Gefangen

Menschen unterschätzen ihre Gesundheit. Sie sagen ihr Leben sei scheiße, obwohl sie doch gesund sind. Wir Menschen suchen immer was anderes, was wir nicht haben, andere aber schon und sagen dann, dass man unglücklich ist. Wann ist man unglücklich? Viele fühlen sich allein gelassen und sie denken, keiner versteht sie. Sie lassen dir nicht mal die Möglichkeit, einen  zu verstehen. Aber so geht es mir ähnlich. Wie soll jemand meine Krankheit verstehen, wenn sie doch sowas nicht haben. Ich sehe doch ihre Blicke, wenn sie fragen wie es mir geht und es gar nicht wirklich wissen wollen. Wenn sie sich wundern, warum ich mies drauf bin, dabei vergessen sie immer, dass ich doch durchgehen schmerzen habe. Natürlich kann ich nicht immer lächeln und so tun, als sei alles in Ordnung. Aber sie vergessen das schnell. Sie sehen mich lachen und das ich unterwegs bin und was mit Freunden mache, deshalb denken sie, so schlimm kann es gar nicht sein. Das ich gefangen in meinem Körper bin, sieht keiner. Aber mal abgesehen davon, schlafe ich nicht besonders gut. Mein Kopf verarbeitet alles vom Tag und zeigt mir meistens das schlimmste, was mir passieren könnte. Heute war das nicht so. Ich habe von ihm geträumt. Diese Träume waren eigentlich ganz normale, wie wir in der Schule sitzen und uns kleine Nachrichten geschrieben haben. Es waren Erinnerungen, die mein Kopf für mich abgespielt hat. Schöne Erinnerungen, damit ich besser schlafen konnte. Wie wir zusammen im Bus sitzen und über Leute reden, die neben uns oder hinter dem anderen sitzen. Wie wir uns gegenseitig ärgerten und sein lachen einfach das schönste wahr. Wie er an seinem Geburtstag mein Geschenk aufgemacht hat und gesagt hat, es sei einer der schönsten Geschenke, was er jemals bekommen hat. Wie er mich danach so fest umarmt hat und ich ihn im Traum nicht los lassen wollte. Ich wurde einmal wach und bin danach wieder schnell eingeschlafen und wurde in seinen Armen wach. Mein Kopf hat wirklich schöne Erinnerungen behalten. Ihn neben mir liegen zu sehen und sein grinsen dabei, war einer meiner Lieblingsorte. Egal wie sehr ich mir sage, das ich ihn hasse und egal wie oft mich sein Verhalten die letzten Wochen abgefuckt hat, mein Kopf hat nur das wiedergerufen, was mich wirklich glücklich macht. Und als er mir gesagt hat, dass er mich liebt und mich fest gedrückt hat, wachte ich mit Tränen auf und musste realisieren, dass es nie wieder so sein wird. Damit komme ich klar, ich muss. Aber nicht nur mein Körper ist gefangen, sondern auch mein Herz.