Kummer

Eigentlich sollte ich Englisch Hausaufgaben machen und für Deutsch lernen aber in mir schwirren so viele Gedanken durch meinen Kopf, dass ich nicht klar denken kann und wie immer muss ich alles aufschreiben. Wie bin ich eigentlich zu dieser Person geworden, die jeden scheiß aufschreibt? Manche würden es für Krank oder unnötig halten, aber für mich ist es wichtig zu wissen, was in mir Vorgeht, um mich dann selber zu verstehen. Ja genau, ich verstehe mich im Moment selber nicht.

Gestern war Max hier und wir haben uns ausgesprochen, dass wir nicht mehr zusammen kommen werden, weil zu viel passiert ist. Ich hab mich schon länger damit abgefunden, seit August um ehrlich zu sein. Aber Marvin hatte da noch kein Einfluss darauf, es war mein eigenes Gefühl, dass die Beziehung am Ende war. Nur leider, will ich nie sowas einsehen. Ich habe in Max so viel Zeit investiert und habe ihm beigestanden, wo ich nur konnte. Aber wenn man die ganze Zeit an der Vergangenheit hängt, was ist mit der Zukunft? Ich habe genau wie jeder andere, Wünsche und Träume. Ich möchte meine eigene Familie haben. Ein Mann, der mich liebt und mich nie im stich lässt. Natürlich möchte ich auch Kinder haben. Einfach ein glückliches Leben. Mit Max konnte ich es mir zuerst Vorstellen aber das ganze halbe Jahr über, war es plötzlich wie erloschen. Vielleicht sollte ich auch aufhören, mir über Jungs so viele Gedanken zu machen, schließlich bin ich gerade mal 16.  16 Jahre und ich mache mir einfach über jeden scheiß Gedanken, dumm und naiv in dem Alter halt. Und ich will noch nicht so alt sein.Klar ist 16 kein hohes Alter aber , früher war alles leichter. Kann ich bitte zu dem Zeitpunkt zurückgehen, wo ich Jungs noch uninteressant fand? Aber das war ja immer so gewesen. Wenn der Vater einen früh verlässt, kämpft man um so mehr um die Anerkennung eines Jungen. Aber nur um den einen Jungen. Den, der mein Herz aussucht von tausenden anderen. Der sagt, ich bin gut so wie ich bin. Der mich einfach glücklicher macht, als jeder andere Junge. Aber wer will sowas bitte, eine, die einfach total kaputt ist, aber trotzdem jeden Tag lächelt. Eine, die Abends nicht durchschlafen kann und irgendwann nicht mehr kann und nur noch weint. Wer will so eine? Wovor ich Angst habe : Wenn jemand mein Kummer und leid sieht und damit nicht klar kommt und geht. So wie mein Vater gegangen ist, einfach so, ohne sich nach seiner Tochter umzudrehen. Nur wegen ihm bin ich so. Und ich hasse ihn dafür. Wegen ihm kann ich Nachts nicht schlafen, bin überfordert mit Jungs und habe Angst mein Wahres Gesicht zu zeigen, weil ich Angst habe, dass der Mensch den ich gerade in mein Herz gelassen habe, wieder geht. Deshalb, einfach so weiter machen wie vorher. Man muss das gute im Leben sehen, sage ich mir immer. Und das werde ich, ich kämpfe weiter, alleine oder mit Hilfe. Aber ich gebe nicht auf.

Neuer Anfang, neues Glück

Das wir schon November haben, kann ich mir gar nicht vorstellen oder besser gesagt realisieren. Vor einem Jahr war meine Abschlussfahrt nach Berlin mit meiner ganzen Idioten Klasse. Die Busfahrt war wirklich das beste an dieser scheiß fahrt. Ich war verdammt nochmal 15 und trotzdem mega aufgeregt. Ich hatte vor einem Jahr angst, dass die Zeit mit meiner Klasse bald vorbei sein wird. Das jeder seinen eigenen Weg gehen würde und man noch kaum Zeit füreinander hat. Im Mai kamen dann die ersten Prüfungen und ich dachte, mein Leben sei vorbei. Alle waren im Stress und wollten ihren Abschluss nicht verhauen. Ich hab noch die Lehrer vor Augen, wie sie uns jede Menge Druck machten genau wie meine Mutter. Und Glücklich beendete ich die 10 Klasse mit einem Durchschnitt von 2,5. Seit dem hat sich viel verändert. Kennt ihr noch dieses süße Paar aus der 9. Klasse? Die zuerst beste Freunde waren und dann durch viele Komplikationen doch noch zusammen kamen und das ganze 2 Jahre? Man nannte uns „das Klassenpaar“. Nun, dieses Paar gibt es nicht mehr. Natürlich bin ich traurig, Max und ich haben so viel erlebt und so viel zusammen überstanden. Ich habe die Bilder aus meinem Zimmer abgehangen, alles hat mich an ihn erinnert. Aber es fing ja schon im Mai an, als ich die ganze Wahrheit erfahren habe. Da wollte ich schon schluss machen. Aber ich hab es nicht übers Herz gebracht, er war doch meine große Liebe. Also blieb ich mit ihm zusammen in der Hoffnung, er wird wieder der, der er einmal war. Ein Junge, der immer ein Lächeln auf den Lippen hatte und mich immer zum lachen gebracht hat. Der meine Albträume verjagt hat und mich beschützt hat, wie ein Vater seine Tochter. Der mich geliebt hat und es mir gezeigt hat. Aber, das war er nicht mehr. Seit dem Tod seiner Mutter habe ich alles getan, um ihn glücklich zu machen. Er kiffte, rauchte heimlich aber ich bekam alles herraus. Als ich die Zigaretten Schachtel in seiner Jackentasche gefunden habe, bin ich ausgerastet. Seine Mutter war da noch am Leben aber dem Tode nah. Ich hab ihn angeschrien und gefragt, wie dumm er sein kann. Dass seine Mutter Lungenkrebs hat und er anfängt zu rauchen. Ich hab ihn geschubst so wütend war ich. Aber dann merkte ich auch, wie hart ich zu ihm war. Immer wenn ich da war, habe ich alles getan, damit er glücklich war. Aber was war mit ihm, wenn ich mal nicht da war? Wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich auch anders reagieren können. Aber ich wollte mir halt nicht ansehen, wie er zu Grunde ging. Musste ich aber. Er wurde kälter, abweisender. In der Schule hat er kaum was gemacht und dann war ich wie seine Mutter und habe ihm alles erklärt, ihm die Hausaufgaben gebracht, teils sogar die Lösungen geschickt, weil ich halt wollte, dass er irgendwas hatte. Für Arbeiten musste ich ihn zwingen zu lernen und hab ihm alles geschickt was er lernen sollte. Eine Zeit lang, hat er sogar oft verpennt und den Bus verpasst. Seit dem hab ich ihn immer so oft angerufen, bis er wach wurde und sich für die Schule fertig machte. Krass oder? Wenn ich mir so alles durchlese, war das ziemlich viel Anstrengung gewesen. Das spürte ich dann aber auch, wenn ich selber lernen musste. Das war einfach nur noch schrecklich anstrengend gewesen. Aber ich wollte ihn halt nicht im Stich lassen, weil ich ihn über alles liebte. Ich war treu, habe alles gemacht was er gesagt hat und habe ihm so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie sonst keinem Jungen. Und trotzdem war er auf Nico eifersüchtig. Dumm oder? Bei den meisten Jungs war ich eiskalt und hab auch mit vielen kontakt abgebrochen für ihn. Und trotzdem geht er sich mit anderen Mädchen vergnügen, während ich Zuhause war und ein Buch las. Ich weiß, ich höre mich total langweilig an. Und weil ich ja jetzt auf einer neuen Schule bin und in meinem Praktikum, kann ich das verkraften. Das arbeiten ist anstrengen aber so muss ich weniger an Max denken. Und überhaupt, hab ich jemand neuen kennengelernt. Er ist eigentlich das Gegenteil von meiner Vorstellung aber da ist etwas an ihm, was ich mag. Meine neuen Freunde machen sich schon darüber lustig, weil wenn ich von ihm rede die ganze Zeit wie eine bekloppte lächel. Verliebt? Das kann sein, sowas ist lange her bei mir gewesen also weiß ich nicht, was das ist. Ich weiß nur, dass er mich irgendwie glücklich macht und mein Herz komplett ausrastet, wenn ich ihn sehe. Verdammt, ich bin verliebt.

Dem Ende nah

Ich gehe gleich arbeiten, eher gesagt mit meiner großen Schwester ein wenig Kellnern. So macht man das mit 16 Jahren. Und obwohl ich meinen Abschluss in weniger als drei Wochen schon habe, bin ich im dauerstress. Ich muss mich um viele Dinge kümmern für mein Fachabi und mein diesejähriges Praktikum im Krankenhaus. Die letzten Wochen bestanden darin, alles von meiner Liste ab zu arbeiten, die ich von der Schule und Krankenhaus bekommen habe, die ich erledigen muss, bevor ich dort bin. Das hieß also: Verträge ausfüllen, 40 Blätter durchlesen die wichtig sind fürs Krankenhaus, alles hundert mal zu unterschreiben, Arzt Termine machen für die vor Untersuchungen die man braucht, um im Krankenhaus arbeiten zu dürfen, zum Bürgerbüro rennen um mir Führungszeugnisse machen zu lassen und Bescheinigungen ab zu holen, die ich dann auch noch vom Arzt unterschreiben lassen muss und für Bus Bescheinigung, zusätzliche Impfungen und der ganze Kram. Das stresst einen total. Vor allem , wenn man alles alleine machen muss. Ja gut, ein paar mal hab ich meine große Schwester gefragt aber am Ende blieb ja alles an mir hängen. Zusätzlich noch die Schule, die ich ja auch nicht ganz vergessen darf, 3 Wochen hin oder her. In der zeit wo ich das alles machen musste, waren meine Abschluss Prüfungen. Also noch dafür lernen, Hausaufgaben machen und der ganze Schulkram halt. Stress pur. Noch waren die letzten Monate mit meinem Freund die Hölle aber auch davon hab ich mich nicht klein bekommen. Ich musste ja irgendwie weiter machen. Jungs Probleme sind daher mein geringstes Problem aber genau die, nehmen mir die meiste Kraft. Ich brauch auch noch ein Kleid für mein Abschluss. Eigentlich wollte ich es mir schon vor 3 Wochen besorgen aber nach dem 8 Geschäft hatte ich keine Lust mehr und mir fehlte auch die Kraft dazu. Also bestelle ich mein Kleid jetzt einfach aus dem Internet.

Meine Zeit in der 10. Klasse ist fast vorbei und bald verlasse ich die Schule. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, wo ich dass erste mal meine ganze Klasse gesehen habe. Ich kannte die hälfte nicht also war ich total nervös, was auch mich zu kommen wird. Und dann sah ich den Haufen vor meiner Nase. Als ich dann alle vorstellten hab ich mich echt gefragt, was bei den schief gelaufen ist. Dass das jetzt unmöglich meine Klasse sein kann. War es aber. Die ganzen 6 Jahre. Und es war doch eine angenehme Zeit. Und bald kommt eine neue Zeit auf mich zu.

16

Morgen bin ich 16 Jahre. Manchmal vergesse ich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erinnere mich als ich 6 war und ich Emely das erste mal auf dem Arm hatte. Das ist schon 10 Jahre her. Von diesem Tag an, als ich sie zum ersten mal sah, wollte ich, dass sie zu mir aufsieht. Als sie das erste mal krabbelte, krabbelte ich neben ihr her, damit sie sich nicht irgendwo stößt. Wenn ich von der Schule kam in Bochum und ich damals noch diese kleine Wohnung hatte, musste ich aufpassen die Tür nicht so weit auf zu machen, weil sie einfach immer im Weg war. Ihr strahlen als sie mich sah was goldig. Mit ihren ersten zwei Zähnchen nannte sie mich „Dada“. Ich erinnere mich noch daran, dass sie immer versuchte, mir alles nach zu machen, was sie sogar bis heute tut. Als sie das erste mal aufgestanden ist hab ich angefangen zu klatschen und sie machte es mir nach und grinste mich an. Ich habe alles von ihr gesehen, ihre ersten Schritte, ihre ersten Worte, ihre  Verletzungen und Dinge, die ich ihr beigebracht habe. Als sie fünf war, wollte sie genau so gut Inliner fahren wie ich also übte ich mit ihr. Welch eine Ironie, das mir meine große Schwester es ebenso beigebracht hatte, da war ich auch fünf Jahre. Ich weiß noch wie ich fünf wurde in meinem Kindergarten. Ich höre immer noch die Stimme von der Erzieherin die mir gesagt hat „Du bist schon fünf, eine ganze Hand voll“ und ich hab mich in dem Moment total besonders gefühlt. Trotz der vielen Dinge die mir passiert sind habe ich genug schöne Erinnerungen, die die schlimmen verblassen lassen. Ich meine, meine kleine Schwester groß werden zu sehen ist glaube ich fast so, als ob man sein eigenes Kind groß werden sieht. Es ist zwar nicht das selbe aber ähnlich. Wenn sie schmerzen hat, tut es mir ebenso weh. Ich werde nie ihr schreien aus meinem Kopf bekommen, als der Krankenwagen vor unserer Tür stand und ihr Bein verbrannt wurde. Als wir dann alle im Krankenhaus waren und sie gerade nach einer Behandlung wach wurde waren ihre ersten Worte „Wo ist Sandra“. Als ich dann bei ihr war und mich zu ihr ans Bett hin kniete, konnte ich meine Tränen nicht mehr halten.  Und das einzige was sie sagte war „Wieso weinst du?“.  Dabei musste ich lächeln, ich habe ganz vergessen, das sie gar nicht weiß, wie sehr ich sie eigentlich liebe. Aber ich würde genau wie eine Mutter, alles für sie tun. Ich liebe dieses Kind, ich liebe meine kleine Schwester. Und ich weiß wie sehr sie mich liebt, weil ich auch weiß wie es ist eine kleine Schwester zu sein. Ich bin beides. Und ich bin froh darüber an meinem 16 Geburtstag mit diesen beiden Menschen in den Zoo zu gehen, ein Schwestern Tag.

Karneval

Heute ist Rosenmontag und morgen ist der große Karnevals Umzug in meiner Stadt. Seid Donnerstag geht es für die meisten nur so: Saufen und Feiern. Und das zu 80% meiner Jugend. Ich gehöre zu den anderen 20% die so etwas nicht als Sauf Chance sehen oder sowas. Es ist für mich wie jede anderen Tage, normale Tage. Das gute an diesem Unnötigen Karneval ist, das ich bis Mittwoch frei habe und Donnerstag erst die Schule wieder anfängt. Aber weil morgen der letzte Tag von Karneval ist, hab ich beschlossen, mit meiner Frendin Luana doch zum Umzug zu gehen, weil wir sonst nichts anderes zu tun haben. Mein Freund findet selbst das unnötig.  Deshalb verbringen wir Karneval auch nicht zusammen, Unterschiedliche Meinungen. Naja so unterschiedlich ist sie jetzt nicht aber er würde nie mit mir zu diesem Umzug gehen und das war mir von Anfang an klar. Und Luana und ich haben uns früher mit 12 Jahren mega auf  diesen Umzug gefreut also dachte ich mir, wir beide könnten da wieder hin gehen. Vielleich wird er ja nicht so schlimm sein. Meine große Schwester ist leider in dieser Hinsicht kein gutes Vorbild, denn sie ist auch seid Donnerstag nur am Feiern und sonst was. Da bin ich froh, dass ich dann doch nicht so bin wie sie. Meine kleine Schwester sieht mich als Vorbild, also ich bin ein gutes Vorbild. Meine große Schwester hat schon mit 14 angefangen zu trinken. Ich war da neun und sie hat mich mit noch son Typen von Lea abgeholt (Schlampen Lea) an Halloween. Ja, die beiden waren besoffen und wollten mir weis machen, sie hätten zu viel Cola getrunken. Ich war zwar neun, aber nicht dumm. Als meine Schwester mich dann gerade zur Tür gebracht hatte, wollte sie schnell gehen aber da kam mein Dad mit dem Streifenwagen (er war gerade im Dienst) und vorderte meine Schwester auf, zu pusten. Und dann bekam sie Hauserrest und durfte bei niemanden mehr schlafen, bis sie 16 war. Am selben Abend hab ich mich fertig gemacht fürs Bett und hörte aus ihrem Zimmer komische Geräusche. Besorgt machte ich ihre Tür auf und das Licht an und sah sie im Bett sitzen und kotzen. So viel zu meinem Vorbild. Und weil ich da neun war und sie echt schlimm aus sah, rannte ich sofort zu meiner Mutter und sagte ihr das. Naja verstecken hätte man es nicht können, ihr ganzes Zimmer roch nach Wein. Und da wurde aus diesem Verantwortungsbewussten Mädchen, eine Säuferin. Ich frage mich wieso sie das macht. Vielleicht will sie ja etwas nach holen, was sie damals nicht machen konnte. Auch wenn meine Kindheit traurig war, war sie immer der Grund gewesen, warum ich lachte. Jetzt gerade merke ich erst, das sie es eben so nicht leicht hatte. Ihr Vater hat sich eben so nicht um sie gekümmert und sie musste mich mit neun Jahren in den Kindergarten bringen, abholen, essen machen, mich unterhalten und was weiß ich alles noch. Sie hat alles getan und aufgeopfert um bei mir zu sein und auf mich auf zu passen. Sie war auch die meiste Zeit mit mir Zuhause und wenn sie sich treffen durfte, dann musste ich mit, weil ich nicht alleine Zuause bleiben durfte. Man war ich ihr ein Klotz am Bein. Und wenn sie Karneval feiern will, dann soll sie es tun. Ich werde sie diesmal nicht daran hindern.

Zu 50%

Manchmal denke ich, ich gehöre irgendwie nicht dazu. Lea und Svenii zum Beispiel. Sie passen so perfekt zusammen und haben mehr  Gemeinsamkeiten als ich wie zum Beispiel Serien gucken. Was man von außen bei den beiden nicht erkennt, die beide stehn auf Action Filme oder so. Und ich? Ich bekomme schon angst, wenn jemand in einem Film zusammengeschlagen wird. Und dann werden meine Albträume immer heftiger. Mit jedem film, wo Gewahlt, schießereien oder sonst was passiert, wird es schlimmer. Ich weiß nicht warum sich mein schei ß Kopf diese kranken Sachen ausmalt die ich Träume. Also vermeide ich alles. Wie klein ist man bitte im Kopf, wenn man fast mit 16 immer noch vor sowas angst haben muss? Ziemlich klein. Und Lea und Svenii sind auch viel schlauer als ich. Sie arbeiten auch besser zusammen, mich würde es nicht wudern, wenn die eines Tages beste Freunde werden. Ich fühle mich, wie das komplette Gegenteil. Oder meine Schwestern. Meine große Schwester ist wild, cool und war zu meinem Alter damals auf Hauspartys und ich sitze auf meinem Bett und lese ein Buch. Was ein Gegenteil oder? Oder wnen sie mich manchmal abholt , dreht sie die Musik so weit auf, bis mein Kopf nur noch dröhnt und ich schlechte Laune bekomme. Die Krönung: sie singt dabei genau so laut mit. Und wenn ich nicht mit singe (also immer) und ich stumpf aus dem Fenster starre fragt sie mich „gehts dir nicht gut?“. Deine Musik geht mir auf die nerven würde ich am liebsten sagen aber dann kommt meistens nur raus „ich bin müde“. Eigentlich ist ihre Musik gar nicht mal so schlecht. Sie hört wirklich alles! Aber dann wenn ich da bin im Auto, hört sie nur Schlager. Deswegen auch die Kopfschemerzen, ich HASSE Schlager. Oder wenn man mit meiner Mutter disskutiert. Ich vermeide es immer. In der Schule kennt man mich nicht so, ich habe mein Mund immer auf. Zuhause, bin ich die stillste. Und wenn sie mich anschreit, dann schrei ich nicht zurück oder sag irgendwas. Es prallt an mich ab, weil ich es so immer gemacht habe. Manchmal fange ich auch einfach an zu heulen und renne in meinen Zimmer oder ich gehe in meinen Zimmer und weine leise da. Meine beiden Schwestern (selbst meine 9 Jährige) sind nicht so. Sie haben so eine große Fresse wo ich mir nur denke Woher haben die so viel Mut? Ich habe keine angst vor meiner Mutter oder so aber was ich vermeiden will, ist stress und zwar mit meiner Mutter. Wenn meine große Schwester Unterstützung  such und sagt „Dunia, sag doch auch mal was!“ gucke ich sie an und denke mir so halt mich da raus. Woher habe ich das? Ist es von meinem Dad?  Meine beiden Schwestern, haben grüne Augen. Ich habe überhaupt keine Ähnlichkeit mit den. Mit meinen schwarzen Augen sehe ich daneben total behindert aus. Danke Papa, danke für die kack braunen Augen die ich wegen dir habe. Zu 50% weiß ich wer ich bin und zu 50% bin ich verwandt mit meinen Schwestern. 50% sind keine 100%, da fehlt die hälfte. Ich fühle mich nicht ganz und weiß nicht wer ich zur Hälte bin. Wieso ich so unterschiedlich als meine Schwestern bin. Wer kann bitte verstehen, wie man sich fühlt, wenn der andere Teil von dir, auf der anderen Seite der Welt ist?

Nach all der Zeit

Ich denke gerade über vieles nach aber insbesondere über meinen Freund. Ich finde unsere Zeit sehr erstaunlich. Wir sind schon so lange zusammen und unsere Verbindung wird mit jedem Tag stärker. Er weiß einfach alles über mich. Wir mögen die selben Sachen, wir sind perfekt. Max liebt mich einfach mehr, als irgendjemand sonst und das sehe ich jeden Tag. Er bringt mich zum strahlen, wenn ich schelcht drauf bin und weiß immer, wenn was nicht mit mir stimmt. Ich kann mit Max keine normale Freundschaft mehr vorstellen, nicht nach allem, was passiert ist. Nicht, nacht dem ich mein erstes mal mit ihm hatte. Und ich bereue es auch nicht. Im gegenteil, es sollte so sein, Max war von Anfang an für mich bestimmt.  Die vielen Sachen die wir schon zusammen erlebt haben, sind der Beweis. Ich liebe ihn.

Neujahr!

Und so schnell ist man wieder in einem neuen Jahr, im Jahr 2017!  Abgesehen davon, hat meine kleine Schwester heute Geburtstag und wird neun Jahre alt. Also, jetzt ist sie schon neun.  Und sie hat mich auch heute um halb acht geweckt! Ich wäre nicht bis zwei Uhr morgens wach gewesen hätte ich gewusste, dass sie mich so früh weckt. Zwar bin ich nicht so ein langschläfer wie Max, der mal eben so bis zwei Uhr Mittags schlafen könnte aber ich brauche mein Schlaf mindestens bis zehn Uhr morgens , sonst werde ich die ersten vier Stunden unerträglich.  Und seid halb acht bin ich wach und freue mich schon, in meinem Bett zu liegen. Ich hätte echt nicht so viel lesen sollen aber ich wurde einfach nicht müde! Es war halb eins und ich lag hellwach im Bett und durch meine Nase konnte ich schlecht atmen. Da dachte ich mir Lese ich doch etwas um müde zu werden aber daraus wurde nichts. Im Gegenteil, so war ich noch viel wacher. Ich habe mich so in dieses Buch vertieft, das es plötzlich zehn vor zwei war. So viel zum Thema müde werden.
Der Tag war aber ganz gut und Emely hat sich riesig über ihre Geschenke gefreut.

Irgendwie hab ich ein seltsames gutes Gefühl im Bauch, dass alles anders sein wird dieses Jahr. Ich bin richtig voller freude und bin gerade richtig happy, weil ich bald mein Vorstellungsgespräch habe für mein Jahrespraktikum. Den Abschluss werde ich schaffen, ich muss einfach und bis jetzt sind meine Noten ja nicht so schlecht. Und mit Max wird auch alles einfacher, ganz bestimmt. Mir ist es egal, ob er jetzt nur ein Hauptschulabschluss hat. Wichtig ist nur, dass er mich liebt und wir zusammen halten. Ich werde ihm helfen und niemals im Stich lassen, so wie er mir helfen wird, nicht die Nerven zu verlieren. Und dieses Jahr machen wir sogar zusammen Urlaub! Das heißt: Unser zwei Jähriges verbringen wir schön in Spanien am Strand, besser kann es nun wirklich nicht mehr werden! Noch fünf Monate Schule und ich bin halb fertig! Ich werde dieses Jahr 16!! Und viele wichtige Menschen in meinem Leben auch! Meine Firmung ist nächste Woche und natürlich ist meine beste Freundin Lea da und mein Freund. Wer hätte gedacht, dass die beiden Rothaarigen aus meiner Klasse, die wichtigsten Menschen in meinem Leben werden. Und langsam habe ich keine Zweifel mehr. Ich zweifel nicht mehr an mir selbst und versuche nicht so krankhaft eifersüchtig zu sein, wenn es um die Liebe meine Lebens geht. Ich wollte lockerer werden und nicht über alles nachgrübeln. Und ich Plane meine nächsten Jahre ganz genau durch, damit mich nichts aus der Bahn werfen kann. Ich muss mich nur an den Plan halten. Dann wird alles gut für mich ausgehen. Denn langsam muss ich mal an mich denken. Auch wenn es mir schwer fallen wird, meine Freunde zu verlassen hoffe ich doch immer noch, das wir uns immer noch so gut verstehen wie jetzt. Das einzige, wo ich kotzen könnte: Schlampen Lea. Sie folgt mir auf diese Schule aber sie wird bestimmt nicht ins Krankenhaus gehen, ich hoffe einfach mal. Denn das habe ich wieder: Hoffnung.

Weihnachten

Heute ist Weihnachten und mein Stiefvater ist vor drei Stunden zur Arbeit gefahren.  Davor war es aber gut, sehr gut. Manchmal vergesse ich, was für eine Familie ich eigentlich habe. Sie ist zwar nicht perfekt aber ich habe eine. Meine Mutter war ganz traurig als mein Dad zur Nachtschicht gefahren ist.  So ist das halt wenn dein Dad Polizist ist, oder besser gesagt Stief Dad. Bei meinem Dad ist es jetzt 18 Uhr abends. Ich weiß nicht wer bei ihm ist oder was er tut aber trotzdem denke ich an ihn. Ich versuche mich an das letzte zu erinnern, was mein Dad zu mir gesagt hatte als ich klein war. Aber mehr als Erinnerungslücken und Bildern die ich sehe, wenn ich zu viel getrunken habe , ist nichts zu finden. Außer der Ausflug nach Dänemark..Ich weiß nicht wie alt ich da war, 2 oder 3. Ich erinnere mich wie ich mit meiner Cousine auf einem Holztisch sahs und wir eine Pfirsich gegessen haben. Ich kann mich auch an dieses kleine Häuschen erinnern wo wir ein paar Tage waren. Der Garten war riesig..Ich habe noch Bilder von diesem Urlaub. Ich habe sie in meinem Zimmer eingeschlossen, ohne das jemand es mitbekommen hatte. Diese Bilder ist das einzige was ich noch von meinem Dad habe. Und es sind ungefähr die letzten Erinnerungen an ihn. Bilder wo er mich auf seinem Arm trug und er mich im Meer nicht fallen ließ. Wo er mich auf der Schaukel anschubste..und mir fällt gerade noch was ein. Er sagte auf Polnisch, ich soll mich festhalten. Schön, wenn ich noch mehr Erinnerungen sammel, gute Erinnerungen. Die schlechten habe ich ein glück nie mitbekommen. Aber noch krasser ist es, wieso meine Mutter diesen Mann Heiratete. Meine Mutter war früher ein reiches Kind, mein Opa hatte viele Geschäfte die gut liefen. So gut, wie es in Polen nun mal laufen kann. Sie war eins von vier Kindern, meine Oma hat sich dann um die Kinder gekümmert während mein Opa von Geschäft zu Geschäft zog. Als meine Mutter aber 19 war, verlor mein Opa sein ganzes Vermögen und lies seine ganze Familie zurück. Ab da fing meine Oma an zu trinken, kein wunder, dass ich sie von Geburt an mit einem Bier in der Hand kenne. Meine Mutter konnte nicht mehr studieren gehen und musste nebenbei noch auf ihre kleineren Geschwister aufpassen. Und dazwischen wurde sie noch schwanger und mit 20 Jahren kam dann meine große Schwester auf die Welt. Die ersten zwei Jahre lebte sie mit meiner Mutter in Polen aber meine Mutter wollte aus den Ruinen ihrer Familie raus. Und so wollte sie nach Deutschland und ein neues Leben Anfangen, mit einem Kind. Doch sie durfte nicht nach Deutschland, weil sie nicht Verheiratet war. Und so kam mein Vater ins Spiel. Er arbeitete für meinen Opa und war oben drauf 10 Jahr älter als meine Mutter.  Was mein Opa meiner Mutter nicht erzählt hatte war, das er schon viel mit der Polizei zu tun hatte. Langsam dämmert es mir wieso ich das einzige gewollte Kind war. Ich war die Eintrittskarte für ein neues Leben denn damit das ernst rüber kommt, musste ein Baby her und das war ich. Ich war das geplante Kind.  Und dann Heiratete sie ihn und kam nach Deutschland. Und als sie 25 Jahre war, kam ich dann auf die Welt, das Kind was am meisten Probleme angeschlemmt hatte. Das krasse ist, ich habe diese Geschichte erst dieses Jahr von meiner Mutter erfahren und gleichzeitig hat sie es auch Max erzählt während ich daneben  sahs und dachte „Das kann doch nicht alles wahr sein“.  Aber meine Mutter hat echt ne menge durch gemacht. Wurde von meinem Dad geschlagen, Vater abgehauen, Mutter Alkoholikerin..Man ist das scheiße und trotzdem hat sie nicht aufgegeben. Aber auch wenn alles so gut ist wie es ist, denke ich trotzdem an meinen Vater. Und ich mache mir Gedanken an das, was mein Opa mir letztes Jahr gesagt hatte. Ja, ich war letztes Jahr in den Herbst Ferien nach acht Jahren wieder in Polen. Und mein Opa baut sich noch ein neues Haus auf und will ein Restaurant auf machen und sich noch ein paar Tiere holen, Enten hat er schon. Er hat sich außerdem noch ein Stück Wald gekauft, keine Ahnung  wie er das macht. Ich sollte mit ihm und Emely was holen gehen und weil Emely noch weniger Ponisch konnte als ich, war ich auf mich allein gestellt. Er sagte zu mir „Ich weiß wir kennen uns nicht so gut aber versprich mir bitte eins, wenn ich einmal nicht mehr da bin..lass nicht zu das ich alles mit ins Grab nehme“ Nach diesen Worten war ich geschockt. Er will, das wir alle von ihm was er sich aufbaut, weiterführen. Und weil meine Mutter das lieblings Kind von ihm ist, sind wir seine lieblings Enkel. Dumm ist es, dass er es mir gesagt hatte aber nach der Geschichte von meiner Mutter, verstehe ich es langsam. Er will nicht noch mal alles verlieren. Meine Familie ist ja total ne Katastrophe..

Frohe Weihnachten..Dad.

Vorsätze

Heute habe ich einen „Chill Tag“ gemacht, was natürlich öfters bei mir vorkommt. Dennoch nehme ich mir heute vor, noch Mathe zu lernen , weil ich nächste Woche eine Arbeit schreiben werde oder besser gesagt zwei. Englisch muss ich deshalb auch noch lernen. Und weil Max und ich uns dieses Wochenende nicht treffen, kann ich mich schön darauf konzentrieren. Okay, Freitag treffe ich mich mit Svenii und Samstag  vielleicht mit Lea aber den Sonntag lerne ich wirklich. Meine Freunde hetzen wie bekloppt weil sie morgen WP1 schreiben, alle außer ich. Und in Momenten wie diesen, bereue ich es nicht das Fach Technik gewählt zu haben. Während alle morgen um die gleiche Zeit ihre Arbeit schreiben, baue ich mein Werkstück weiter. Also wird mein Tag morgen angenehmer, als von manch anderen.

In genau 2 Wochen werde ich im Krankenhaus liegen, weil ich ja Operiert werde. Und in genau 2 Wochen fährt der ganze Jahrgang nach Dortmund zum Weihnachtsmarkt und ich werde das dann von Snapchat oder sonst was mitbekommen. Das einzige was mich im Krankenhaus unterhalten wird ist mein Handy und das Buch was meine Eltern mir noch kaufen wollten, ich hab nur vergessen, welches es nochmal war.  Ich habe einfach nur totale Angst  und angst noch vor Langeweile zu sterben. 4 Tage bin ich da und zwei ganze Tage ohne ein bekanntes Gesicht zu sehen. Ich konnte noch nie gut alleine sein. Zwei Tage vor Weihnachten bin ich dann wieder Zuhause mit so einem Gerät auf meiner Nase. Ich finds schon krass, das dieses Jahr wieder fast vorbei ist. Ein weiteres anstrengendes Jahr wird nun bald hinter mir liegen, ein glück. 2016 war ein ewiges hin und her mit Gefühlen und Verstand, mal wieder. Ob es 2017 anders sein wird? Natürlich nicht. Es wird immer irgendwie so sein, ob man es will oder nicht. Aber 2017 wird mein Jahr, das weiß ich jetzt schon. Ich weiß noch als Svenii sagte „2016 wird mein Jahr“ war es aber nicht. Ich glaube bei niemanden den ich kenne. Ich setze es mir für nächstes Jahr in den Kopf das es mein Jahr wird. Das bedeutet ich muss hart, konsequent und nicht schwach werden! Die 10. Klasse schaffen und werde mit dem selben Idioten zusammen bleiben. Ob es nach der 10. noch halten wird? Ich hab vergessen, was Max nochmal machen will, er ist sich selber noch nicht sicher und langsam wird es eng. Und ich werde mich voll und ganz meinem Fachabitur widmen und 1 Jahr ein Praktikum im Krankenhaus haben. So ist meine Vorstellung. Fragt sich nur, wie es mit mir und Max dann weitergeht. Und schon wieder mache ich mir zu viele Gedanken über meine Zukunft. Wir sind Jung und haben beschlossen, wenn wir uns trennen, noch Freunde zu bleiben. Was sehr vernünftig ist aber leichter gesagt als getan. Man sagt sich sowas immer aber irgendwie muss es ja einen Grund geben, damit man sich trennt. Und dann heißt es, Abstand halten und sich die Augen ausheulen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Aber durch die Beziehung von Nico hab ich irgendwie versucht, dass alles nicht so kommt wie bei Nico. Zum Beispiel das man sich die Liebe nicht über Whatsapp sagt oder Verschlossen zu sein und Angst haben, ihm auf die nerven zu gehen. Oder wegen jeder Kleinigkeit zu Streiten und sich den ganzen Tag ignoriert, man war das scheiße. Und genau das habe ich versucht bei Max besser zu machen. Und wie es aussieht, hat es ja funktioniert. Ich dachte immer, dass Nico sich selber zu wichtig genommen hat und so mich total vergessen hatte. Aber ich war nicht gerade besser. Ich war genau so egoistisch und wollte nur seine Aufmerksamkeit, so wie er meine wollte. Vielleicht habe ich auch von Nico viel zu viel erwartet. Im Gedanken, das alles perfekt laufen würde, war alles am Ende eine Katastrophe. Was bei Max nicht so ist, naja hoffe ich zumindest. Ich glaube die Beziehung von mir und Nico hat gezeigt, dass ich mich verändern musste und genau das habe ich getan. Max ist der beweis, ich hab alles richtig getan, was ich früher falsch gemacht habe. Wenn ich jetzt meine Gedanken so angucke, war mein Schluss mache total übertrieben gewesen. Wow Sandra, das hast du nach fast 2 Jahren fest gestellt, ich bin stolz auf dich. Genau so wie ich schon mit Max fast drei mal Schluss gemacht hätte, ich reagiere einfach total über. Und genau das nehme ich mir auch fürs nächstes Jahr vor, etwas lockerer zu sein. Ich bin total gespannt, wie das nächste Jahr wird!