Archiv für den Monat: Dezember 2016

Weihnachten

Heute ist Weihnachten und mein Stiefvater ist vor drei Stunden zur Arbeit gefahren.  Davor war es aber gut, sehr gut. Manchmal vergesse ich, was für eine Familie ich eigentlich habe. Sie ist zwar nicht perfekt aber ich habe eine. Meine Mutter war ganz traurig als mein Dad zur Nachtschicht gefahren ist.  So ist das halt wenn dein Dad Polizist ist, oder besser gesagt Stief Dad. Bei meinem Dad ist es jetzt 18 Uhr abends. Ich weiß nicht wer bei ihm ist oder was er tut aber trotzdem denke ich an ihn. Ich versuche mich an das letzte zu erinnern, was mein Dad zu mir gesagt hatte als ich klein war. Aber mehr als Erinnerungslücken und Bildern die ich sehe, wenn ich zu viel getrunken habe , ist nichts zu finden. Außer der Ausflug nach Dänemark..Ich weiß nicht wie alt ich da war, 2 oder 3. Ich erinnere mich wie ich mit meiner Cousine auf einem Holztisch sahs und wir eine Pfirsich gegessen haben. Ich kann mich auch an dieses kleine Häuschen erinnern wo wir ein paar Tage waren. Der Garten war riesig..Ich habe noch Bilder von diesem Urlaub. Ich habe sie in meinem Zimmer eingeschlossen, ohne das jemand es mitbekommen hatte. Diese Bilder ist das einzige was ich noch von meinem Dad habe. Und es sind ungefähr die letzten Erinnerungen an ihn. Bilder wo er mich auf seinem Arm trug und er mich im Meer nicht fallen ließ. Wo er mich auf der Schaukel anschubste..und mir fällt gerade noch was ein. Er sagte auf Polnisch, ich soll mich festhalten. Schön, wenn ich noch mehr Erinnerungen sammel, gute Erinnerungen. Die schlechten habe ich ein glück nie mitbekommen. Aber noch krasser ist es, wieso meine Mutter diesen Mann Heiratete. Meine Mutter war früher ein reiches Kind, mein Opa hatte viele Geschäfte die gut liefen. So gut, wie es in Polen nun mal laufen kann. Sie war eins von vier Kindern, meine Oma hat sich dann um die Kinder gekümmert während mein Opa von Geschäft zu Geschäft zog. Als meine Mutter aber 19 war, verlor mein Opa sein ganzes Vermögen und lies seine ganze Familie zurück. Ab da fing meine Oma an zu trinken, kein wunder, dass ich sie von Geburt an mit einem Bier in der Hand kenne. Meine Mutter konnte nicht mehr studieren gehen und musste nebenbei noch auf ihre kleineren Geschwister aufpassen. Und dazwischen wurde sie noch schwanger und mit 20 Jahren kam dann meine große Schwester auf die Welt. Die ersten zwei Jahre lebte sie mit meiner Mutter in Polen aber meine Mutter wollte aus den Ruinen ihrer Familie raus. Und so wollte sie nach Deutschland und ein neues Leben Anfangen, mit einem Kind. Doch sie durfte nicht nach Deutschland, weil sie nicht Verheiratet war. Und so kam mein Vater ins Spiel. Er arbeitete für meinen Opa und war oben drauf 10 Jahr älter als meine Mutter.  Was mein Opa meiner Mutter nicht erzählt hatte war, das er schon viel mit der Polizei zu tun hatte. Langsam dämmert es mir wieso ich das einzige gewollte Kind war. Ich war die Eintrittskarte für ein neues Leben denn damit das ernst rüber kommt, musste ein Baby her und das war ich. Ich war das geplante Kind.  Und dann Heiratete sie ihn und kam nach Deutschland. Und als sie 25 Jahre war, kam ich dann auf die Welt, das Kind was am meisten Probleme angeschlemmt hatte. Das krasse ist, ich habe diese Geschichte erst dieses Jahr von meiner Mutter erfahren und gleichzeitig hat sie es auch Max erzählt während ich daneben  sahs und dachte „Das kann doch nicht alles wahr sein“.  Aber meine Mutter hat echt ne menge durch gemacht. Wurde von meinem Dad geschlagen, Vater abgehauen, Mutter Alkoholikerin..Man ist das scheiße und trotzdem hat sie nicht aufgegeben. Aber auch wenn alles so gut ist wie es ist, denke ich trotzdem an meinen Vater. Und ich mache mir Gedanken an das, was mein Opa mir letztes Jahr gesagt hatte. Ja, ich war letztes Jahr in den Herbst Ferien nach acht Jahren wieder in Polen. Und mein Opa baut sich noch ein neues Haus auf und will ein Restaurant auf machen und sich noch ein paar Tiere holen, Enten hat er schon. Er hat sich außerdem noch ein Stück Wald gekauft, keine Ahnung  wie er das macht. Ich sollte mit ihm und Emely was holen gehen und weil Emely noch weniger Ponisch konnte als ich, war ich auf mich allein gestellt. Er sagte zu mir „Ich weiß wir kennen uns nicht so gut aber versprich mir bitte eins, wenn ich einmal nicht mehr da bin..lass nicht zu das ich alles mit ins Grab nehme“ Nach diesen Worten war ich geschockt. Er will, das wir alle von ihm was er sich aufbaut, weiterführen. Und weil meine Mutter das lieblings Kind von ihm ist, sind wir seine lieblings Enkel. Dumm ist es, dass er es mir gesagt hatte aber nach der Geschichte von meiner Mutter, verstehe ich es langsam. Er will nicht noch mal alles verlieren. Meine Familie ist ja total ne Katastrophe..

Frohe Weihnachten..Dad.

Vorsätze

Heute habe ich einen „Chill Tag“ gemacht, was natürlich öfters bei mir vorkommt. Dennoch nehme ich mir heute vor, noch Mathe zu lernen , weil ich nächste Woche eine Arbeit schreiben werde oder besser gesagt zwei. Englisch muss ich deshalb auch noch lernen. Und weil Max und ich uns dieses Wochenende nicht treffen, kann ich mich schön darauf konzentrieren. Okay, Freitag treffe ich mich mit Svenii und Samstag  vielleicht mit Lea aber den Sonntag lerne ich wirklich. Meine Freunde hetzen wie bekloppt weil sie morgen WP1 schreiben, alle außer ich. Und in Momenten wie diesen, bereue ich es nicht das Fach Technik gewählt zu haben. Während alle morgen um die gleiche Zeit ihre Arbeit schreiben, baue ich mein Werkstück weiter. Also wird mein Tag morgen angenehmer, als von manch anderen.

In genau 2 Wochen werde ich im Krankenhaus liegen, weil ich ja Operiert werde. Und in genau 2 Wochen fährt der ganze Jahrgang nach Dortmund zum Weihnachtsmarkt und ich werde das dann von Snapchat oder sonst was mitbekommen. Das einzige was mich im Krankenhaus unterhalten wird ist mein Handy und das Buch was meine Eltern mir noch kaufen wollten, ich hab nur vergessen, welches es nochmal war.  Ich habe einfach nur totale Angst  und angst noch vor Langeweile zu sterben. 4 Tage bin ich da und zwei ganze Tage ohne ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ich konnte noch nie gut alleine sein. Zwei Tage vor Weihnachten bin ich dann wieder Zuhause mit so einem Gerät auf meiner Nase. Ich finds schon krass, das dieses Jahr wieder fast vorbei ist. Ein weiteres anstrengendes Jahr wird nun bald hinter mir liegen, ein glück. 2016 war ein ewiges hin und her mit Gefühlen und Verstand, mal wieder. Ob es 2017 anders sein wird? Natürlich nicht. Es wird immer irgendwie so sein, ob man es will oder nicht. Aber 2017 wird mein Jahr, das weiß ich jetzt schon. Ich weiß noch als Svenii sagte „2016 wird mein Jahr“ war es aber nicht. Ich glaube bei niemanden den ich kenne. Ich setze es mir für nächstes Jahr in den Kopf das es mein Jahr wird. Das bedeutet ich muss hart, konsequent und nicht schwach werden! Die 10. Klasse schaffen und werde mit dem selben Idioten zusammen bleiben. Ob es nach der 10. noch halten wird? Ich hab vergessen, was Max nochmal machen will, er ist sich selber noch nicht sicher und langsam wird es eng. Und ich werde mich voll und ganz meinem Fachabitur widmen und 1 Jahr ein Praktikum im Krankenhaus haben. So ist meine Vorstellung. Fragt sich nur, wie es mit mir und Max dann weitergeht. Und schon wieder mache ich mir zu viele Gedanken über meine Zukunft. Wir sind Jung und haben beschlossen, wenn wir uns trennen, noch Freunde zu bleiben. Was sehr vernünftig ist aber leichter gesagt als getan. Man sagt sich sowas immer aber irgendwie muss es ja einen Grund geben, damit man sich trennt. Und dann heißt es, Abstand halten und sich die Augen ausheulen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Aber durch die Beziehung von Nico hab ich irgendwie versucht, dass alles nicht so kommt wie bei Nico. Zum Beispiel das man sich die Liebe nicht über Whatsapp sagt oder Verschlossen zu sein und Angst haben, ihm auf die nerven zu gehen. Oder wegen jeder Kleinigkeit zu Streiten und sich den ganzen Tag ignoriert, man war das scheiße. Und genau das habe ich versucht bei Max besser zu machen. Und wie es aussieht, hat es ja funktioniert. Ich dachte immer, dass Nico sich selber zu wichtig genommen hat und so mich total vergessen hatte. Aber ich war nicht gerade besser. Ich war genau so egoistisch und wollte nur seine Aufmerksamkeit, so wie er meine wollte. Vielleicht habe ich auch von Nico viel zu viel erwartet. Im Gedanken, das alles perfekt laufen würde, war alles am Ende eine Katastrophe. Was bei Max nicht so ist, naja hoffe ich zumindest. Ich glaube die Beziehung von mir und Nico hat gezeigt, dass ich mich verändern musste und genau das habe ich getan. Max ist der beweis, ich hab alles richtig getan, was ich früher falsch gemacht habe. Wenn ich jetzt meine Gedanken so angucke, war mein Schluss mache total übertrieben gewesen. Wow Sandra, das hast du nach fast 2 Jahren fest gestellt, ich bin stolz auf dich. Genau so wie ich schon mit Max fast drei mal Schluss gemacht hätte, ich reagiere einfach total über. Und genau das nehme ich mir auch fürs nächstes Jahr vor, etwas lockerer zu sein. Ich bin total gespannt, wie das nächste Jahr wird!