in letzter Zeit. Ich hab mich gestern aufgerafft, mich mit meiner besten Freundin wieder zu treffen. Ich melde mich nie bei ihr, was mir auch leid tut. Obwohl ich sie über alles liebe. Svenii hab ich schon lange nicht mehr gesehen, drei Monate oder so. Bei Martin melde ich mich auch nie, obwohl er mein bester Freund ist. Aber ich bin zu müde, um meine ganzen storys zu erzählen und zu müde, um mir seine anzuhören.Ich war damals ein echt guter zuhörer. Aber mitlerweile kann ich nicht mal mehr richtig zuhören, wenn man direkt mit mir spricht. Das ich nicht mal absicht. Es tut mir leid. Ich bin selber zu ihm richtig kacke. Ich sage dinge, ohne darüber nachzudenken. Max hat mich für diese Eigenschaft geliebt. Ich hab nie groß drum herum geredet, sondern war knall hart. Bei ihm bin ich wohl zu knall hart.  Ich weiß auch nicht wieso. Als ich letzte Woche bei ihm war und er raus gegangen ist, habe ich von seiner Schwester einiges erfahren und es hat mich etwas stutzig gemacht. Er hätte wohl ein alkohol Problem. Da tat er mir leid und ich wollte eigentlich zu ihm und ihn umarmen aber ich blieb wie angewurzelt sitzen. Obwohl wir nicht zusammen sind und das wahrscheinlich auch nie passieren wird, bin ich mitten in seiner Familie drin und die reden so mit mir, als ob ich zur Familie gehöre. Seine Schwester hat mich schon immer gemocht, meinte sie. Sie hat mir mal gesagt, wie froh sie ist, dass er mich kennengelernt hat.  Wir haben uns glaube ich im Juni für zwei Stunden getroffen, als er arbeiten war. Er weiß nichts davon, er musste auch nicht wissen, wie sehr wir uns wirklich verstanden. Sie hat mir so viel von seiner Vergangenheit erzählt, so viele Dinge wo ich mich gefragt habe: Und was soll ich jetzt machen? Sie hat wahrscheinlich gehofft, dass ich ihn zu irgendwas bewege. Hab ich das? Ich denke nicht so wirklich. Und obwohl ich alles über seine Vergangenheit weiß, bin ich trotzdem bei ihm geblieben. Ich war für ihn da und er für mich. Mama, du hasst ihn aber du kennst ihn nicht so wie ich. Er hat schon so vieles für mich getan und mich so oft zum lachen gebracht. Er hat ein gutes Herz und ich werde immer hinter ihm stehen. Als Freunde.

Heute gehe ich auf einen Geburtstag. Aber mir geht es gerade richtig scheiße. Abzusagen wäre echt scheiße, ich will meine Freundin nicht enttäuschen, die sich so darüber gefreut hat. So, einfach mein lächeln auf setzten, mich nach Wochen wieder schminken, damit ich nicht wie de Tod aussehe, was hübsches anziehen und fertig. Ich schaff das schon. Ich muss.

Alltag

Ich finde den Anfang der Woche immer ganz schwierig. Kenn ihr das, wenn ich nach einer Feier mit zu viel Alkohol aufwacht und man sich einfach total scheiße fühlt?  So viele ich mich jeden Morgen. Im Bett liegen bleiben is aber nicht. Man muss aufstehen und da raus gehen. Mit einem dröhnenden Kopf, einem blassen Gesicht und nebenbei wird einem noch scheiße übel. Mein Morgen. Jeden Tag. Ich konnte wieder niemandem zu hören und war Geistig gar nicht anwesend. In Mathe fing meine linke Hand auf zu geben und versetzte sich in eine Starre. Ich konnte einfach mein Stift nicht mehr halten. Dann kam mein ganzer Arm hinterher. Will mein Körper mich eigentlich verarschen? Meine linker Arm wurde eiskalt und blau lila. Tja, bei meinem Glück ist er jedenfalls nicht abgefallen. Dann wurde mir richtig heiß und ich sah nur noch Umrisse. Nochmal kippe ich nicht um, dachte ich und stand auf. Den Mathe Lehrer hat das gar nicht mal gemerkt, dass ich wieder kurz vorm zusammenklappen war.  Ich ging durch meine Reihe und stolperte fast auf den Boden. Meine Beine zitterten, werten sich, weiter zu laufen. Mein linker Arm hang einfach nur noch neben mir. Ich hörte die Stimmen meiner Klassenkameraden, je mehr mich das Licht holte. Aber ich riss mit aller kraft mit meiner rechten Hand die Tür auf nach draußen und der kalte Wind befreite mich. Meine Sehkraft kam wieder und ich konnte wieder normal sehen. Die frische Luft tat mir so gut aber mein linker arm wollte sich immer noch nicht bewegen. Viele fragten mich, ob es mir gut geht und meine Freundin war so süß und hat sich so gut um mich gekümmert. Ein Freund von mir dagegen, war wie jeder andere. „Geh doch nach Hause, wenn es dir nicht so gut geht“. Dieser Satz machte mich so wütend, dass ich ihn angeschrien habe.  Normale Menschen haben doch keine Ahnung wie sehr ich kämpfe und mir wünschte, gar nicht mehr mein Bett zu verlassen. Als ich zuhause war, klagte meine Mutter über Rückenschmerzen, wie sehr ihr das weh tut und es nach Tabletten einfach nicht besser wurde. Als ich sie einschmiere musste am Rücken musste ich es einfach raus lassen. „Stell dir vor, du hast diese Schmerzen jeden Tag und es gibt garichts, was es besser machen würde“. Sie sagte: Das wäre schrecklich, so würde ich nicht leben wollen“. Zack, meine Mutter jammert wegen jedem scheiß, also von ihr hab ich es jedenfalls nicht, oder? Sage ich jeden Tag zu meinen Mitmenschen, was ich für schmerzen habe und wie schlimm die sind? Nein, ich lächel sie an. ,,Genau so fühle ich mich jeden Tag“ antworte ich ihr und verließ schweigend das Zimmer. Menschen die sagen, sie haben Kopfschmerzen, alles ist scheiße und ihr Tag war ja so anstrengend , mit den will ich mal ein Tag tauschen. Aber bei mir kommt so viel auf einmal, ich weiß gar nicht mehr, auf was ich reagieren soll. Der Typ mit dem ich gestern dieses Date hatte, wollte sich heute wieder mit mir treffen. Mit diesem Zustand? Aähm, nein? Und dann wollte er noch telefonieren. Was soll das? Er nennt mich schon Prinzessin obwohl wir uns nur einmal getroffen haben. Ich glaube, er ist etwas anhänglich und gerade jetzt nervt mich das. Und der will mir einfach so Geld geben! Wir treffen uns Mittwoch und da hat er eiskalt gefragt, ob ich Geld brauche. Natürlich brauche ich Geld aber ich hasse es zu schnorren. Und überhaupt ist das mega unhöflich. Der wollte mir eiskalt ein 50 Euro schein geben! Ich habe auf 20 reduziert, so viel Geld will man doch nicht annehmen. Will er mich etwa kaufen? Dieser Typ ist komisch. Und überhaupt macht er mir mindestens 10 mal am Tag ein kompliment. Das ist viel zu viel, ich will doch nicht, dass mich ein Typ vergöttert und mir am Arsch hängt. Jemanden den ich beleidigen kann und er mir ein konter gibt und wir beide fangen an zu lassen, ist viel schöner. In der dunkelheit betrunken durch die Stadt zu laufen mit dem richtigen Menschen ist viel schöner, als Geld zu bekommen. Es sind diese Momente, die Menschen näher bringt. Noch dazu hasst er raucher. Er hat sie „nichtsnutzen“ genannt. Sofort wurde ich pissig und sagte, man sollte keine Menschen sofort verurteilen, nur weil sie etwas tun, was man nicht mag. Dabei habe ich nur für einen Menschen gesprochen. Gruselig, dass ich ihn schon unbewusst in Schutz nehme. Auch wenn ich mega wütend auf ihn wäre, würde ich ihn bei anderen immer verteidigen. Ich mag ihn einfach immer noch. Natürlich. Mit ihm die Zeit zu vertreiben ist wesentlich entspannter.

Gegen meinen Willen

Ich bin gerade vom Date wieder zurück gekommen. Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Kennt ihr dass, wenn ihr einen Menschen das erste mal sieht und man entweder den drang hat, noch mehr von ihm sehen zu wollen oder den drang hat, ganz weit weg zu laufen? Ich habe beides. Der Typ ist begeistert von mir, was mich nicht besonders gewundert hat. Es klingt zwar eingebildet aber alle Typen die ich kennenlerne, wollen entweder mehr oder finden mich cool und bin mit den gut befreundet. Dieses mittelding hasse ich ja total. Deshalb  habe ich auch nicht mit jedem Typen der was von mir wollte mit dem geschlafen, dann wäre die Liste lang. Ich habe auf der Autofahrt daran gedacht, was dieser Typ eigentlich alles hat. Alles was man braucht. Warum war ich dann nicht so glücklich? Ich habe kurz an ihn gedacht und mich gefragt, ob er auch die letzten Tage an mich gedacht hat. Wahrscheinlich hat er sich auch schon andere bitches geklärt und ich bin für ihn nur noch Vergangenheit. Eine Sache mehr, die mich dazu veranlasst diesem Typen eine chance zu geben. Wenn er ohne mich leben will dann muss ich lernen, mich mit dem Gedanken an zu freunden, dass mich bald jemand anderes anfässt. Obwohl ich ihn immer noch liebe muss ich lernen, ihn los zu lassen. Obwohl ich immer zu ihm rennen würde und diesen kaputten Jungen einfach in den Arm nehmen könnte, kann ich das bald nicht mehr. Ich hoffe er verzeiht mir, dass ich bald nicht mehr zu ihm rennen werde oder ihn auf die Stirn küsse und sage, dass alles gut wird. Er wollte es so, ich muss nur damit leben.

Glücklich?

Ich vermisse ihn. Ich weiß nicht, wieso er mir so wichtig ist. Wieso geht er nicht aus meinem Schädel raus? Ein Freund von mir auf der Klasse ist nicht gerade die große Hilfe. Er reden nur von ihm, wie soll ich mich dann auf jemand anderen konzentrieren? Der Typ der mich Daten will am Sonntag hat eigentlich alle, was meine Mutter sich für mich wünscht. Er hat ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, ein guten Job und ist auch noch gut aussehend. Das er mich ausführen möchte, ins teure Extrablatt und mich noch mit seinem teurem Audi abholt davon war meine Mutter begeistert. Ich habe auch versucht, mich zu freuen. Ein Mann, der mal sein Leben auf die reihe bekommt, aufmerksam ist und mich einfach anruft, um meine Stimme zu hören. Ich sollte eigentlich glücklich sein. Wieso bin ich es dann nicht? Irgendwie glaube ich, dass er immer noch tief in meinem Herzen ist. Ich habe mit ihm so viel erlebt, sowohl gute als auch schlechte Momente. Ich würde ihn wählen , immer. Aber leider muss ich diesen anderen Weg nehmen, ohne ihn. Ich will neben ihm liegen und seine Hand halten. Wenigstens nur noch ein mal, dann bin ich glücklich.

Wechsel

Ich habe heute von meinem Vater geträumt, ja, von meinem leiblichen. Ich war da ganz klein, 3 Jahre  oder so und habe mich selber gesehen auf einer Schaukel, mein Dad hat mich angeschubst. Er hat mir die Sterne gezeigt und über den Himmel gesprochen. Alles auf polnisch. Er meinte, dass diese Sterne Engel seien die nur darauf warten, einem Menschen zu helfen und im Schlaf über dich wachen. Selbst mein dreijähriges Ich hat auf polnisch geantwortet. Ich habe fast vergessen, dass es meine erste Sprache war, die ich konnte. Es tat gut ihn zu sehen. Alle sagen, er sei ein schlechter Mensch. Dabei habe ich doch gesehen, wie er mich gehalten hat und mich ins Bett getragen hat. Ich habe in dieser Nacht, noch nie so gut geschlafen, das ist schon ewig her gewesen. Ich habe den ganzen Tag über diesen Traum nachgedacht. Wieso träume ich von ihm? Ich kann mich sogar an den Ort erinnern, wir waren da im Urlaub gewesen. Ich habe heute erfahren, wo mein Vater im Gefängnis sahs. Das ich nur 23 km von meiner Stadt entfernt. Krass wie nah die Vergangenheit meines Vater hier bei mir ist. Das mit meinem Vater, geht mir schon sehr nah. Manchmal hasse ich ihn, für das was er getan hat und manchmal fange ich an zu weinen, weil ich ihn vermisse. Ein Kampf ist das in mir. Ich überlege ihn schon zu Kontaktieren, aber ich will nicht enttäuscht werden. Er ist ein krimineller, rauchender, Tätowierter Mann aber scheiße, ich bin sein Fleisch und Blut. Meine Mutter wollte mich immer nach ihr formen, damit ich ja nicht so werde wie mein Vater. Ich kann nicht fassen, dass sie einfach ein Teil von mir vertuschen wollte. In der Stadt bin ich die Tochter eines Polizisten. In Wahrheit die Tochter eines Kriminellen. Ich trage seinen Namen und bin ein Teil von ihm. Die Sprüche meiner Mutter, gehen mir auch auf die nerven ,,Das hast du nicht von mir“, schön! Ich bin nicht du Mama! In mir ist noch eine andere Seite, die du immer unterdrücken wolltest! Ich bin scheiße wütend und ich weiß nicht mal wieso! Ich habe chronische Schmerzen und keiner weiß so recht, woher das kommt! Normalerweise entsteht chronischer Schmerz durch akut Schmerz. Der war bei mir nie vorhanden. Ich spüre diese innere Unruhe und habe den drang, irgendwas kaputt zu machen. Es ist genau so wie bei ihm. Wenn einer schlecht über ihn redet, verteidige ich ihn sofort, weil ich weiß, dass er kein schlechter Mensch ist. Meine Mutter redet von meinem Vater so schlecht, dass ich glaube, dass es gar nicht so wahr ist. Sie redet über ihn auch schlecht und ich motz sie an, dass sie in meiner Gegenwart, nicht so über ihn sprechen soll und ihn in Ruhe lassen soll. Seit dem ich sie mal richtig zur sau gemacht habe deswegen, lässt sie ihn auch in Ruhe. Wenigstens etwas. Aber durch den ganzen Stress deswegen, ist mir etwas klar geworden. Mein Vater muss nicht so schlecht sein, wie sie es empfindet. Vielleicht sieht alles ganz anders aus. Ich muss die Antwort wissen, solange er lebt. Wer weiß, wie es in Amerika  aussieht.

Ein schlechter Mensch?

Bin ich ein schlechter Mensch? Manchmal frage ich mich, ob in mir auch diese Kriminellen Gene stecken von meinem Vater. Es ist blöd zu spekulieren, wenn ich doch nicht wirklich etwas weiß. Ich bin 17.  Was weiß ich schon vom Leben? Menschen kommen und gehen. Geld hier, Geld da.  Man muss Wählen zwischen gut und böse.  Ganz einfach, nicht wahr? Meine Eltern wissen ja, wer gut und wer böse ist. Auf die sollte ich hören. Ob mein Stiefvater schon alles über ihn weiß? Bestimmt hat er davon gehört, aber gefragt habe ich ihn nicht. Ich versuche, mich da so weit es raus zu halten.  Ich habe damit abgeschlossen. Kein hin und her, keine unnötigen Streitereien. Ich werde etwas kühler sein, aber besser so, als mein Herz zu verlieren. Ich habe genug Probleme und er auch. Machen wir uns doch nicht gegenseitig zum Problem. Ich kann nicht schlafe, obwohl wir fast zwei Uhr morgens haben. Mir tut alles einfach wieder weh, ich hasse es. Ich kann nicht mal schlafen. Ich bin nicht so ein Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht oder gerne jammert. Deshalb habe ich das hier. Alles aufzuschreiben hilft mir, mich selber zu verstehen. Wie lange habe ich diesen Blog eigentlich schon? Seit dem ich 14 bin, krass. Wenn ich mir die scheiße durchlese, die ich vor drei Jahren geschrieben habe, könnte ich meinem früherem Ich gerne mal in die Fresse schlagen. Da hat man gemerkt, dass es mir gut ging. Ich habe mich aufgeregt, dass ich in der Schule in der zweiten Reihe sitzen musste! Was ein Weltuntergang! Und jetzt beschwere ich mich über Chronische Schmerzen. Ist ja fast das selbe. Ich frage mich, wie Max es mit mir ausgehalten hat, wenn ich auf jede Kleinigkeit geachtet habe. Man tut er mir jetzt leid. Naja, er hat mich wohl echt geliebt. Wieso habe ich ihn verlassen? Ach ja, da war ja was. Er gehört jetzt auch zu den Leuten, die  ihrer Freizeit sich die Birne weg kiffen und rauchen. Dabei weiß ich noch, wie er solche Menschen abstoßend fand. Es tat echt weh, ihn zu Grunde gehen zu sehen. Was denkst du dazu Moni? Du liebst deinen Sohn bestimmt immer noch, auch wenn er jetzt seit dem du Weg bist, viele Fehler gemacht hat. Ich denke manchmal auch an dich. Immer wenn ich eine Kerze in der Kirche anzünde, dann sehe ich ich dich vor meinen Augen. Dein Sohn vermisst dich, ich hoffe, Gott beschützt dich.  Leider konnte ich deinen Sohn nicht retten, ich habe ihn aber gerne geliebt. Ich hoffe, du konntest es von da oben auch sehen. Ich hoffe, dein Sohn findet eines Tages wieder eine neue Liebe, ich wünsche ihm nur das beste. Menschen die kiffen, sind keine schlechten oder dumme Menschen. Ich bin total dagegen..weil ich meine erste Liebe dadurch verloren habe. Ja Max, ich meine dich. Ich habe dir in die Augen gesehen und sah nur noch diesen rausch in deinen Augen, diese Leere, diese Dunkelheit. Was ich am kiffen besonders hasse? Das einem alles egal wird. Ja Max, ich habe dich zur Schule immer geweckt, weil du nicht mehr hingehen wolltest. Das kiffen hat deine Gefühle zu mir getäubt. Du meintest, du weiß nicht mehr, ob du mich liebst. Und zack mach ich was mit jemand andere, schon kommst du angerannt und willst das beschützen, was dir gehört. Ich konnte das nicht mehr, es tut mir leid. Und als du mich verloren hast, bist du vor mir auf die Knie gegangen. Du hast geweint. Ich auch..aber erst, als du gegangen  bist. Ja das ist schon über ein Jahr her.  Und in der Zeit ist so viel passiert. Yeah, krank sein ist super! Scheiß Noten bekommen auch! Die Eltern enttäuschen noch mehr!  Ich hoffe, ich  enttäusche Gott nicht. Ich bin ehrlich in der Liebe, Loyal zu meinen Freunden und gutmütig zu Menschen. Ich will Menschen helfen. Meine Familie ist mir heilig und ich kämpfe für sie. Ich habe gelernt, Mensche nicht sofort  zu verurteilen, dazu hat er beigetragen, danke, wirklich. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, ich bin ja nicht perfekt. Aber krank zu werden, war nie mein Ziel. Ich rauche nicht, ich trinke nicht viel und ich ernähre mich gesund. Wieso lässt du mich dann leiden Gott. Was habe ich im Leben falsch gemacht? Bin ich in deine Augen kein guter Mensch?

Müde.

Kenn ihr das, wenn man an alles zweifelt? Das habe ich in den letzten Tagen sehr oft erleben müssen. Ich weiß auch nicht, aber ich bin müde.  Seit Sonntag sind meine Schmerzen schlimmer geworden. Uns wurde zwar gesagt, dass wir nicht daran denken sollen aber scheiße, dass macht mich aus. Es ist alles so unglaublich schwer für mich zur Zeit. Ich muss mich um so viele Kleinigkeiten bemühen. Ich habe ihn verletzt. Das war nicht mal meine Absicht. Ich wollte nie, dass er es sieht. Ich meine, dass ich krank bin. Aber die normalen Menschen, haben für unsere Krankheit nur kurz ein Auge darauf. Nach einer Woche, haben sie es fast schon wieder vergessen und motzen rum, wenn wir schlecht drauf sind. Ich will nicht jammern, sie kennen diese Schmerzen nicht. Und kein Mensch der Welt sollte so etwas empfinden. Ich habe jetzt wirklich überall Schmerzen. Das hat sich alles weiter ausgeprägt. Ich hab jetzt sogar Chronische Bauchschmerzen, nice. Warum Gott? Warum ich? Was habe ich falsches getan? Du bestrafst mich, in dem  mir eine unheilbare Krankheit gibst und an die mein Körper nicht sterben kann. Wieso? Ich will nichts besonderes sein. Ich will nicht in meinem Zimmer hocken und alleine sein. Ich will nicht so wenig kraft haben. Ich bin müde Gott. Ich kämpfe doch jeden Tag, um ein guter Mensch zu sein. Ich sterbe jeden Tag in mir. Ich weine mich Nachts in den Schlaf, weil ich nicht liegen kann. Ich kann nicht mehr feiern gehen, ohne total abwesend zu sein. Ich werde mir immer fremder. Und besonders tut es mir weh, wie ich die Menschen um mich herum behandel. Meine Schwester schmeiße ich immer aus meinem Zimmer, weil ich alleine sein will. Mit meinen Freunden treffe ich mich kaum noch, melden tue ich mich fast nie bei ihnen. Und ihm..ich würde ihm gerne so vieles sagen. Ich würde ihm sagen, dass ich ihn brauche. So eine Umarmung, als ich diesen Anfall hatte. Er tut mir gut. Aber ich habe es vergeigt. Ich war  gemein zu ihm, so will ich gar nicht sein. Er ist mir doch so wichtig. Wieso guter Gott, wieso hast du dich nicht einfach entschieden, mich zu töten? Anstatt mir eine Krankheit zu geben, hättest du mich einfach vor ein Auto werfen können. Aber du willst nicht, dass ich sterbe. Wieso willst du dann, das ich leide?