Strom.

Das Jahr ist bald rum und irgendwie denke ich mir jedes Jahr: Was zur Hölle war das?!

Bei meinem Führerschein sieht es langsam wenigstens besser aus. Als ich gestern da war, hab ich sogar ein Bogen bestanden. Der Fahrlehrer meinte, dass ich bald in die Prüfung gehen könnte. Ich weiß noch wie Svenii und ich da saßen und wir darüber lachen mussten, weil wir im Februar angefangen haben und wir schon fast Dezember hatten und wir nicht mal die Theorieprüfung bestanden haben. Meine Freunde sind echt goldwert. Svenii und Lea erinnern mich immer an die tollsten Momente, sei es in der Schule oder in der Freizeit. Sie erinnern mich an eine Zeit, wo alles noch normal war. Lea, Svenii und ich waren in der Schule immer zusammen. Ab und zu bin ich zu Max gegangen und ich war einfach glücklich. Das wir alle in einer Klasse saßen war das beste für mich. Wenn man nur zu Schule geht, um seine Liebsten zu sehen, dann hat man die Definition von Freundschaft. Ich habe nie fünfen geschrieben und Schmerzen haben nie mein Leben beeinflusst. Ich finde solche Erinnerungen immer wieder schön. Wo Noten meine einzigen Sorgen waren, wo ich noch gesund war und Max Mutter noch lebte. Lea merkt, wie sehr ich in mich hinein sinke, seit dem meine Krankheit immer tiefer in meinem Gehirn verankert ist. Immer schreibt sie mir und will Zeit mit mir verbringen. Sie ist echt eine beste Freundin. Und wenn ich traurig bin, versucht sie immer alles positiv zu reden. Ich kann echt froh sein, solche Freunde zu haben. Suyien fragt auch immer ob ich Zeit habe und hat mal aus Spaß gesagt „Ja du meldest dich ja sonst nie“. Das zu hören, tat mir schon etwas weh. Vernachlässige ich meine Freunde so sehr? Ich habe das Gefühl, dass nicht nur ich unter meiner Krankheit leide, sonder die ganzen Menschen um mich herum auch. Familie und Freunde. Mit meiner Mutter streite ich mich in letzter Zeit nur noch. Sie macht mich aggressiv wenn sie davon redet, was ich alles tun könnte, damit es mir besser geht. Ich weiß es doch selber. Aber sie sagt, sie sieht nicht, wie sehr ich mich bemühe. Mein Vater kann davon nicht viel mit reden, ich hab ihn seit zwei Tagen nicht mehr gesehen, weil er arbeiten ist. Und wenn wechseln wir nur ein zwei Worte miteinander. Seit meine große Schwester ausgezogen ist, hat sich einiges geändert. Ich bin einfach wütend. Aber das ist mein Kampf und keiner soll darunter leiden müssen, dass wurde für mich bestimmt.  Und ich werde lächeln, obwohl meine ganzen Knochen unter strom sind.