Peinlich.

Heute als ich aufgewacht bin dachte ich, dass ich jeden Moment kotzen müsste. Mein Kopf dröhnte, wie bei einem Kater. Dabei habe ich seit Samstag kein Alkohol mehr getrunken. Das waren wohl die Nebenwirkungen von meinem Anfall gestern. Schlimm genug, dass ich jeden Moment ein Anfall bekommen könnte, nein, es muss dann auch noch passieren, wenn ich bei ihm bin. Peinlich. Langsam weiß er aber schon, wie  man dabei reagiert. Ruhig bleiben, mich in den Arm nehmen und mich beruhigen. Anders als in der Schule, wo alle Panik geschoben haben und den Krankenwagen gerufen haben. Trotzdem habe ich es in diesem Moment gehasst. Wer will denn bitte die Kontrolle von seinem Körper verlieren? Meine Therapeutin meinte, dass sowas entsteht, wenn ich zu erschöpft bin, dass sich mein Gehirn ganz abschalten will. Als ich Zuhause war, hab ich dann also zuerst bis 23 Uhr geheult, bis ich dann eingeschlafen bin. Und heute morgen war dann das Ergebnis von diesem Drama. Ich habe meinen Bus fast verpasst, weil ich zu spät aufgestanden bin und 20 Minuten gebraucht habe um mich anzuziehen und meine Zähne zu putzen. Ungeschminkt und mit leerem Magen ging ich dann. Und vor der Klasse habe ich mich hingelegt und habe versucht, da weiter zu schlafen. Und weil es nach den ersten Stunden nicht besser wurde, bin ich nach der vierten einfach gegangen. Die Lehrer mussten mich nur ansehen um zu wissen, dass ich die Wahrheit sagte, dass es mir nicht gut gehen würde. Und jetzt sitze ich hier, Zuhause und habe heute noch ein Vorstellungsgespräch im Altenheim. Das war einer der Gründe, wieso ich auch eher gegangen bin, damit ich wenigsten beim Gespräch etwas besser aussehe als jetzt. Aber ich brauche diesen Job.Mir ist immer noch scheiße übel. Ich habe selbst mein Essen in der Schule aufgegessen. Und morgen bin ich bei Max, das kann ja was werden.