Archiv für den Monat: April 2017

16

Morgen bin ich 16 Jahre. Manchmal vergesse ich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erinnere mich als ich 6 war und ich Emely das erste mal auf dem Arm hatte. Das ist schon 10 Jahre her. Von diesem Tag an, als ich sie zum ersten mal sah, wollte ich, dass sie zu mir aufsieht. Als sie das erste mal krabbelte, krabbelte ich neben ihr her, damit sie sich nicht irgendwo stößt. Wenn ich von der Schule kam in Bochum und ich damals noch diese kleine Wohnung hatte, musste ich aufpassen die Tür nicht so weit auf zu machen, weil sie einfach immer im Weg war. Ihr strahlen als sie mich sah was goldig. Mit ihren ersten zwei Zähnchen nannte sie mich „Dada“. Ich erinnere mich noch daran, dass sie immer versuchte, mir alles nach zu machen, was sie sogar bis heute tut. Als sie das erste mal aufgestanden ist hab ich angefangen zu klatschen und sie machte es mir nach und grinste mich an. Ich habe alles von ihr gesehen, ihre ersten Schritte, ihre ersten Worte, ihre  Verletzungen und Dinge, die ich ihr beigebracht habe. Als sie fünf war, wollte sie genau so gut Inliner fahren wie ich also übte ich mit ihr. Welch eine Ironie, das mir meine große Schwester es ebenso beigebracht hatte, da war ich auch fünf Jahre. Ich weiß noch wie ich fünf wurde in meinem Kindergarten. Ich höre immer noch die Stimme von der Erzieherin die mir gesagt hat „Du bist schon fünf, eine ganze Hand voll“ und ich hab mich in dem Moment total besonders gefühlt. Trotz der vielen Dinge die mir passiert sind habe ich genug schöne Erinnerungen, die die schlimmen verblassen lassen. Ich meine, meine kleine Schwester groß werden zu sehen ist glaube ich fast so, als ob man sein eigenes Kind groß werden sieht. Es ist zwar nicht das selbe aber ähnlich. Wenn sie schmerzen hat, tut es mir ebenso weh. Ich werde nie ihr schreien aus meinem Kopf bekommen, als der Krankenwagen vor unserer Tür stand und ihr Bein verbrannt wurde. Als wir dann alle im Krankenhaus waren und sie gerade nach einer Behandlung wach wurde waren ihre ersten Worte „Wo ist Sandra“. Als ich dann bei ihr war und mich zu ihr ans Bett hin kniete, konnte ich meine Tränen nicht mehr halten.  Und das einzige was sie sagte war „Wieso weinst du?“.  Dabei musste ich lächeln, ich habe ganz vergessen, das sie gar nicht weiß, wie sehr ich sie eigentlich liebe. Aber ich würde genau wie eine Mutter, alles für sie tun. Ich liebe dieses Kind, ich liebe meine kleine Schwester. Und ich weiß wie sehr sie mich liebt, weil ich auch weiß wie es ist eine kleine Schwester zu sein. Ich bin beides. Und ich bin froh darüber an meinem 16 Geburtstag mit diesen beiden Menschen in den Zoo zu gehen, ein Schwestern Tag.