Karneval

Heute ist Rosenmontag und morgen ist der große Karnevals Umzug in meiner Stadt. Seid Donnerstag geht es für die meisten nur so: Saufen und Feiern. Und das zu 80% meiner Jugend. Ich gehöre zu den anderen 20% die so etwas nicht als Sauf Chance sehen oder sowas. Es ist für mich wie jede anderen Tage, normale Tage. Das gute an diesem Unnötigen Karneval ist, das ich bis Mittwoch frei habe und Donnerstag erst die Schule wieder anfängt. Aber weil morgen der letzte Tag von Karneval ist, hab ich beschlossen, mit meiner Frendin Luana doch zum Umzug zu gehen, weil wir sonst nichts anderes zu tun haben. Mein Freund findet selbst das unnötig.  Deshalb verbringen wir Karneval auch nicht zusammen, Unterschiedliche Meinungen. Naja so unterschiedlich ist sie jetzt nicht aber er würde nie mit mir zu diesem Umzug gehen und das war mir von Anfang an klar. Und Luana und ich haben uns früher mit 12 Jahren mega auf  diesen Umzug gefreut also dachte ich mir, wir beide könnten da wieder hin gehen. Vielleich wird er ja nicht so schlimm sein. Meine große Schwester ist leider in dieser Hinsicht kein gutes Vorbild, denn sie ist auch seid Donnerstag nur am Feiern und sonst was. Da bin ich froh, dass ich dann doch nicht so bin wie sie. Meine kleine Schwester sieht mich als Vorbild, also ich bin ein gutes Vorbild. Meine große Schwester hat schon mit 14 angefangen zu trinken. Ich war da neun und sie hat mich mit noch son Typen von Lea abgeholt (Schlampen Lea) an Halloween. Ja, die beiden waren besoffen und wollten mir weis machen, sie hätten zu viel Cola getrunken. Ich war zwar neun, aber nicht dumm. Als meine Schwester mich dann gerade zur Tür gebracht hatte, wollte sie schnell gehen aber da kam mein Dad mit dem Streifenwagen (er war gerade im Dienst) und vorderte meine Schwester auf, zu pusten. Und dann bekam sie Hauserrest und durfte bei niemanden mehr schlafen, bis sie 16 war. Am selben Abend hab ich mich fertig gemacht fürs Bett und hörte aus ihrem Zimmer komische Geräusche. Besorgt machte ich ihre Tür auf und das Licht an und sah sie im Bett sitzen und kotzen. So viel zu meinem Vorbild. Und weil ich da neun war und sie echt schlimm aus sah, rannte ich sofort zu meiner Mutter und sagte ihr das. Naja verstecken hätte man es nicht können, ihr ganzes Zimmer roch nach Wein. Und da wurde aus diesem Verantwortungsbewussten Mädchen, eine Säuferin. Ich frage mich wieso sie das macht. Vielleicht will sie ja etwas nach holen, was sie damals nicht machen konnte. Auch wenn meine Kindheit traurig war, war sie immer der Grund gewesen, warum ich lachte. Jetzt gerade merke ich erst, das sie es eben so nicht leicht hatte. Ihr Vater hat sich eben so nicht um sie gekümmert und sie musste mich mit neun Jahren in den Kindergarten bringen, abholen, essen machen, mich unterhalten und was weiß ich alles noch. Sie hat alles getan und aufgeopfert um bei mir zu sein und auf mich auf zu passen. Sie war auch die meiste Zeit mit mir Zuhause und wenn sie sich treffen durfte, dann musste ich mit, weil ich nicht alleine Zuause bleiben durfte. Man war ich ihr ein Klotz am Bein. Und wenn sie Karneval feiern will, dann soll sie es tun. Ich werde sie diesmal nicht daran hindern.