Archiv für den Monat: Oktober 2018

Endgültig

Langsam merke ich, was ich wirklich will. Das ich ihn kennengelernt haben sollte mir glaube ich etwas wichtiges zeigen: Wer ich bin. Und ich will nicht so sein, wie ich es jetzt bin. Mit jemandem zu schlafen, war mir schon immer wichtig gewesen. Das hört sich falsch an. Anders formulieren. Ich habe nur mit zwei Typen in meinen 17 Jahren geschlafen. Und ich hätte die Zahl vergrößern können. Ohne eingebildet zu klingen aber, die meisten Jungs sind ziemliche Arschlöcher und wollten mich nur ins Bett bekommen. Das Problem ist, dass sie es immer noch wollen. Warum sag ich nein? Weil ich nur mit jemanden schlafe, für den ich etwas empfinde. Wenn es nicht da ist, warum sollte ich mich dann nackt zeigen? Ich sehe den Sinn dahinter nicht.  Max und ich waren zwei Jahre zusammen und so eine wunderschöne Liebe, so viele schöne Erfahrungen, nehme ich mit ins Leben. Und ich bin stolz darauf, für das was ich denke! Sex ohne Liebe ist bullshit. Kiffen ist das dümmste, was ein Mensch machen kann. Zu saufen, weil man dann total betrunken ist und sich Filmrisse einfangen will, ist zum kotzen. So denke ich. Wieso zum fick mag ich ihn dann so sehr?! Er ist die Sorte Typ, die ich damals richtig scheiße fand! Das habe ich gestern zum ersten mal richtig gemerkt. Wir sind so verdammt unterschiedlich, diese tolle „Freundschaft“ gab es nie. Nein, von Anfang an war da was zwischen uns. ER hat angefangen mich zu küssen! Ganz am Anfang hat ER gesagt, er sei in mich verliebt! Dieser Typ macht mich so sauer! Und nein, diesmal meine ich es ernst. Ich werde den Kontakt nicht mehr stand halten, wenn er sich nicht mal bereiterklärt, vernünftig mit mir zu reden! Ich habe so oft nachgelassen. Bin so oft eingeknickt und habe mich um ihn gesorgt. Ich wollte so oft mit ihm normal über alles reden! Ihn hat das alles kalt gelassen. Jetzt bin ich diejenige , die das kalt lässt. Er kann mir noch so oft schreiben, mich so oft besoffen anrufen, ich werde nicht einknicken, bis er sein scheiß Schädel mal benutzt und sich Fragt, was ich für ihn bin! Ich bin es satt, die brave liebe zu sein, die immer das Gespräch zu ihm suchen muss. Es reicht! Wenn er nicht weiß was er will, kann er mich auch gleich in Ruhe lassen. Ich brauch dieses hin und her nicht.

Gott

Es passiert wieder. Ich fühle mich schrecklich. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Tag heute war beschissener wie schon seit langem nicht mehr. Es fing schon gestern Abend an, ich konnte einfach nicht schlafen. Nein, nicht weil ich wegen den Ferien eine andere Uhrzeit gewohnt war, wie die meisten in meinem Alter. Ich war müde. Ich wollte schlafen. Aber ich konnte nicht auf dem Rücken liegen. So etwas, hatte ich schon gut einen Monat nicht mehr. Mein Rücken war zu versteift und verkrampft um selbst etwas weichen wie mein Bett auszuhalten. Ein glück schlafe ich meistens auf dem Bauch, aber der Schmerz wollte mich einfach nicht schlafen lassen. Die Schmerzen traten danach in den Oberschenkeln auf und wanderten immer weiter  bis  meinen Füßen, die dann ganz heiß wurden. Irgendwann konnte ich sie kaum bewegen, sie waren so schwer und taten so weh. Und so habe ich mich also in den Schlaf geweint. Aber das war ja nur gestern Abend. Heute morgen habe ich fast den Bus verpasst, weil ich alles in Zeitlupe gemacht habe. Dann bekam ich zwei Klausuren zurück – beide 5. Man merkte es dem Mathe Lehrer an, dass er etwas Mitleid mit mir hatte. Er versuchte, mir Mut zu sprechen und meinte, dass die nächste Arbeit besser wird. Er meinte, ich sei so ordentlich und fleißig, er sieht, wie sehr ich mich bemühe. Aber die fünf in EW hat mich geschockt. Ich war mir so sicher, dass das ne drei wird. Für kein Fach habe ich mich so sehr bemüht wie dieses. Ich musste echt meine Tränen zurück halten. Was ist aus mir geworden? Wo ist das Mädchen, was nie ne fünf geschrieben hat? Wirklich nie! Und jetzt sind das meine ganzen Noten? Fünf hier fünf da? Ich habe mich so dumm gefühlt. Und ich habe dafür sogar gelernt. Ich war schon lange nicht mehr so enttäuscht von mir gewesen. Und mein Herz tat am meisten weh, als ich es meiner Mutter erzählt habe und sie total geschockt war. Tja, wieder im Badezimmer ne Runde heulen. Es tut weh, die Mutter immer zu enttäuschen. Ich finde es ja schon peinlich, dass ich krank bin. Welches Gehirn lernt denn bitte den Schmerz? Das braucht kein Mensch! Meine Mutter hat aber gesehen, dass ich geweint habe. Sie versuchte, auf ihre Art, mich etwas zu trösten. Das half mir, aber nur etwas. Später am Abend, als mein Vater von der Jagt kam, erzählte meine Mutter ihm natürlich alles und mein Vater sagte ernsthaft : Sie soll sich mal zusammen reißen, nicht mehr an diesem Arschloch hängen und endlich Erwachsen werden!“ Als ich das gehört habe, bin ich nach oben gerannt und hab dann wieder geheult.  Wieso bin ich so eine Enttäuschung für meine Eltern? Und was hatte er damit zu tun? Wollte mein Vater jetzt ihm die Schuld daran geben? Die checken es immer noch nicht das ich verdammt nochmal KRANK bin und ich deshalb so scheiße gelaunt bin oder kack Noten schreibe.  Meinen Eltern sage ich gar nichts mehr. Die lästern doch eh darüber, wie ich mich gegenüber etwas entscheide. Die tun mir doch am meisten weh. Nicht mal er hat mir so krass weh getan, wie meine Eltern heute an diesem Tag. Ich wollte mit meiner großen Schwester reden, ihr konnte ich immer alles erzählen. Aber als ich sie angerufen habe, meinte sie, dass sie mit ihrem Freund bei deren Eltern ist und gerade nicht kann. Eigentlich sollte ich sauer sein, aber ich kann nicht. Wie oft ist sie in mein Zimmer gegangen und hat gejammert, dass sie kein Freund hat. Ich wollte ihr nicht meine Probleme erzählen, während sie glücklich neben ihm sahs. Tja, also sitze ich hier, alleine in meinem Zimmer ohne das jemand weiß, dass ich nicht mehr kann. Gott entscheidet, wer leben darf und wer sterben soll. Aber wieso hat er mir eine Krankheit gegeben, wo man Körperlich nicht sterben kann aber trotzdem leidet? Wieso hat er entschieden, mich zu bestrafen? Hätte er mich gleich töten können, statt mich jeden Tag mit Schmerzen aufstehen zu lassen.

Schock

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich nicht schlauer werden aus den Ereignissen die mir wieder fahren.  Meine Mutter wollte mich zu einer perfekten Tochter formen. Seit dem wir Geld haben, hat sie sich total verändert. Als Roland weg war, da brauchte ich nicht viel. Ich war mit den einfachen Dingen glücklich. Aber als Jann kam, wollte meine Mutter plötzlich alles haben. Das Haus war der Anfang. Wir sind so oft gereist und ich hab schon einiges von dieser Welt gesehen. Und jetzt, da sie so ein reichen Mann hat, will sie, dass wir genau so werden. Meine Mutter sagt, sie würde ihn akzeptieren, wenn er mich besser behandeln würde. Die Wahrheit? Meine Mutter ist nie zufrieden. Max war so ein Gentelman, niemand hat mich so gut behandelt wie er, bis heute. Er war aufmerksam, gütig und liebevoll. Er war meine erste richtige Liebe, auf die ich bis heute stolz bin. Und ich war verdammt glücklich. Aber meine Mutter meinte, was er mir denn für eine Zukunft geben soll, wenn er nur ein Hauptschulabschluss hat. Und als Max Mutter gestorben ist, habe ich es verstanden, dass er oft in der Schule gefehlt hat und traurig war. Meine Mutter aber sagte, das wir kurz vor unserem Abschluss ständen und es ja nicht gut für seine Zukunft wäre und so nichts erreichen würde. So kalt, bin ich ein glück nicht geworden, weil wir Geld hatten. Und als ich ihn kennenlernte, kam mir sofort die Stimme meiner Mutter in den Kopf: er ist anders als wir“. Das stimmte aber war es denn so schlimm? Zum ersten mal in meinem Leben, wollte ich nicht so denken wie meine Mutter. Vielleicht hat mein Erzeuger was damit zu tun. Er war ganz anders als meine Mutter. Tja und da ich eine Mischung aus den beiden bin, bin ich dann doch froh drüber, dass mein Erzeuger gute Eigenschaften hatte. Wenn meine Mutter was nicht an mir gefällt sagt sie immer: das hast du nicht von mir“. Und? In letzter Zeit passiert das echt oft. Wahrscheinlich sieht sie mich an und sieht in mir etwas aufblitzen. Die Gene meines Erzeugers. Tja, dass ich die Tochter von einem Verbrecher bin sieht man mir nicht an was? Nein, meine Mutter wollte aus mir, sie selbst machen. Aber ich habe es satt, alles zu tun was sie mir sagt. Das sie über Leute schlecht redet, obwohl ich sie liebe. Das sie an allem an mir rum meckert. Wahrscheinlich denkt sie noch, dass ich diese wunderbare krankheit von meinem Erzeuger habe. Und weiß es jemand? Nein. Und jedes mal rufe ich mir in den Kopf, dass ich, wenn ich Mutter werde, nicht so sein werde wie sie.  Ich rede meine Mutter ziemlich schlecht. Dabei weiß ich ja, dass sie mich liebt.

Warnung

Ich war fast die ganze Nacht wach. Und wenn ich geschlafen habe, dann hab ich von ihm geträumt. Alle sagen, er ist schlecht. Sie sagen, dass er ein Versager ist und aus seinem Leben nichts machen wird. Stimmt das? Das ich über ihn nachdenke, ist ein Zeichen dafür, dass ich das nicht glaube. Er ist hart, wenn es darum geht, sein Vertrauen zu bekomme. Er lässt auch schwer jemanden an sich heran. Ich dachte am Anfang auch so wie alle anderen. Ich habe schnell über Menschen geurteilt,  die anders waren als ich. Meine Mutter hat mir das sehr gut beigebracht. Aber was hat meine Meinung geändert?  Ich habe in seine Augen gesehen und musste feststellen, dass mich für eine Sekunde etwas berührt hat. Und ich wollte wissen, wer dieser Mensch ist. Und je mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, desto mehr sah ich seinen Schmerz und Kummer. Ich sah,  wie kaputt er eigentlich war. Ich ich fand heraus, dass ihm meine Meinung, nicht egal war. Er war am Anfang sehr vorsichtig mit mir, wahrscheinlich wollte er nicht, dass ich alles von ihm sehe und dann gehe.  Und wenn es darauf ankam, war er für mich da. Unsere Beziehung ist echt kompliziert. Wir verlieren uns und finden dennoch zueinander. Aber warum? Ist das diese kaputte Liebe die ich in Büchern lese? Dieser kaputte Junge, der sich zu dröhnt und nichts als Mist macht und dann kommt dieses perfekte Mädchen und will niemanden außer ihn?  Bin ich echt in sowas gelandet? Es gab eine Geschichte, die ein gutes ende nahm zu dieser verdreckten Situation. 2000 Seiten über streitereien, Liebe und Verrat. Ich habe diese Buchreihe mit 15  Jahren gelesen und habe nur eins Gedacht: Diese Liebe ist ja total anstrengend. Esist schon traurig, dass ich mein Leben mit dem von einer Buchreihe vergleiche aber die Gedanken des Mannes, der in diesem Buch auch 20 Jahre alt ist..seine Gedanken ähneln den von ihm. Mag sein, dass ich dumm bin und mich alle vor diesem Menschen warnen.  Aber ich würde immer hinter ihm stehen. Egal was er getan hat, egal ob er wieder völlig betrunken ist. Ich würde ihn nicht verurteilen sondern einfach nur umarmen. Ich will ihn wieder haben.

Gut oder Böse?

Manchmal frage ich mich, ob ich alles falsch mache. Egal was ich tue oder verstehe, immer mach ich es falsch. Ich kann von mir behaupten, das ich ein guter Mensch bin. Vielleicht etwas stur und nachtragend, aber gut. Ich versuche in jedem Menschen etwas gutes zu sehen. Und bei einigen Menschen, habe ich schon längst aufgegeben. Vielleicht bin ich doch nicht so gut, wie ich vorgebe zu sein. Das meine Mutter vielleicht sterben könnte, hat mir ein neues Licht auf das gezeigt, wer ich eigentlich bin. Meine Mutter war schon immer perfekt. Sie war stark und hat alles für ihre Kinder aufgegeben. Sie hat versucht, mich immer glücklich zu machen, auch wenn wir damals nicht so viel Geld hatten. Und dann kam mein Erzeuger. Ein Versager, wie meine Mutter ihn genannt hat. Ein krimineller Versager. Er hat eigentlich alles verloren, was er geliebt hat. Er hat keine Familie mehr. Er hat immer nur Bier gesoffen und sein Geld für Zigaretten ausgegeben. Seine Eltern haben ihn verstoßen, weil er ein Straßenjunge war und ihm Regeln egal wurden. Selbst sein eigener Bruder, mein Onkel, hat sich gegen ihn gewendet und wollte ihn nie wieder sehen. Das einzige was er wirklich hatte, war ich. Ich war seine kleine Prinzessin gewesen. Ich weiß nicht, wieso er meine Brüder nie geliebt hat aber zu mir war er gut. Ich war seine einzige und erste Tochter gewesen. Und trotzdem ist er gegangen. Er wollte mich mit nehmen, ihm war alles egal, jeder einzelne außer ich.  Aber meine Mutter, so perfekt wie sie halt war, hat ihn ausgetrickst, so dass er nicht mehr zurück kommen kann und mich nie wieder sah. Eine Mutter, die ihr Kind vor einem Versager Vater retten wollte. Tja und jetzt sitze ich hier. Man könnte sich fragen, wieso ich ihn immer noch beschütze. Meinen  Vater meine ich nicht, sondern ihn. Ist er so wie mein Vater? Er hat ein Herz, ein gutes.  Das wusste ich sofort, als ich in seine grauen Augen blickte. Er ist ein ziemlicher Idiot aber verdammt, ich würde für ihn alles stehen und liegen lassen. Was ich an ihm so mag? Er hat eigentlich viele Fehler gemacht und mich oft verletzt, alle fragen sich, warum ich noch zu ihm halte. Ich liebe ihn. Auch wenn es mich zerreist, es einfach so zu sagen aber ich liebe diesen Typen. Und er könnte noch so viele zusammenschlagen. Und würde er hinter Gittern sitzen. Ich weiß wer er ist. Er hat Gefühle. Er will auch nur geliebt werden, wie jeder andere. Ich will ihn einfach nur umarmen und sagen, dass wir es schaffen können. Ich habe so Angst ihn zu verlieren. Ich will seine Stimme hören und wissen, das es ihm gut geht. Warum auch immer Gott wollte, dass ich an ihn glaube, ich tue es. Und jeder, der schlecht von ihm spricht, weiß nicht wer er wirklich ist. Der Mann, der mich aus der Menge raus gezogen hat und mit mir gelaufen ist. Der Mann, der mir so viel Respekt zeigt und mich immer um lachen bringen will. Ich mache mir was vor, wenn ich sagen würde, dass er ein schlechter Mensch ist. Aber Angst habe ich trotzdem, nicht vor ihm, sondern um ihn.

Tod?

Seit Montag habe ich das Gefühl zu ersticken. Naja, eigentlich seit Samstag. Seit er mich wieder da raus gelockt hat. Ich habe mich damit abgefunden, dass wir nie ein paar werden. Das es immer so sein wird. Meine eiskalte Maske sahs perfekt auf meinem Gesicht. Aber als er von Beziehung sprach, war ich total verirrt. Er wollte doch nicht aber jetzt schon? Ich hab es nicht ernst genommen, weil er betrunken war. Er hat mir so oft gesagt, dass er betrunken nur scheiße labert. Also wollte ich mir auch da keine Hoffnungen machen aber so stehen lassen wollte ich es auch nicht. Am nächsten Tag wollte er den Kontakt abbrechen und ich war verwirrter als den Tag  davor. Wieso auf einmal? Glaubt er, er tut mir nicht gut? Glaubt er, er sei kein guter Mensch? Oder er hat einfach genug mit mir rum gespielt und hat kein bock mehr auf mich. Da brach mein Herz nur ein kleines bisschen. Ich war es von ihm gewohnt, es tat nicht so sehr weh, er würde wieder kommen. Am Montag, hatte ich das Gefühl, als ob ich sterben würde, weil zwei Sachen mich völlig außer Bahn geworfen haben.  Ich hab etwas dummes gemacht, etwas, was mein Leben verändern könnt..und seins. Das wir miteinander geschlafen haben, war ja nichts neues. Aber er weiß nicht, wie mein Zyklus da. Ich erzählte der Frauenärztin mein Problem, wollte mir keine Sorgen machen. Aber ihre Miene sagte in diesem Moment mehr. Ich habe nämlich eine Pille zuspät genommen, weil ich eingeschlafen war und habe sie erst am nächsten Morgen dann nach genommen. Da es die 12 Stunden überschritten hatte, sagte sie mir, dass der Schutz für diesen Monat weg ist, da sich eine Eizelle befruchten könnte. Das war nicht mein Problem, ich habe nach dieser Panne nicht mit ihm geschlafen…aber davor. Ich habe kurz vor meinen Tagen, in der sogenannten Pillenpause mit ihm geschlafen. Sie  sah mich an und sagte: Das könnte zum Problem werden. Sie fragte mich aus und kam zu dem Ergebnis, dass ich auf meine nächste Regel warten soll und wenn sie ausbleiben, ich ein Test machen soll. Der Ultraschall wäre noch zu früh um irgendwas sehen zu können, wenn da was wäre. Und mit diesem schock, ging ich da raus und musste mich fassen. Ich musste mich anstrengen, nicht zu heulen. Ich sahs im Wartezimmer und musste noch auf meine Mutter warten. In diesem Wartezimmer waren so viele Baby Zeitschriften und überall hingen Baby Bilder in diesem Zimmer. Ich redete mir ein, dass das unmöglich ist. Aber selbst wenn meine Ärztin sich nicht sicher ist, weiß ich nicht mehr, was ich denken soll. Als meine Mutter nach einer gefühlten ewigkeit auch fertig war, waren wir beide vorne. Sollte ich das meiner Mutter erzählen? Aber da verschwand auch der Gedanke sofort. Sie würde mich umbringen. Sie sah aber nicht gut aus. Sie fragte, nach einer Überweisung und sofort wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Als wir zum Auto liefen fragte ich sie dann. Sie meinte, das sie knubbel in der Brust hat, auf den verdacht auf Krebs. Ich dachte sie will mich verarschen. Aber diese Stille im Auto war so erdrückend, dass ich gar nichts mehr denken konnte.  Werde ich Mutter oder wird meine Mutter sterben? Oder beides?  Im Auto lief mir schon eine Träne runter, alles drehte sich. Ich sah meiner Mutter an, dass sie auch mit den Tränen kämpfte. Das hab ich von ihr.  Als wir Zuhause waren, warteten mein Vater und meine kleine Schwester auf uns. Und als wir da waren, fing sie  an zu weinen. Ich nahm meine kleine Schwester mit nach oben um ihr das in Ruhe erklären zu können. Aber schon auf dem Weg, konnte ich nicht mehr. Meine Schwester sah mich an, musste auch weinen, weil ich weinte. Ich musste ein gutes Vorbild sein. Aber als ich ihr das gesagt habe, fing sie nur noch stärker an zu weinen und umarmte mich. Ihre einzigen Worte, die sie immer wiederholt hat waren : Ich will nicht, dass Mama stirbt!“ Nach diesem Tag, hatte ich das Gefühl zu sterben. Ich wollte es ihm sagen. Aber wie soll man jemandem sagen, dass er vlt Vater wird? Aber er will das nicht, dass hat er mich deutlich geschrieben. Er will keine Familie, er ist so tief in seinem Hass versunken. Wenn es sein muss und es wirklich stimmt, hau ich einfach ab, mein Kind soll nicht so leiden. Ich glaube er hat es geschafft, ich habe Angst vor ihm. Er ist nicht mehr der, der er er vorgegeben hat zu sein. Er ist wie mein Vater. Und wenn ich wirklich Schwanger bin, werde ich alles tun, um es zu beschützen. Er wollte keine Familie.

Erfahrungen

Man sagt, dass man mit dem Alter genug Erfahrungen sammeln kann, um sein Leben zu bestimmen. Das die Erfahrungen uns zeigen, was wir ein Mensch wir sind. Tja, mit 17 Jahren ist es vielleicht noch früh um zu sagen, was ich für ein Mensch bin. Und Lebenserfahrungen habe ich auch nicht so wirklich. Ich stehe sozusagen vom Ende des Jugendlichen darseins und vor dem Beginn des Erwachsen werdens. Und ich habe keine Ahnung, wie ich es angehen soll. Meine Krankheit und der Krankenhausaufenthalt haben mir aber ein kleines Licht gebracht in mein Leben, ein Licht welches ich folgen werde. Und das bin ich selbst. Ich habe gemerkt, dass ich mich zum Teil wieder gefunden habe. Meine Krankheit ist entstanden, weil ich ganz still war. Angst war mein größtes Gefühl in mir neben dem, meine Mutter zu enttäuschen. Wer hätte gedacht, dass aus so viel Angst, krank werden kann? Das einzige was mich festgehalten hat, war die Liebe. Eine Sache habe ich aber wirklich gelernt: Ich bin gut, so wie ich bin. Und ich habe immer alles getan, damit die anderen glücklich sind, dabei habe ich mich immer total vergessen. Ich will Leben. Ich will frei sein. Und ich will eine Liebe, die niemals endet.  Heutzutage, ist sowas schwer zu finden. Aber die liebe steckt in so vielen Kleinigkeiten,  die wir gar nicht mehr erkennen. Der Unterschied zwischen Lieben und mögen?  Mögen ist der erste Schritt um zu Lieben. Und wenn man jemanden liebt, sorgt man sich um sie, mehr als um irgendwen sonst.  Aber woran erkennt man das alles? Meine erste richtige Liebe war unglaublich schön. Eine Erinnerung, die ich niemals vergessen werde. Diese Loyalität, dieses Gefühl was in einem geweckt wird und man sich gegenseitig beschützt. Das war mein Bild von der Liebe. Und eine wichtige Sache habe ich später gemerkt: man kann auch eine kaputte Seele lieben.