Kämpfen

Schmerz. Ein Wort, wo sich jeder etwas darunter vorstellen kann. Jeder hatte schon Schmerzen. Wenn man als Kind hingefallen ist und sich die Kniee aufgeschlagen hat, wenn man sich wieder an seinem Bett gestoßen hat oder unsere Liebe uns das Herz gebrochen hat. Und immer gibt es eine Reaktion . Als Kind weint man, wenn man sich stößt Flucht man und wenn jemand einem das Herz bricht, dann weint man. Aber was ist mit den Schmerzen die immer da sind? Chronische Schmerzen. Was passiert da? Jeder gesunde Mensch, der nicht solche komischen Schmerzen mit sich trägt, unterschätzen sie. Sie sagen, man steigert sich zu sehr rein oder bildet sich alles ein. Ja, man redet sich alles schlimmer als es ist. Diese Menschen, die keine Schmerzen haben wollen einem Weis machen, wie man sich fühlt. Aber das können sie nicht. Sie sagen, man muss gegen den Schmerz kämpfen. Seit wann muss man gegen sich selbst kämpfen? Wer hat uns das beigebracht? Von klein auf wurde uns alles gezeigt, alles beigebracht was wichtig ist. Laufen, sprechen , nicht ans Feuer gehen..alles wurde uns beigebracht damit wir eines Tages selber Leben können. Aber wer hat uns beigebracht, gegen sich selbst zu kämpfen? Schmerzen gehen vorbei, dass sagte Papa immer, wenn man hingefallen ist. Aber ich  bin nicht hingefallen, ich sollte keine Schmerzen haben, Papa. Mama sagte immer, ich soll vorsichtig sein, damit mir nichts passiert. Aber Mama, ich war immer vorsichtig, wieso ist mir dann trotzdem etwas passiert? Weil man nicht immer alles weiß. Es gibt Dinge im Leben, die suchen einen Menschen aus, der lernen muss dagegen zu kämpfen. Damit er eines Tages den Menschen beibringen kann, wie man kämpfen muss. Ein Schmerzsyndrom. Ja eine Schmerzkrankheit. Das ist etwas seltendes, ein Phänomen wie meine Ärztin es beschrieben hat. Wollte ich das? Wollte ich ein Phänomen sein? Diesen Schmerz kann man nicht beschreiben. Er ist da, immer. An den verschiedensten stellen. Wann hatte ich keine Schmerzen? Ich hab sie jeden Tag. Jetzt sind es  gerade meine Finger und Hände, obwohl ich nur das mache, was Menschen jeden Tag machen. Im Internet sein. Im Krankenhaus Menschen zu helfen, tut weh. Es fühlt sich an, als ob tausende Nadeln gegen meine Hände gebohrt werden, nur weil ich einem Menschen helfen wollte, auf zu stehen. Mein Hals tut weh, einfach so. Manchmal lasse ich Dinge aus meiner Hand fallen, selbst mein Handy. Manchmal erkennt man es. Manchmal lassen wir zu, dass andere Menschen unseren Schmerz sehen. Aber wenn man einfach nur da sitzt und jemand fragt, warum wir so komisch gucken..eher traurig, was denkt ihr euch dabei? Nichts. Weil ihr sowas nicht kennt. Sollen wir jede Sekunde vor schmerz zittern? Sollen wir in der Klasse einfach anfangen zu weinen? Wir gucken so, weil wir kämpfen. Das ist kämpfen. Wenn die Schmerzen einen umbringen können aber wir trotzdem einfach da sitzen und sogar ein Lächeln von uns geben. Alle sagen, man soll kämpfen. Aber das tuen wir schon die ganze Zeit. Nur, wurde uns das anders beigebracht und deshalb sehen die anderen Menschen das auch nicht. Wir sind verdammt nochmal Krank! Warum gucke ich wohl so? Weil ich Schmerzen habe! Soll ich es mir jeden Tag auf die Stirn schreibe? Will ich Aufmerksamkeit dadurch? Nein, aber sowas, solche Sätze und Fragen kann man sich sparen. Du bist nicht Krank, du leidest nicht so wie ich. Denk daran, wenn du dir das nächste mal denkst, warum ich so traurig gucke. Ich versuche vor dir zu Lächeln , siehst du es nicht? Ich kämpfe.