Archiv für den Monat: Juli 2018

Angst

Ich habe das Gefühl, dass etwas sich in mir verändert, dass irgendwas passiert. Meine Krankheit wird immer schlimmer, immer lästiger und anstrengender für mich. Nicht nur, dass ich am ganzen Körper Chronische Schmerzen habe, die hin und her wandern, kommen noch andere Dinge ins Spiel. Aber genau diese Dinge, entscheiden meine ganze Stimmung. Eigentlich haben die vor fast zwei Jahren leicht angefangen aber ich hab sie nicht ernst genommen, niemand hat das. Aber ich glaube, das waren die ersten Anzeichen von  meiner Krankheit. Mein Kreislauf ist im Arsch. Ich war immer sportlich gewesen und einer von den schnellsten gewesen in meiner Klasse. Aber irgendwann bekam ich im Schulsport keine Luft mehr und vor lauter Panik, fing ich  an zu weinen und viel zu Boden. Ich sah aus, als würde ich sterben, meinten meine Freunde. Ich schob es auf die Sporthalle, es war so drückend warm gewesen. Beim dritten mal, kippte ich aber draußen beim sprinten um. Und als ich im März glaube ich, einfach so im Unterricht umgekippt bin, war es eindeutig. Ein Monat später hatte ich dann auch diesen Schmerzschub, der bis heute nicht weg gegangen ist. Die Schmerzen hatte ich auch schon mal. Sie waren nur kurz da und verschwanden ganz schnell, also dachte ich mir nichts bei, vor allem weil ein paar Monate gar nichts kam. Aber jetzt wird meine Krankheit von Tag zu Tag schlimmer. Ich werde immer müder, mit jedem Tag. Ich schlafe nur noch im zwei Stunden Takt und hab schon seit Monaten nicht mehr durch geschlafen. Ich hatte gestern auch wieder vom rumliegen Herzrasen bekommen. Mein ganzer Körper schaltet sich immer mehr ab. Ich esse kaum noch was oder bekomme kaum noch was runter. Als ob mein Körper protestieren würde, dass ich was essen soll. Appetit hab ich manchmal aber wenn ich das Essen schon rieche oder nur ein wenig esse, wird mir schlecht. Als ob ich gleich alles wieder raus kotzen müsste. Selbst mein Kiefer versteift sich manchmal und es fällt mir schwer zu kauen. In den letzten Tagen habe ich auch gemerkt, dass meine Ohren sehr empfindlich wurden. Meine kleine vier jährige Cousine hat letztens mit einer Gabel die ganze Zeit gegen ihr Glas getrommelt und während alle nur am lachen und begeistert davon waren, zuckte ich bei jedem schlag zusammen und musste mir die Ohren zu halten. Ich werde auch immer Licht empfindlicher. Generell spielen mir meine Augen in letzter zeit oft Streiche, manchmal erkenne ich ohne Brille alles ganz scharf, sei es nur für 5 Sekunden. Und manchmal sehe ich mit meiner Brille alles verschwommen, auch nur für kurze Zeit. Irgendwas passiert mit mir, ich fühle es. Jeden Tag fühle ich mich schwächer und mein ganzer Körper wird von den Schmerzen immer steifer und schwerer. Ich träume ich schreckliche Dinge. Nicht mehr die gewöhnlichen Albträume, wo ich von dem Mann verfolgt wurde, der mich früher geschlagen hat. Diese Träume fühlen sich noch echter an, es sind Träume, wo ich sterbe. Träume, wo ich aufwache und Blind bin oder nichts mehr hören kann. Träume, wo ich zu viel gegessen habe und Blut auskotze. Träume, wo ich einschlafe und nie wieder aufstehe. Ich sehe meine eigne Beerdigung vor meinen Augen. Meine Finger tun gerade wieder weh, ich schreibe zu viel. Mein Rücken versteift sich wieder, ich weiß nicht mehr was ich machen soll. Kann es doch sein, dass da mehr ist? Wenn ich ernster krank bin, als alle denken, dann kommt mir alles logischer vor. Diese ganzen Symptome , ich habe echt angst, dass ich eines Tages ins Bett gehe und nie wieder aufstehen werde. Deshalb versuche ich gerade, solange ich noch fit genug bin, mich um meine Freunde zu kümmern, mit ihnen Zeit zu verbringen und zu lachen. Ich hab das Gefühl, dass ich eines Tages nicht mehr die Kraft dazu haben werde. Alle sehen mich und höre mich lachen, sie denken so schlimm krank kann sie nicht sein. Das ist auch gut so, niemand soll mich deswegen anders behandeln. Ich mache das alles für meine Familie und für die Menschen die ich liebe. Ich möchte nicht das sie sehen, wie sehr ich leide. Ich wünschte nur, du würdest mit mir noch ein letztes mal richtig  Zeit verbringen. Denn ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde, dieses Kampf zu gewinnen. Ich wünsche mir nur ein Tag in deine Armen mit den Worten, dass ich es schaffen werde. Aber alles was mir bleibt, ist die Angst.

Zum scheitern verurteilt

Am Anfang hast du mir eine Gänsehaut verpasst, als ich dich gesehen habe. Du hattest diesen bösen Blick drauf, wenn du mal wieder nachdenkst. Ich wollte mich da eigentlich von dir fern halten. Dein Tattoo und deine Kreuz Kette haben sofort alle bemerkt. Es wurde über dich getuschelt. Meine Meinung zu dir änderte sich, als ich dir das erste mal in die Augen sah. Ich bin gegen dich gelaufen im Krankenhaus und wir beide starrten uns eine Zeit lang an. Du lächeltest schüchtern und bist an mir vorbei gelaufen. Ab da, habe ich meine Meinung über dich geändert. Du sahst dann nicht mehr so böse aus. Und ich wollte wissen wer du bist. Was dazu führte, dass ich mich in dich verliebte. Es war falsch, meine Mutter hat mich immer vor Typen wie dir gewarnt. Aber das erste mal, hörte ich nicht auf sie. Ich hörte auf mein Herz, auf meine Gefühle zu dir. Und als ich es wirklich wusste, wurdest du anders, distanziert und kalt. Es tat mir in der Seele weh, in der Schule wurdest du abweisender und keiner hat von dir richtig Notiz genommen, keiner außer mir. Niemand hat gefragt wie es dir geht und manchmal hatte ich angst dich zu fragen, ich wollte dir nicht auf die nerven gehen. Nach den ersten Schultagen fragte dich unsere Lehrerin, wen du schon alles kennst. Du zeigtest dabei nur auf mich und sagtest meinen Namen, dabei lächeltest du. Ab da kamen die Lehrer immer zu mir, wenn du Tage lang nicht zur Schule kamst und ich wusste nie was ich sagen sollte. Oktoberfest hast du gesagt, du hast dich in mich verliebt. Neben dir ein zu schlafen und auf zu wachen war das schönste für mich. Aber es war immer ein hin und her. Und jetzt hast du mich entgültig fallen gelassen. Ich dachte, als du meintest, dass du es versuchen willst, dass wir es endlich schaffen würden. Plötzlich sah ich eine Zukunft mit dir. Aber dir wurde alles zu viel und so hast du mich fallen gelassen, einfach so ohne eine richtige Erklärung von Angesicht zu Angesicht. Mir tat alles weh, nicht nur meine Krankheit brachte mich um, sondern noch mein Herz. Aber du willst es nicht zu geben, dass du mich brauchst. Du bist so ein Sturkopf, zusammen würden wir alles schaffen. Stattdessen rufst du nach mir, wenn du betrunken bist und sagst mir, ich soll dich nicht verlassen. Du hast mich verlassen. Aber ich bin trotzdem zu dir gerannt. Dich so zu sehen, am bluten, am weinen, dass du sagst du kannst nicht mehr, dass du mich brauchst, mein Kopf war durcheinander. Aber ich wusste, dass du es am nächsten Tag abstreiten würdest und du es nur darauf schieben würdest, dass du betrunken warst, hielt ich dich trotzdem im Arm fest. Du warst in dem Moment wie ein kleiner Junge, nicht mehr den Mann, den ich eigentlich kannte. Du warst verletzlich, du hast es zu gelassen. Und ich war froh darüber, dass du mich brauchtest. War es nur für diesen Moment. Du wolltest mir in die Augen sehen, dein Blick war voller Sehnsucht und Liebe, so kannte ich dich. Und du ließt mich erst gehen, als ich dich küssen sollte. Ich glaube du liebst mich noch, willst es aber nicht zugeben, du Idiot. Aber bald hast du mich so ganz verloren. Ich kann bald nicht mehr.

Schwangerschaft?

Ich muss mal meine Gedanken wieder fest halten. Ich bin 17 Jahre aber ich fühle mich nicht so. Und ich denke an dich Person die ich liebe. Ich frage mich, wie schnell alles schief gehen konnte. Wieso habe ich mich in ihn verliebt. Alles wäre so viel leichter gewesen, hätten wir uns nie geküsst oder miteinander geschlafen. Ich dachte eine Zeit, ich wäre schwanger von ihm. Meine Angst wurde größer als ich mich übergab und mein Unterleib nur geschmerzt hat, obwohl ich erst in zwei Wochen meine Tage erwarten sollte. Ich habe nichts mehr getrunken, nicht mal auf diesem Betriebsfest. Ich dachte wirklich, da wäre etwas in mir..und ich glaube ich hatte recht.  Ich habe niemanden davon erzählt, weil es nichts mehr geändert hätte. Ich hab ihm meine Vermutung erzählt, aber nicht, das ich es vermutlich verloren habe. Als ich meine Tage hätte bekommen sollen, dass war da, wo ich noch nichts wusste, war meine Blutung komisch, anders. Da fand die Einistungsblutung statt vermute ich. Meine Brüste fingen an zu ziehen und mein Unterleib drückte nur an einer Stelle. Ich wusste nicht, was mit mir passierte, ich schob es auf die Krankheit. Aber was drei Wochen später nach dieser Blutung passiert ist, habe ich mich nicht getraut zu sagen. Ich bekam ein Schmerzanfall unten im Unterleibt. Ich war allein und hatte noch nie so starke schmerzen da unten empfunden. Kurz danach, breitete sich der Schmerz am ganzen Körper aus, von meiner Wirbelsäure bis hin zu meinen Fingern. Ich dachte echt, ich sterbe. Mein Kopf und mein Unterleib brachte mich um. Als ich ins Badezimmer rennen wollte, weil sich alles drehte, tropfte Blut auf den Boden. Ich bekam Nasenbluten. Als ich die Blutung stoppen wollte und mit einem Tuch durch die Gegend lief und meine Eltern anrufen wollte, passierte etwas da unten. Es fühlte sich an, als ob ich auslaufen würde. Als ich nachschaute..war auch da Blut, mitten in der Pillen zeit. Danach war der Schmerz in meinem Unterleibt verstummt und mein Körper beruhigte sich wieder von diesem Erlebnis. Ich rief meine Eltern nicht mehr an. Ich sagte niemandem davon was. Nicht den Ärzten, nicht meinen Freunden, nicht ihm. Ich konnte nicht darüber reden. Ich wusste nicht mal selbst, was da passiert ist. Eine Woche später, bekam ich dann meine normale Blutung wieder, sie war nicht komisch, sie war normal. Die bedenken, dass da vielleicht etwas war, das es in mir gelebt hat und dann in mir gestorben ist, mein Körper hätte das nicht ausgehalten. Ich habe seine  Schmerzen gespührt, als er gestorben ist. Aber das bin ich auch fast, ich werde niemals diese Schmerzen vergessen und das Blut, was mir von der Nase runter lief, mein Gesicht, was kreide Bleich war. Wenn ich ihm das sagen würde, wüsste ich nicht, wie er reagieren würde. Aber vielleicht ist es besser wenn er nichts weiß. So schütze ich ihn vor noch mehr kummer.