Archiv für den Monat: August 2018

Verrückt?

Ich hatte am 22 August,also vor ein paar Tagen einen Anfall. Es geschah Zuhause, ein glück. Ich fühlte mich nach dem aufwachen schon ganz komisch und ich hatte eine innere Unruhe und Angst in mir, die ich nicht erklären konnte. Ich hatte keine Schmerzen. Aber ich war trotzdem nicht ich selbst. Ich war wie eine Maschine, ausdruckslos und meine Augen waren leer. Als würde ich jemanden fremdes anschauen, als ich mich im Spiegel sah. Als ich mir was zu essen machen wollte, bemerke mein Vater mein komisches Verhalten. Ich antwortete ohne Gefühl und sehr langsam. Und als er mich ansah, liefe eine Träne meine Wange runter und ich fing an laut zu schreien und zu weinen. Ich sahs auf dem Stuhl und ich fing an zu zittern. Mein ganzer Körper bebte und ich wusste nicht wieso. Meine Hände zitterten so sehr, dass ich nichts mehr halten konnte. Mein Vater versuchte mit mir zu reden aber ich hörte ihn nicht richtig. Alles war laut und leise zugleich. Irgendwann hat es aufgehört. Ich konnte nicht mehr weinen, ich habe alle meine Tränen verbraucht  und all meine Kraft. Ich sahs da noch eine Ewigkeit, bis ich wie eine Maschine aufgestanden und in mein Zimmer gelaufen bin. Ein Anfall, der alles verändert hat. Seit dem, bin ich manchmal nicht mehr ich selbst und mir fällt es erst wieder ein, wenn es passiert ist. Ich kann hier nicht alles aufschreiben, was mir in den letzten Tagen für komische Dinge passiert sind. Das ist alles zu krass. Das krasse war ja noch gerade. Ich wollte von meiner Freundin nach Hause laufen. Als ich dann gerade vor meiner Tür stand, habe ich vergessen, wieso ich da rein wollte. Ich ging ein paar Schritte zurück, um mir das Haus an zu schauen. Ich sah das Haus, ich kannte das Haus. Aber ich wusste nicht, das ich dort wohnte. Ich weiß nicht, wie lange ich da vor stand und schaute auf den Boden und immer wieder links und rechts. Der Boden sah früher anders aus, die ganze Straße sah anders aus. Ich erinnerte mich an die Straßen, die neu gebaut wurden und schaute mein Haus nochmal an. Und da traf es mich, wie ein Blitz und plötzlich, wusste ich wieder alles. Und als ich es wusste, ging ich schnell rein und musste das hier aufschreiben. Seit meinem letzten Anfall, passieren die verrücktesten Dinge – oder werde ich verrückt?

Unsichtbar.

Manchmal hab ich das Gefühl zu ersticken, zu verzweifeln und bin mit allem ziemlich überfordert.  Es wird immer schlimmer. Meine Krankheit ist dabei, mich zu übernehmen.  Denn alles, was mir geholfen hat, hilft mir nicht mehr. Meine Novalgin Tropfen schlagen nicht mehr bei mir an und die Ärzte meinten eigentlich, dass es mir in den Ferien besser gehen wird, weil ich dann den ganzen Schulstress nicht habe. Leider, ist dies nicht der Fall bei mir. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer.  Ich habe das meinem Vater heute am Tisch erzählt, meine Mutter war da arbeiten. Eigentlich hasse ich es, meinen Eltern noch mehr sorgen zu bereiten aber ich kann schlecht lügen und sagen, dass es mir besser geht, obwohl es nicht so ist. Mein Vater war total sprachlos und wusste nicht so wirklich, was er sagen sollte. Ihm stand ein riesiges Fragezeichen im Gesicht geschrieben. Laut den Untersuchungen, bin ich auch eine gesunde junge Frau. Trotzdem stimmt was nicht mit mir. Meine Krankheit ist unsichtbar und stark. Wie lange kann ich dem stand halten?

Liebe, Glaube, Zuversicht

Die Frage ist schon vielen durch den Kopf gegangen: Weshalb bin ich hier? Ich glaube, dass jeder Mensch hier auf dieser Welt, zu etwas bestimmt ist. Nur müssen wir selber herausfinden, zu was wir bestimmt sind. Wir müssen uns selber finden, wohin wir hingehören und zu wem. Nur ist das alles  nicht so einfach und das Leben stellt uns wirklich viele Steine auf den Weg, wo wir uns eigentlich finden sollten. Ich werde nächstes Jahr verdammte 18 Jahre alt und weiß immer noch nicht, was ich werden soll. Die meisten in meiner Klasse, wissen ganz genau, was sie machen werden, einige bewerben sich sogar schon dafür. Leider kann ich mich gerade auf nichts konzentrieren, als auf meine Krankheit. Solange ich nicht drei Wochen in diesem Krankenhaus war, um mich stärker zu machen, mache ich keine Pläne für meine Zukunft. Ich meine, was ist wenn ich jetzt alles plane und alles im Kopf habe und am Ende die Therapie nicht bei mir anschlägt. Die Ärzte sagten mir bereits, dass diese Krankheit nicht heilbar ist und ich mein ganzes Leben lang damit leben muss. Es gibt nicht mal Tabletten, die meine Schmerzen vollständig betäuben. Ich habe nämlich gemerkt, dass Novalgin langsam nicht mehr bei mir anschlägt. Und wenn ich stärkere nehme, kann es meine innere Organe kaputt machen. Alles nur Müll. Wieso kann ich nicht einfach Windpocken bekommen, wie jedes andere Kind (nein, ich hatte es nicht als Kind) , oder irgendeine Allergie, wozu es Tabletten dafür gibt? Natürlich, Krebs ist schlimmer, aber wenigstens wissen die Ärzte dann, was zu tun ist. Als ich beim MRT war, habe ich gebetet, dass sie irgendwas finden, irgendwas, was man sehen kann. Aber das haben sie nicht. Meine Krankheit bleibt unsichtbar und fühlt sich trotzdem so echt an. Aber ich versuche, mich davon nicht runter zu ziehen. Ich kämpfe jeden verdammten Tag und stehe jeden Tag auf. Ich lächel sogar die Menschen an, die ich liebe.

Er war bei mir und hat bei mir geschlafen, als meine Eltern mal paar Tage weg waren. Wir haben viel geredet. Ich hatte das Gefühl, als hätte uns das näher gebracht. Eigentlich wollte ich mich von ihm fern halten, weil ich dachte, dass er kein krankes Mädchen an seiner Seite braucht. Aber er hat mir eingetrichtert, dass ich kämpfen soll. Er war richtig am verzweifeln, als ich sagt, dass ich das alles nicht mehr kann. Er hat dabei fast geweint, seine Stimme brach bei manchen Worten und sein Herz raste dabei. In diesem Augenblick, wusste ich, dass ich ihm wichtig war. Das seine Gefühle zu  mir noch da waren, wie meine zu ihm, war etwas gutes. Aber er ist auch gefangen. Das er sein Vater so sehr vermisst, wurde mir sofort klar, als wir das erste mal miteinander geschlafen haben, auf dieser Matratze. Da hat er das erste mal von seinem Vater gesprochen. Und beim letzten Treffen, war er total offen, lag vielleicht auch am Alkohol aber mir wurde klar, wie sehr ich ihn brauche. Und ich kann ihn nicht alleine lassen. Allerdings muss ich auch an meine Krankheit denken. Das sich zwei Menschen, die so unterschiedlich sind, dennoch stark was für den anderen empfinden, dass es sowas gibt, hab ich nur in diesen Büchern gelesen. Ich dachte mir, dass sowas überhaupt nicht möglich ist. Aber das erlebe ich ja selber. Ich weiß nicht was wir sind oder was wir eines Tages werden, ich weiß nur, dass man alleine nur halb so stark ist wie zusammen. Ich glaube an ihn, ich hoffe , das weiß er. Das Schicksal wollte, dass wir uns kennen lernen. Daran glaube ich.

Gefangen

Menschen unterschätzen ihre Gesundheit. Sie sagen ihr Leben sei scheiße, obwohl sie doch gesund sind. Wir Menschen suchen immer was anderes, was wir nicht haben, andere aber schon und sagen dann, dass man unglücklich ist. Wann ist man unglücklich? Viele fühlen sich allein gelassen und sie denken, keiner versteht sie. Sie lassen dir nicht mal die Möglichkeit, einen  zu verstehen. Aber so geht es mir ähnlich. Wie soll jemand meine Krankheit verstehen, wenn sie doch sowas nicht haben. Ich sehe doch ihre Blicke, wenn sie fragen wie es mir geht und es gar nicht wirklich wissen wollen. Wenn sie sich wundern, warum ich mies drauf bin, dabei vergessen sie immer, dass ich doch durchgehen schmerzen habe. Natürlich kann ich nicht immer lächeln und so tun, als sei alles in Ordnung. Aber sie vergessen das schnell. Sie sehen mich lachen und das ich unterwegs bin und was mit Freunden mache, deshalb denken sie, so schlimm kann es gar nicht sein. Das ich gefangen in meinem Körper bin, sieht keiner. Aber mal abgesehen davon, schlafe ich nicht besonders gut. Mein Kopf verarbeitet alles vom Tag und zeigt mir meistens das schlimmste, was mir passieren könnte. Heute war das nicht so. Ich habe von ihm geträumt. Diese Träume waren eigentlich ganz normale, wie wir in der Schule sitzen und uns kleine Nachrichten geschrieben haben. Es waren Erinnerungen, die mein Kopf für mich abgespielt hat. Schöne Erinnerungen, damit ich besser schlafen konnte. Wie wir zusammen im Bus sitzen und über Leute reden, die neben uns oder hinter dem anderen sitzen. Wie wir uns gegenseitig ärgerten und sein lachen einfach das schönste wahr. Wie er an seinem Geburtstag mein Geschenk aufgemacht hat und gesagt hat, es sei einer der schönsten Geschenke, was er jemals bekommen hat. Wie er mich danach so fest umarmt hat und ich ihn im Traum nicht los lassen wollte. Ich wurde einmal wach und bin danach wieder schnell eingeschlafen und wurde in seinen Armen wach. Mein Kopf hat wirklich schöne Erinnerungen behalten. Ihn neben mir liegen zu sehen und sein grinsen dabei, war einer meiner Lieblingsorte. Egal wie sehr ich mir sage, das ich ihn hasse und egal wie oft mich sein Verhalten die letzten Wochen abgefuckt hat, mein Kopf hat nur das wiedergerufen, was mich wirklich glücklich macht. Und als er mir gesagt hat, dass er mich liebt und mich fest gedrückt hat, wachte ich mit Tränen auf und musste realisieren, dass es nie wieder so sein wird. Damit komme ich klar, ich muss. Aber nicht nur mein Körper ist gefangen, sondern auch mein Herz.

Ruhe.

Ich war gestern bei einer Freundin, um meinen Kopf etwas frei zu bekommen. Die ganze Zeit hier rum zu sitzen und darauf zu warten, was als nächstes mit mir passiert, wurde mir zu blöd und weil sie mich praktisch angebettelt hat, konnte ich schlecht nein sagen. Das blöde an meiner Krankheit ist, dass ich nie weiß was als nächstes passiert. Bekomme ich wieder keine Luft oder sehe ich wieder nur Licht und kippe um? Keine Ahnung. Ich musste zu meiner Freundin zwei Stunden fahren. Fast zwei Stunden Bus und den Rest mit dem Zug. Sie holte mich am Bahnhof ab aber in der Zeit musste ich warten. Und da passierte es wieder. Alles wurde plötzlich so laut in meinem Kopf. So viele Geräusche umsingelten mich und ich bekam Panik. Mein Herz raste aus Angst, obwohl ich nur auf einen dämlichen Zug gewartet habe. Ich schaute mehrmals nach links und rechts, weil ich dachte, das ein Zug direkt neben mir fahren würde aber er war Meter weit entfernt. Und als mich ein Mann angequatscht hat, weil er etwas Kleingeld wollte, habe ich ihn praktisch angeschrien, dass ich kein Geld habe. Mir ging es besser, als ich meine Freundin sah, ich wollte ihr praktisch in die Arme rennen, weil ich so erleichtert war, sie zu sehen. Doch das tat ich nicht. Ich bin gut darin, meine Gefühle zu verbergen. Aber als ich dann Zuhause war, konnte ich nicht mehr. Es war super anstrengend ein Tag so zu tun, als sei alles in Ordnung. Ich hab bei ihr nämlich  geschlafen. Als  keiner heute zuhause war, setzte ich mich vors Fenster und schaute in meinen Garten. Ich fand es beruhigend , ich weiß noch wie ich als achtjährige durch den Garten gesprungen bin, damals war noch alles voller Gras und ich wollte immer ein Handstand machen. Ich kann nicht fassen, dass das alles fast 10 Jahre her ist. Ich war damals voller Energie und konnte rennen, ohne einen Schmerzanfall zu bekommen. Ich war einer der besten gewesen in Sport, ich war so glücklich. Egal ob meine Vergangenheit viele Sachen verdunkelt hat, zu rennen und zu lachen war einer meiner lieblings Dinge. Ich dachte über all die schönen Sachen nach, die ich in diesem Garten gemacht habe und dann hörte ich etwas. Es war ein rauschen in meinen Ohren und mein Kopf fing an zu drücken. Ich hasste es, ich konnte meine Finger kaum bewegen. Natürlich brach ich dann zusammen und fing an  zu heulen. Diese Krankheit macht mich einfach  nur noch kaputt. Und wo ich endlich dachte, ich kann es raus lassen, hat mich ein Nachbar gesehen und meine Eltern angerufen. Die dann mich angerufen haben. Und das schlimmste war noch, dass mein Nachbar noch bei mir klingelte und ich meine Tränen weg wischen musste und ihn überzeugen musste, das es mir gut geht. Ich kann es nicht meinen Eltern sagen, eigentlich will ich es niemanden sagen. Ich will nicht, dass alle denken, das ich verrückt werde. Das einzige was ich brauche, ist Ruhe. Heute ist auch zwei mal was in meinen Augen geblitzt. Es war für eine Sekunde hell und dann war es weg. Ich weiß nicht, was mit mir nicht stimmt!

Schübe.

Vielleicht sollte ich mal nicht immer von diesen „Problemen“ reden, die man einfach zur Seite schieben kann, so wie ihn. Vielleicht sollte ich aus meinem Blog etwas machen, was mir sehr viel helfen kann. Meine Schmerzen aufschreiben. Es kommt immer so viel neues dazu, das ich gar nicht mehr hinterher komme. Seit neustem zum Beispiel, ist mein linkes Ohr ziemlich zu gut. Meine Ohren werden zwar empfindlicher aber manchmal denke ich bzw. höre ich, als sei das Geräusch direkt neben mir. Ein mal war ich draußen im Garten und das Fenster vom Schlafzimmer meiner Eltern war auf. Meine Mutter ist gerade rein gegangen und hat ihn gerufen und seine Antwort habe ich so gehört, als sei er direkt neben mir. Ich hab mich sogar erschreckt und dann nach links und rechts geschaut und meine kleine Schwester guckte mich schief an, weil sie nichts gehört hat. Sowas ist mir in den letzten Tagen mindestens ein mal am Tag passiert. Ich fange an, durch zu drehen. Wer glaubt einem sowas auch? Werde ich irre? Heute hab ich etwas neues dazu bekommen. Es war auch ein Schmerzpunkt aber er tat nicht nur weh. Er war an meinem Kopf, an der rechten Gehirnhälfte. Ein Schmerzpunkt der sich anfühlte, als ob ein Punkt von meiner Gehirnhälfte anfängt zu brennen. Er fühlte sich so heiß an und als ich mit meinen Fingern auf die stelle fasste, fühle es sich an, als ob ich meine Finger verbrennen würde, an meinem KOPF! Der Schmerz war unerträglich. Schlimmer als die ganzen normalen Schmerzen, die durch meinen Körper wandern. Ich brannte innerlich. Und das machte mir Angst und ich brach zusammen. Tränen liefen einfach so runter, als ich versuchte, meinen Kopf an zu fassen, ohne mich zu verbrennen. Ich werde irre. Was passiert noch? Was soll noch passieren? Wie viel soll ich noch mit mir rum schleppen? Schmerzen sind die eine Sache. Brennenderschmerz ist noch schlimmer. Ich fühle mich schlapp, habe kein Hunger mehr, muss brechen wenn ich zu viel esse, mir wird oft schwindelig und ich bekomme Atemnot oder Herzrasen, ich habe vor meine Träume Angst, kann nicht durchschlafen und schlechter einschlafen seit neustem. Fuck man und ich bin so unglaublich wütend und bekomme manchmal Anfälle, in den ich mich selber nicht mehr wieder erkenne. Was passiert mit mir? Vor einem Jahr war das nicht so, da war noch alles halbwegs gut. Aber jetzt ist meine Tägliche Aufgabe, nicht vom Schmerz besiegt zu werden..und ich hasse es.

Gedanken.

Meine Krankheit ist gerade das einzige, was mich wirklich unter druck setzt. Ich dachte, dass nach meiner grausamen Kindheit, alles besser wird. Ich glaubte daran, dass alles gut werden wird. Ich habe als kleines Kind jeden Tag gebetet. Ich wollte immer so sein, wie die anderen Kinder. Ich wollte frei sein, aber ich war gefangen. Kinder sollten nicht mit Angst im Gefühl nach Hause gehen. Kinder sollten keine Angst zuhause haben. Kinder sollten lachen und im Dreck spielen. Man muss ihnen zuhören und ihnen ganz viel Liebe schenken. Aber das konnte ich nicht zu dieser Zeit. Ich erinnere mich als das Monster zum ersten mal unsere Wohnung betrat. Damals hatte ich noch keine Angst. Warum sollte man sich als vier jährige auch gedanken machen, über einen Mann, den meine Mutter kennengelernt hat. Meine Mutter war nicht mehr alleine und sie sah glücklich aus. Meine große Schwester durfte mal alleine raus, ohne ihre kleine Schwester mit zu schleppen. Aber dann, als er bei uns einzog, zeigte er sein wahres Gesicht. Ich verstehe nicht, wie ein Mann, der selber Kinder hatte, einem Kind so viel Angst und Schmerzen hinzufügen konnte. Ich brauchte  nur eine Sache falsch zu machen und schon wurde ich angeschrien und ins Zimmer geschubst. Manchmal sperrte er mich auch auf den Balkon aus und da sahs ich eine Ewigkeit in der Kälte im regen, wie ein Hund. Seine Faust hatte die genaue größe meines kleinen Magens gehabt, wo er immer drauf einschlug. Nur dann, wenn ich  mit ihm alleine war. Er drohte mir, wenn ich was meiner Mutter sagen würde, würde er etwas schlimmes tun. Und so wurde ich ganz still. Ich betete zu Gott, jeden Tag. Ich wollte nicht so leben. Meine Mutter hat es aber selber her raus gefunden, als sie mich umzog, sah sie die vielen Flecken auf meinem Rücken. Dann zogen wir um, aber er folgte uns. Er drohte mir noch mehr, er würgte mich, wenn ich irgendwas sage, dass er nicht nur mir, sondern meiner Mutter was antun wird.  Ich habe jeden Tag geweint. Und dann endlich hat sie ihn ganz raus geschmissen und ich konnte ich in meiner Wohnung wieder wohl fühlen. Dann mit fünf kam mein Stiefvater. Ich hatte so eine Angst vor ihm. Aber er gab sich richtig viel Mühe, um mein Vertrauen zu gewinnen. Bis ich ihn eines Tages Papa nannte. Mit elf habe ich die Wahrheit über meinen Erzeuger erfahren. Es fühlte sich an, als würde ich sterben. All die grausamen Dinge die er getan hat, all die lügen die er mir erzählt hat. Es war, als ob jemand mein Herz raus gerissen hätte. Mit zwölf war ich so tief in der Depression, dass ich sterben wollte. Nichts ergab für mich einen Sinn, ich fühlte nichts mehr. Aber ich gab nicht auf. Ich glaubte daran, dass alles gut wird. Mit vierzehn hat sich zum ersten mal ein Junge richtig für mich interessiert. Er wollte nicht nur meinen Körper, er wollte mich als Menschen, mit Leib und Seele. Alles würde gut gehen, er hat mich lebendiger gemacht. Ich fühlte etwas, es war Liebe. Aber die endete auch, je älter man wurde. Und wenn eine Liebe stirbt, wird eine neue Liebe wieder geboren. Daran glaubte ich auch und ich hatte recht. Ich wurde mit allem fertig, Gott hat zu jedem schlechten was mir wiederfahren ist, mir etwas gutes Geschenkt. Aber meine Krankheit, da gibt es nichts gutes. Ich habe immer versucht, das gute zu sehen. Habe immer für alles und jeden gekämpft und mich stark gemacht. Aber irgendwie, sehe ich nichts gutes mehr. Da ist diese leere,die sich über meiner Seele verteilt. Meine Krankheit kann leider dinge hervorrufen, die meine Krankheit noch verschlimmern. Depressionen. Die Ärzte sagten zwar, ich hätte depressive Verstimmungen aber ich befürchte, sie wurden verstärk. Ich will nichts mehr machen, ich will nicht mehr kämpfen, ich will doch einfach nur glücklich Leben. Er meinte, er würde mich nur runter ziehen. Aber meine Krankheit zieht mich nach unten und ich sehe kein Licht mehr nach oben. Niemand reicht mir die Hand. Ich bin allein.

Los lassen?

Meine Gedanken schweifen immer mehr zu ihm, seit dem ich wieder Zuhause bin. Wie kann man jemanden vergessen wollen, wenn er keine 10 Meter von dir weg wohnt und Snapchat uns als einen gemeinsamen Punkt anzeigt? Es ist nervig. Vor allem, weil er mir mitten in der Nacht geschrieben hat, per SMS. Ich werde nicht schlau aus ihm. Bestimmt weiß er selber nicht, was er will. Bestimmt ist er total verwirrt. Und wieso nehme ich ihn wieder in Schutz? Egal was er macht, ob er mich verletzt oder mich wütend macht, immer verteidige ich ihn vor anderen, ich mache es einfach Automatisch. Mir gefällt es nicht, wenn andere Leute ihn schlecht reden und alle meine Freunde mir einreden wollen, ich soll ihn vergessen. Meine Eltern meinen auch, es ist besser, wenn ich ihn nicht mehr sehe. Ich soll an meine Krankheit denken. Die Worte von meinem Vater schallen in meinem Kopf „Der größte Schmerz in dir heißt Marvin!“. Stimmt das? Ist er die ganze Zeit der Auslöser gewesen? Das passt nicht zusammen. Meine Schmerzen und Probleme kamen schon, bevor ich ihn kannte.  Und wenn ich bei ihm war war ich immer glücklich und er hat mich immer zum lachen gebracht. Ich habe bei ihm gestrahlt. Mein Lieblingsort war neben ihm einzuschlafen. Er tat mir gut. Aber manchmal ging es ihm nicht gut. Ich merkte, wie sehr er sich angestrengt hat, mich glücklich zu machen. Er war aber selber am kämpfen. Mir kommen wieder die Tränen, er ist einfach mein Wunderpunkt. Als ich an dem Abend zu ihm gerannt bin, habe ich es trotz Schmerzen gemacht. Jeder Schritt war ein Messerstich, jeder Atemzug brannte in mir. Aber meine Liebe zu ihm, war größer als mein Schmerz. Aber als ich bei ihm war, ging alles viel zu schnell. Er hat nie meine Ausbrüche mit erlebt und als er nicht wollte, dass ich ging, bekam ich fast keine Luft mehr. Der Qualm von seiner Zigarette brannte in meiner Lunge und mir wurde schwindelig. In meinem Ohr fing es an zu rauschen und sofort wusste ich, was passieren wird. Ich würde zusammen brechen. Aber das wollte ich nicht bei ihm, er sollte mich nicht so sehen. Also lief ich schnell runter, meine Augen nahmen nur noch umrisse war, ich bin fast die Treppe runter geflogen. Als ich draußen war ging ich zum Spielplatz und legte ich dann da hin. Er war in sicherheit, nur deswegen bin ich zu ihm gerannt. Aber ich habe meine eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt, weil mir alles zu viel wurde. Soll ich ihn los lassen? Was ist wenn er wieder nach mir ruft? Soll ich dann zu ihm laufen oder ihn einfach ignorieren?  Meine Krankheit wird immer schlimmer, er weiß davon nichts. Er soll es auch nicht wissen. Er soll nicht wissen, dass ich mich jeden Tag in den schlaf weine, wenn ich alleine bin. Ich vermisse ihn einfach nur und wünschte, ich könnte ihn noch ein mal umarmen. Ich habe Angst, ich brauche ihn. Ich habe angst , das meine Krankheit mich besiegt und ich ihn eines Tages nicht mehr sehen kann. Vielleicht ist es besser so. Vielleicht ist es besser, wenn er mich einfach ignoriert. Dann tut der Abschied nicht so sehr weh, wenn der Tag gekommen ist. Er braucht sowas nicht. Er braucht kein Mädchen, was einfach krank ist. Er braucht jemanden, der ihn hält. Ich wünsche mir so sehr, dass er jemanden findet, der ihn glücklich macht. Auch wenn mein Herz blutet mit jedem Wort, was ich schreibe, es ist das beste für ihn. Ich liebe ihn.

Ferien

Ich bin voll im Ferien Modus und genieße jeden einzelnen Tag. Seit gestern bin ich aus meinem Urlaub zurück und es war wunderschön! Wir hatten eine Luxus Wohnung und in jeden Zimmer war eine eingebaute Klimaanlage. Das heißt, wenn mir abends mal zu warm war, musste ich nur auf ein Knopf drücken und schon war es viel kühler. Wir hatten einen riesen Pool, der hatte sogar etwas Salzwasser! Und wenige Meter vor uns, war das Meer! Ich bekomme immer eine Gänsehaut wenn ich das große Meer sehe und das Salzwasser meine Nase kitzelt. Wenn ich das Meer sehe, sehe ich erst, wie riesig diese Welt ist und wie wunderschön sie sein kann.  Wir waren oft Essen, meine Eltern haben mehrere hundert Euro für unser Essen hingeblättert. Dann waren wir noch in einem Wasserpark, dort waren wir den ganzen Tag und da gab es so viele Rutschen! Der Spaß hat natürlich auch nochmal 130 Euro gekostet. Und am letzten Tag haben meine Eltern sich überlegt, eine Schiff fahrt zu machen, mit Essen und trinken inklusive! Dort fuhren wir in eine berühmte Stadt von Kroatien und waren da nochmal im Meer. Ich habe so vieles gesehen an dem Tag. Ich frage mich, wie viel meine Eltern für die Schiff fahrt bezahlt haben. Wir hatten echt leckeren Fisch gehabt und die haben zu dritt drei Liter Wein getrunken, während ich und meine kleine Schwester drei Liter Limonade hatten. Die war echt lecker.  Und nach dieser aufregenden Woche, war ich doch froh, wieder mein Haus zu sehen. Sofort habe ich mich mit meiner besten Freundin getroffen und wir haben gelacht bis zum geht nicht mehr. Allerdings war ich auch total müde gewesen, bevor wir nämlich um vier Uhr morgens gefahren sind, hab ich mir zwei Schlaftabletten genommen, um die fahrt über zu schlafen. Hat sehr gut funktioniert. Und dann, als ich mitten in der Nacht dringen aufs klo musste, hat er mir geschrieben. Es war über SMS, weil er mich auf Whatsapp kindischer weise blockiert hat. Er meinte „komm vorbei“ und die andere fünf minuten später „sorry falsche Nummer“. Wers glaubt. Er tut so, als sei ich ihm kack egal aber er braucht mich..und ich brauche ihn. Natürlich habe ich geantwortet und ihm ein kleinen Hinweis gegeben. Meine Eltern vereisen nämlich wieder Samstag früh und meine große ist dann schon umgezogen. Dann habe ich das ganze Haus für mich und er kann zu mir kommen und wir können reden. Ich hoffe, er denkt daran. Er soll nicht so tun, als sei alles in bester Ordnung und das ich ihm scheiß egal bin. Er soll es zu lassen.